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Berlin Daily 18.10.2019
VII KREUZ OVER

17 Uhr: Thomas Noll: Orgel | Performancechor für experimentellen Gesang Berlin | Rebekka Uhlig: Leitung im Rahmen der Ausstellung KREUZ WEG von Mia Florentine Weiss.
Museum Nikolaikirche | Nikolaikirchplatz | 10178 Berlin

(Einspieldatum: 20.03.2013)

Gebaute Kultur im urbanen Raum – Vom Guggenheim Museum bis zum Berliner Berghain

bilder

Kunsthaus Graz, 2003, Schloßbergblick / View from the Schloßberg, Architekten/Architects: Peter Cook and Colin Fournier, Foto/Photo: Universalmuseum Joanneum / Christian Plach

„Friendly Alien“ wird es genannt. In seiner amorphen blasenartigen Gestalt wirkt es wie ein Gebilde aus einer anderen Welt. Alt trifft auf Neu, Tradition auf Moderne. Das Kunstmuseum Graz gilt als architektonisches Wahrzeichen der Stadt. Doch wie fügt es sich tatsächlich in das historische Stadtzentrum ein? Gelingt ihm die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft oder verbleibt es vielmehr in der Rolle eines Fremdkörpers?

Genau solche Fragen sind es, die die derzeitige Ausstellung in der Akademie der Künste bei den Besuchern aufwirft. Das Zusammenspiel von Kultur, Stadt und sozialem Leben sowie die Auswirkungen kultureller Konzepte auf die Stadtgestaltung werden anhand von 37 internationalen Architekturprojekten näher beleuchtet.

In den abgedunkelten Räumlichkeiten der Akademie / Hanseatenweg eröffnet sich ein Parkour entlang von Architekturmodellen, die durch einzelne Spotlights erhellt sind. Werden anfänglich begleitende Architekturpläne und Skizzen gezeigt, konzentriert sich die Ausstellung hinterher rein auf die gebauten Modelle, die für den „normalen“ Besucher sicherlich von größerem Interesse sind. Für zusätzliche Informationen bekommt man praktischerweise direkt am Eingang ein I-Pad in die Hand, das Fotos, Pläne, Texte zum Bau und zu den ausführenden Architekten sowie einen Audiokommentar des Kurators, Matthias Sauerbruch, der selbst Architekt ist, bereithält. Allerdings ist fraglich, ob die Wahl dieser Informationsvermittlung und der gleichzeitige Verzicht von jeglichen Erläuterungen im Raum jedem willkommen sind. Informationen gibt es über das I-Pad definitiv genug, die Auswahl aus dem insgesamt über sieben Stunden füllenden Material bleibt jedem selbst überlassen.

Angefangen bei Pionierbauten des 20. Jahrhunderts wie dem Opernhaus Sydney oder dem Berliner Kulturforum, widmet sich die Schau außerdem Bauten und Projekten wie der Hamburger Elbphilharmonie, dem Kunsthaus Graz, dem Inner-City Arts in Los Angeles oder der Zeche Zollverein in Essen. Bei der Präsentation der Modelle arbeitet Matthias Sauerbruch anschaulich in seinen kurzen Statements die Verbindung einzelner architektonischer Bauten sowie ihren realen sozialen, kulturellen und städtebaulichen Erfolg heraus. Insgesamt bleibt aber die vorgenommene Gruppierung nach den Themen wie „Historische Vorläufer“, „Neue Ikonen“, „Das Gebäude als Stadt/Die Stadt als Gebäude“, „Stadt als Palimpsest“, „Akupunkturen“ und „Wissensräume“ in den Ausstellungsräumen selbst eher unsichtbar. So ist der Besucher zuweilen auf das I-Pad angewiesen, um den Überblick zu behalten.

Gerade der Themenbereich „Wissensräume“, der sich auf Bibliotheken konzentriert, wird in den verfügbaren Kurzfilmen besonders verständlich und informativ diskutiert. Gedreht wurden diese von Studierenden der Deutschen Film- und Fernsehakademie, die darin die Funktion und Wirkung der Bauten auf die ortsansässigen Menschen herausstellten. Am Beispiel der Seattle Central Library verdeutlicht sich, welche wichtige Rolle einer Bibliothek auch als sozialem Anlaufpunkt zukommen kann. Obdachlose zeigen ihr Leben auf der Straße und erzählen von ihrer Leidenschaft des Lesens, ihrem Austausch mit Freunden sowie der Suche nach Jobs in den Bibliotheksräumen. Die Bibliothek als urbaner und sozialer Raum bedeutet ihnen offensichtlich weit mehr als dass sie mit dem Wort Wissensraum ausreichend beschrieben wäre.

Eine völlig andere Herangehensweise zeigt der Film über das Berliner Berghain. Aus der Umnutzung eines ehemaligen Heizkraftwerks ist hier der besagte Club entstanden. Auf äußerst ästhetische Weise erzeugt das Video eine atmosphärische Stimmung, die uns gemeinsam mit Tieren wie einem Fuchs, einem weißen Pferd oder einem Waschbär die besonderen Räumlichkeiten des Ortes erkunden und erfahren lassen.

Schon zu Beginn der Schau wird klar, dass diese Architekturausstellung eine besondere Herausforderung an die Macher darstellt. Die Architekturmodelle allein reichen oft nicht aus, um sich ein umfangreiches Bild der Situation zu machen und das Thema zu vermitteln. Doch mitsamt dem begleitenden Material gelingt es dem Kurator letztendlich, einen spannenden Einblick in die unterschiedlichen Kulturprojekte und ihre architektonische Heimat zu geben, wenn auch der reale soziale und städtebauliche Erfolg zuweilen etwas in den Hintergrund rückt.

Kultur: Stadt
Ausstellungsdauer: 15. März – 26. Mai 2013
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11-19 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
adk.de/kulturstadt

Inka Humann

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Titel zum Thema Kultur : Stadt:

Gebaute Kultur im urbanen Raum – Vom Guggenheim Museum bis zum Berliner Berghain
„Friendly Alien“ wird es genannt. In seiner amorphen blasenartigen Gestalt wirkt es wie ein Gebilde aus einer anderen Welt. Alt trifft auf Neu, Tradition auf Moderne.

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