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Berlin Daily 13.11.2019
Pushing the Boundaries

17 Uhr: Julian Adenauer, Gastprofessor für Interaction and Digital Technologies
Aula der weißensee kunsthochschule berlin | Bühringstraße 20, 13086 Berlin

(Einspieldatum: 11.12.2012)

Helmut Newton und François-Marie Banier in der Helmut Newton Stiftung

bilder

Helmut Newton, French Vogue, Paris 1969, © Helmut Newton Estate

Helmut Newton betonte immer wieder, er sei kein Künstler, er sei ein Fotograf, erzählt seine Witwe June Newton. Bis an sein Lebensende ließ er niemals davon ab, dieser Arbeit und Leidenschaft nachzugehen. Als Fotograf, der mit seinen speziellen Darstellungen nackter Frauen zuweilen provozierte oder Tabus brach, revolutionierte Newton die Modefotografie. Zwei seiner Projekte sowie Arbeiten des befreundeten Künstlers François-Marie Banier sind jetzt in der neu eröffneten Ausstellung “Helmut Newton: World without Men / Archives de Nuit.
François-Marie Banier: Portraits” in der Helmut Newton Stiftung zu sehen.

„World without Men“ lautet der ironische Titel des vierten Bildbandes Helmut Newtons, der 1984 in den USA erschienen ist. Anlässlich der derzeitigen Schau, die erstmals die Publikation in eine Ausstellung verwandelt und in seiner Gesamtheit präsentiert, erscheint nun eine Neuauflage. Zu sehen sind Aufnahmen aus den 1960er bis 80er Jahren, aufgenommen für renommierte Modemagazine wie die Vogue. Die Bilder zeitgenössischer Mode wirken dabei zuweilen so zeitlos, dass man ihnen ihr Alter kaum anmerkt. Bewusst inszenierte Aufnahmen zeigen schöne, große und starke, dennoch unnahbare Frauen, für Modelinien Yves Saint Laurents oder Karl Lagerfelds werbend. Viel nackte Haut darf in einer Helmut-Newton-Ausstellung natürlich nicht fehlen. Gelegentlich findet man auch den einen oder anderen Mann im Bild, der allerdings auf seine Rolle als Bewunderer der Schönheit und Macht der Frauen reduziert wird. Es ist allein der männliche Blick, der hier dargestellt wird. Zwischengeschlechtliche Interaktionen sind ebenso präsent wie Frauen, die in männliche Rollen schlüpfen.

„Archives de Nuit“ heißt das zweite Projekt mit begleitender Publikation: Schwarz-Weiß-Fotografien, wie vor 20 Jahren bei der Premiere in Paris in Eiche gerahmt. Hier zeigt sich Newton von einer anderen Seite: Porträts, Landschaften und Stillleben werden mit Akten kontrastiert. Modeaufnahmen sucht man hier vergeblich. Landende Wasserflugzeuge oder der Blick in die Kathedrale von Bologna finden sich neben menschlichen Missbildungen in der Vitrine eines naturhistorischen Museums. Es sind zuweilen düstere, rätselhafte oder unheimliche Aufnahmen, die mit der Vanitas-Motivik spielen und für manchen das Bild des Helmut Newton als Modefotograf erweitern.

Im zweiten Teil der Doppelausstellung wird auf den Wunsch Helmut Newtons zu Lebzeiten anderen Fotografen ein Forum gegeben. Dieses Mal ist es der französische Künstler und Schriftsteller François-Marie Banier, dessen Porträts auf Einladung June Newtons in „June´s Room“ präsentiert werden. Es sind Aufnahmen bekannter Persönlichkeiten der internationalen Film-, Musik-, Literatur- und Kunstszene sowie Politiker, die Banier - inzwischen als einer von ihnen - aus nächster Nähe ablichtet. Wir sehen keine Überhöhungen der Stars, sondern Banier zeigt sie von einer fast freundschaftlichen, menschlichen Seite. So findet sich unter den Bildern auch eine Aufnahme der Queen, während sie das Gesicht zu einer Grimasse verzieht. Die beeindruckend schöne Aufnahme von Caroline von Monaco hängt am Anfang der Schau, gefolgt von Aufnahmen von Johnny Depp, Woody Allen, Andy Warhol, Ray Charles oder Samuel Beckett.
Es ist eine umfangreiche Schau, die Arbeiten zweier verschiedener Fotografen vereint. Es ist eine Schau, die den Besucher in die Welt der Frauen und Prominenten verführt und - ob schwarz-weiß oder in Farbe - eindrucksvolle fotografische Kompositionen bereit hält, die es an Verführung und überraschendem Bildwitz nicht fehlen lassen.

Helmut Newton: World without Men / Archives de Nuit
François-Marie Banier: Portraits
Helmut Newton Stiftung / Museum für Fotografie
Jebensstraße 2, 10623 Berlin
Ausstellungsdauer: 08.12.2012-19.05.2013
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
helmutnewton.com

Inka Humann

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Daten zu Helmut Newton:


- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- Fondation Frances
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- SAMMLUNG WEMHÖNER


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Helmut Newton: SUMO und Three Boys from Pasadena. Mark Arbeit - George Holz - Just Loomis
Alle zehntausend Exemplare seines 1999 erschienenen Fotobuches SUMO hat Helmut Newton nummeriert und signiert. Das Exemplar Nummer eins, das außerdem Autogramme von mehr als hundert der in SUMO porträtierten berühmten Persönlichkeiten enthält, wurde im Jahr 2000 für 620 000 DM versteigert - als teuerstes Buch des 20. Jahrhunderts.

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