(Einspieldatum: 07.03.2013)

Berliner Projekträume und –initiativen (Teil 3)


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Blick ins Archiv von berlinerpool

Heute folgt der dritte und letzte Teil unserer Serie über die Berliner Projekträume und –initiativen, die durch die Berliner Kulturverwaltung ausgezeichnet wurden und die wir an dieser Stelle näher vorstellen.
Neben Art Laboratory Berlin, General Public, OKK (Organ kritischer Kunst) und dem Schinkel Pavillon erhielten außerdem berlinerpool, SAVVY Contemporary e.V. und West Germany den mit jeweils 30.000 EUR dotierten Preis.

Projekträume
berlinerpool zu Gast bei Apartment Project

berlinerpool
Im Gegensatz zu den bisher besprochenen und noch folgenden Projekträumen hat die Künstlerinitiative berlinerpool keine festen Räumlichkeiten. berlinerpool, das 2004 gegründet wurde, versteht sich als Netzwerk und besteht aus drei ineinander verwobenen Modulen: einem mobilen KünstlerInnenarchiv, einer Informationsplattform im Internet sowie einem Projektentwicklungsbereich, in dem Ausstellungen, Symposien oder Workshops organisiert werden. Dafür zieht das Netzwerk temporär in andere Projekträume und war zuletzt Gast bei Apartment Project. Bei Apartment Project wurden Mappen aus dem KünstlerInnenarchiv gezeigt, dass mittlerweile über 180 Mappen von Künstlern und Künstlergruppen umfasst. Zwei Mal im Jahr werden durch ein juriertes Auswahlverfahren neue Künstler/-gruppen aufgenommen.
Die Informationsplattform von berlinerpool gibt den wöchentlichen Newsletter mondaynews raus, in dem open calls, Stipendien, Ateliertausch und Bewerbungstermine veröffentlicht werden. Zusätzlich finden sich auf der gut sortierten Seite (mondaynews.net/) weitere Aktivitäten anderer Projekträume aufgelistet. Seit diesem Jahr gibt außerdem noch eine Plattform, auf der sich Interviews mit Künstlern aus dem Archiv-Modul befinden.
(http://blick.berlinerpool.de/). Die Leitung von berlinerpool hat Andrej Raszyk.

berlinerpool
Soldiner Str. 92
13359 Berlin
berlinerpool.de
contact@berlinerpool.de


Projekträume
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, künstlerischer Leiter von SAVVY Contemporary e.V.

SAVVY Contemporary e.V.
Der Projektraum SAVVY Contemporary e.V. wurde 2009/10 gegründet, um den Dialog zwischen West- und Nicht-Westkunst voranzubringen. Ausgangspunkt ist die einseitige Internationalität der Berliner Kunstszene, die sich fast ausschließlich auf die euro-amerikanische Kunst konzentriert. SAVVY Contemporary e.V. will sich jedoch nicht auf die „Nicht-Westkunst“ beschränken, sondern versucht im künstlerischen und sozioanthropologischen Dialog Fragen zu klären wie zum Beispiel: Was kann künstlerische Forschung in der heutigen Zeit bedeuten? Ebenso wichtig ist die Neubefragung vermeintlich historischer Fakten: Wie kann eine nichtlineare Kunstgeschichte rekonstruiert werden? In diesem Zusammenhang betonte Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, dass „die Deutschen einfach zu wenig über die Kolonialgeschichte wissen.“
Neben dem künstlerischen Schwerpunkt mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen gehört zu dem Konzept des Projektraumes die Auseinandersetzung mit dem unmittelbaren Umfeld. So wurden zum Beispiel Kochveranstaltungen organisiert, um mit den Nachbarn oder Neugierigen von der Straße ins Gespräch zu kommen.
Das Preisgeld soll für den anstehenden Umzug des Projektraumes verwendet werden.

Event
SAVVY Contemporary e.V.
Richardstr.43/44
12055 Berlin
savvy-contemporary.com
contact@savvy-contemporary.com


Projekträume
Team von WestGermany und Kooperationspartnern

WestGermany
Die Initiative West Germany, die sich als Büro für postpostmoderne Kommunikation bezeichnet, hat ihren Projektraum in einer zerstörten, ehemaligen Arztpraxis am Kottbusser Tor und existiert seit 2005. Der künstlerische Leiter heißt Stephan Kallage, wobei auch hier ein Kollektiv das Programm und die Inhalte trägt. Zusätzlich bestehen verschiedene Kooperationen wie bspw.mit dem „Club für Kunst und politisches Denken – Gitte Bohr“.
Stadtteilspezifische Faktoren spielen auch bei West Germany eine wichtige Rolle. Man will Stadtteilprojekt für Kunst und Diskurs sein, organisiert Ausstellungen, Konzerte, Performances, Lesungen oder Theater. Dabei steht das Experiment im Vordergrund, es sollen Dinge ermöglicht werden, die sonst nicht möglich wären.

WestGermany
Büro für postmoderne Kommunikation
Skalitzer Str. 133
10999 Berlin
westgermany@gmx.de

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Auszeichnung natürlich nur "ein Tropfen auf den heißen Stein" sein kann und zudem nur 7 von mehr als 150 Initiativen beglückt. Für die Existenzsicherung wäre eine Strukturförderung sinnvoller, wie mehrfach beim Besuch der einzelnen Räume von den Betreibern angesprochen wurde.

Wer sich einen Überblick über die gesamte Szene verschaffen will, dem bietet das „Netzwerk der Projekträume und –initiativen” eine informative und aufschlussreiche, interaktive Karte mit allen Berliner Projekträumen seit 1970: projektraeume-berlin.net/interaktivekarte

chk

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