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Berlin Daily 20.11.2019
Talkin` ´bout my generation | Gesprächsrunde #5

20 Uhr: Kunst und künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum. Michaela Melián und Robert Patz, Mod.: Stefka Ammon. Im Rahmen der Ausst. Der Elefant im Raum. Seraphina Lenz. oqbo | raum für bild wort ton | Brunnenstr. 63 | 13355 Berlin

(Einspieldatum: 12.02.2013)

Kunst vom Sofa aus kaufen. Die Online-Expansion des Kunsthandels 1. Teil

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Besprechung: Abends im trauten Heim: Gemütlich wird auf dem Sofa einen Tee geschlürft. Der Laptop ruht auf dem Schoß, die rechte Hand auf dem Touchpad - so einfach und bequem kann heutzutage der Einkaufsbummel in der virtuellen Welt des Internets sein. Worte wie Exklusivität, Vertrauen, Diskretion und persönlicher Kontakt scheinen hier fremd. Der Kauf und Verkauf über Online-Shops wie Ebay und Amazon ist längst Alltag geworden. Aber funktioniert das auch im Bereich des Kunsthandels?

Lebte der traditionelle Kunsthandel bisher vom direkten Gespräch zwischen dem Käufer und dem Händler, gibt es seit einigen Jahren immer mehr Online-Plattformen, die Kunst zum Verkauf anbieten. Doch kann dieser Übergang des Kunstmarktes vom Offline- zum Online-Modus langfristig gut gehen? Nutzen Sammler dieses Angebot wirklich oder suchen sie nicht doch das persönliche Gespräch mit dem Galeristen? Oder zielen diese Plattformen auf andere und neue Kunden ab? Der Bereich des Online-Kunsthandels wirft viele Fragen auf.

Zahlreiche virtuelle Kunsthandels-Plattformen haben sich entwickelt, ohne dass sich eine von ihnen bisher als großer Marktführer entpuppt hat. Das breite Spektrum erschwert es dem potentiellen Käufer erheblich, die Unterschiede der einzelnen Angebote herauszufinden. Wo finde ich Kunst, die mir gefällt und die ich mir leisten kann? Ist die Seite auch wirklich seriös?
Auch der Galerist, der seine Kunst im Internet anbieten will, hat die Qual der Wahl. Wie gehen die einzelnen Plattformen beim Verkauf vor? Wer unterstützt meine Künstler am besten, und wo verdiene ich am meisten?

Artsy, VIP Art und 20x200 sind nur drei aus einer großen Anzahl der am Markt konkurrierenden Plattformen, die jedoch im direkten Vergleich veranschaulichen, dass es bedeutsame Unterschiede zwischen ihnen gibt.

Artsy (artsy.net) - seit 2011 auf dem Markt - bietet auf seiner Verkaufsseite eine immens große Bilddatenbank an, die nach verschiedenen Kriterien wie Medium, Stil, Farbe, Größe und Preis des Kunstwerkes filterbar ist. Laut Homepage umfasst die Sammlung bereits 21.000 Kunstwerke von 3.700 Künstlern aus Galerien, Museen, Privatsammlungen und Stiftungen. Darunter finden sich Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und sogar Installationen. Preislich liegen die Angebote bei Hunderter- bis Millionenbeträgen. Der gesamte Markt von erschwinglicher bis nahezu unbezahlbarer Kunst wird hier abgedeckt. Wie oft ein Seitenbesuch tatsächlich in einen Kauf mündet, bleibt allerdings offen.
Neben der vorrangigen Verkaufsabsicht lädt die Seite Kunstinteressierte und Neulinge vor allem zum Stöbern ein. Dafür haben die Betreiber ein wichtiges Instrument entwickelt: das sogenannte Art Genome Project - eine fortlaufende Studie, die den Charakter der einzelnen Kunstwerke anhand von 800+ Eigenschaften, genannt Gene, evaluiert und Kunstinteressierte, unter Berücksichtigung persönlicher Präferenzen, mit entsprechenden Empfehlungen versorgt. Auch wird der Nutzer auf Wunsch über ausgewählte Künstler per Email informiert, sobald ein neues Werk von ihm auf Artsy zu erwerben ist.
Keine Frage - nur in der Realität kann man letztlich das Kunstwerk mit all seinen Facetten erleben. Somit bleibt die Frage, ob ein digitales Bild ausreicht, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Fotografien und Prints haben hier sicherlich einen Vorteil.

Um diese Problematik ein wenig einzuschränken oder zu umgehen, setzen viele der Online-Plattformen auf ein Hybrid-Modell und veranstalten Pop-Up-Shops oder andere kurzzeitige Offline-Verkaufsevents, bei denen der potentielle Käufer direkt mit dem Kunstwerk in Kontakt kommen kann. So auch die Plattform 20x200 (20x200.com). ´Kunst für alle zugänglich machen` lautete das Prinzip der Seiten, die im Internet Kunst verkaufen. Auch die Internetplattform 20x200 - seit 2007 auf dem Markt - hat ursprünglich auf ihrer Webseite mit der Formel “(limited editions x low prices) + Internet = art for everyone” geworben. Im Gegensatz zu Artsy bot 20x200 nur Kunst zum erschwinglichen Preis an. Um dies zu gewährleisten, setzte man auf Editionen. Abhängig von der Größe und Editionsauflage reichte die Spanne von 24$ bis 10.000$. Bis Anfang dieses Jahres veröffentlichte die Seite laut eigenen Angaben mehr als 900 Editionen von mehr als 300 bekannten und unbekannten Künstlern. 20x200 arbeitete dabei direkt mit den Künstlern zusammen, unter denen sich auch Persönlichkeiten wie William Wegmann oder Lawrence Weiner befanden. Der Verkaufserlös wurde geteilt. Seit Anfang Februar lässt sich jedoch nur noch die Startseite von 20x200 aufrufen, auf der verkündet wird, dass man gerade an einem update arbeitet ...

2. Teil folgt

Inka Humann

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