(Einspieldatum: 14.03.2003)

Gehag Forum: "Leben Wohnen Arbeiten"

bilder

In dem Verwaltungsgebäude der Gehag an der Mecklenburgischen Straße 57 lädt noch bis zum 24. April 03 eine kleine Ausstellung zum Schmunzeln ein. Präsentiert werden vier Arbeiten zu dem Thema Leben, Wohnen, Arbeiten, die sich inhaltlich und formal in einem direkten Zusammenhang zum Ausstellungsort befinden.

Das Leben
In einem Durchgangsflur des Verwaltungsgebäudes aus den 30er Jahren lässt Cisca Bogman ihren Vater akustisch von 39 Umzügen in 45 Jahren berichten und zeigt dazu die Fotografien der entsprechenden Gebäude per Videoinstallation. (Von einer spanischen Finca bis zum holländischen Wohnwagen ist alles dabei.) Dem Fernsehgerät gegenüber hat die Künstlerin an textilen Wänden alle Häuser noch einmal als Fotografien in chronologischer Reihenfolge angeordnet.
Immer wieder von den geschäftigen Schritten der Gehag-Angestellten unterbrochen, wird ein ganzes Leben präsentiert, das sich dem Wohnungswechsel im Wandel der Zeit verschrieben zu haben scheint.

Das Arbeiten
Magdalena Drebber und Ellen Mäder-Gutz zeigen im ersten Stock des Gebäudes eine Variante ihrer Installation "Bobb’s business collection" in der, neben der akribischen Inventarisierung, auch die dazugehörigen Umzugskisten als einziger Nachlass des Raumausstatters Bopp zu sehen sind. Die kleinteilige Auflistung in fast musealer Präsentation steht im Kontrast zu den gestapelten Umzugskisten, deren Inhalt unbekannt bleibt.



Auch Arbeit muss irgendwo wohnen und wenn, ist dann nicht das Verwaltungsgebäude der Gemeinnützige Heimstätten- Spar- und Bau–Aktiengesellschaft GmbH als temporärer Wohnort geradezu prädestiniert dafür?

Die dritte Installation stammt von Ursula Neugebauer und besteht aus sechs Leuchtbildkästen mit Fotografien der Wohnzimmer von kürzlich verstorben Gehag-Mietern. Gezeigt wird in unnachgiebiger Weise, wie gewohnt wird.
Und was bleibt, wenn niemand mehr wohnen kann.



Außerdem zu sehen sind Arbeiten von Oliver Strömer, der sich unter anderem mit dem Teppichmuster im Haus als "Betriebsstörung" auseinandersetzt.

Eine sehr kleine Ausstellung in unnachahmlicher Umgebung mit großem gedanklichem Nachlauf.
Eine Frage an die Organisatoren sei als Nachtrag gestattet: Wie kann man eine Ausstellung explizit auf die "räumliche Situation im Verwaltungsgebäude" beziehen, ohne eine einzige Information zum Ort und seine Architektur parat zu haben?

GEHAG GmbH | Mecklenburgische Straße 57 | 14197 Berlin
Ausstellungsdauer: bis zum 24.April
Öffnungszeiten: Mo.- Fr. 9.00-19.00 Uhr
gehag.de

Stella Hoepner-Fillies

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Gehag Forum: "Leben Wohnen Arbeiten"
Eine Ausstellungsbesprechung . . .
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