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    Berlin Daily 24.06.2018
    Tag der Architektur
    Die Architektenkammer Berlin lädt am 23. und 24. Juni 2018 ein, zeitgenössische Baukultur in der Hauptstadt zu entdecken. Zu den mehr als 130 Führungen in 70 Objekten kommen in diesem Jahr Stadtspaziergänge, Radtouren und Baustellenbesuche hinzu.

(Einspieldatum: 02.10.2012)

AES+F. Die Trilogie. Videokunst aus Russland

AES+F, The Feast of Trimalchio, 2009, Courtesy Triumph Gallery

Man kann sich kaum losreißen von dem hypnotisierenden Spektakel, das einen auf riesigen Bildschirmen umgibt. Androgyne Menschen, die Puppen ähneln, bewegen sich in bizarren Szenen lähmend langsam auf insgesamt neun Projektionsflächen.
Aus Anlass des Deutsch-Russischen Jahres präsentiert der Martin-Gropius-Bau eine im Jahr 2005 begonnene und 2011 beendete Video-Trilogie der Künstlergruppe AES+F aus Moskau. Das Werk umfasst die Arbeiten “The Last Riot” (2005/2007) als die Hölle, “Trimalchios Feast” (2009) als das Paradies und “Allegoria Sacra” (2011) als das Fegefeuer und ist erstmals als Trilogie in Deutschland zu sehen.
Das Kollektiv, bestehend aus Tatiana Arzamasova, Lev Evzovitch, Evgeny Svyatskybzw und Vladimir Fridkes beschäftigt sich mit existenziellen, sozialen und philosophischen Fragen und zeigt unverhüllt eine egozentrische, von den Medien fremdbestimmte Welt. Von der Geburt an werden verschiedene Lebensphasen des Menschen beleuchtet, Herrschaftsverhältnisse in Frage gestellt und Konsumverhalten kritisch thematisiert.

Mit dem Video “Last Riot”, das 2007 auf der Biennale in Venedig gezeigt wurde, taucht man in die Thematik von Kindheit und Adoleszenz in der modernen Kultur. Vor der Kulisse künstlicher, verschneiter Landschaften und trostloser Städte prügelt sich eine Gruppe Teenager, keiner wird jedoch ernsthaft verletzt. Bedient haben sich die Künstler hierbei sowohl in der virtuellen Welt der Videospiele, so erinnert bspw. die gezeigte Welt an die eines Egoshooters, als auch an der Bildsprache barocker Gemälde.

“Trimalchios Feast” spielt in einem fiktiven Fünf-Sterne-Hotel und wurde 2009 erstmals auf der Sydney Biennale präsentiert. Wohlstand und Vergnügen stehen im Mittelpunkt des Video-Werks, für das 120 Personen theatralisch in Szene gesetzt wurden. Angelehnt an den Roman Satyricon des römischen Autors Petronius, in dem ein Gastmahl mit Luxus und Völlerei geschildert wird, zeigt das Video ein Urlaubsparadies mit Gästen der Oberschicht und exotischen Bediensteten, die in einem sonderbaren Machtverhältnis interagieren. Den vergügungssüchtigen Gästen, die in allen Altersstufen vertreten sind, wird jeder Wunsch erfüllt, gastronomischer bis erotischer Art. In den Fokus wird das Phänomen der Neureichen gerückt und die Flucht aus der Realität in Luxusparadiese.

Das neuste Werk “Allegoria Sacra” bezieht sich auf das gleichnamige Bild des venezianischen Malers Giovanni Bellini (1437 - 1516). Während sich bei Bellini Charaktere der christlichen und antiken Mythologie auf einer Balustrade am Fluss versammeln, zeigt das Video eine Flughafenszene eines internationalen Terminals irgendwo auf der Welt mit Menschen unterschiedlichster Rassen, Gruppen und Nationalitäten. Die moderne Zivilisation wird dargestellt als eine Mischung aus muslimischen Migranten, Skinheads, Passagieren aus Ost und West und Adoptivkindern betuchter homosexueller Paare. Hinzu kommen Klischees der Massenmedien, Comics und Fantasyfilme.

In den digitalen Leinwandpanoramen von AES+F verschmelzen Science Fiction, Modefotografie, Kommerz und Kriegsindustrie zu hyperästhetischen Szenen. Sie entlarven in ihren Arbeiten unsere Vorurteile und die Abstumpfung angesichts der massenmedialen Meinungsproduktion und lassen sie als reflektierenden Zauberspiegel fungieren. Die einem zunächst sehr befremdlich gegenüberstehenden Handlungen und Figuren, zeigen sich nach und nach als Versuch einer Analyse unserer modernen Welt.

AES+F. Die Trilogie.
Videokunst aus Russland
29.09. - 03.12.2012

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
berlinerfestspiele.de

Luzie Sieckenius

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Daten zu AES+F:


- Bangkok Art Biennale 2018
- Bucharest Biennale 1, 2005
- fast forward2 - ZKM, Karlsruhe
- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2007
- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)
- ikono On Air Festival
- Istanbul Biennial, 2007
- Kochi-Muziris Biennale 2016
- Sammlung, Museum of Contemporary Art in Krakow


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Titel zum Thema AES+F:

AES+F. Die Trilogie. Videokunst aus Russland
Ausstellungsbesprechung: In den digitalen Leinwandpanoramen von AES+F verschmelzen Science Fiction, Modefotografie, Kommerz und Kriegsindustrie zu hyperästhetischen Szenen.

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