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Berlin Daily 21.05.2019
Kuratorischer Rundgang + Gespräch

18 Uhr: mit Solvej Ovesen und »22« Autorin Lauren van Vuuren und um 19 Uhr Gespräch zwischen Sissel Tolaas und Solvej Ovesen. Im Rahmen der Ausst. Sissel Tolaas
22.
Galerie Wedding | Müllerstraße 146 – 147 | 13353 Berlin

(Einspieldatum: 27.09.2013)

Von Mars-Immobilienmaklern und antiken Helden

bilder

Sophia Pompéry, PLOPP PLOPP, 2012, Video Installation, 5:13 Min., Loop, Farbe, ohne Ton; Copyright: Sophia Pompéry

Die Räume der Neuköllner Galerie im Körnerpark sind an diesem Abend hell erleuchtet, fröhliche Stimmen durchdringen die Dunkelheit des anliegenden Parks. Es ist ein besonderer Abend für 15 Künstlerinnen. Zwei Dinge haben sie gemein: Sie sind Teilnehmerinnen des Goldrausch-Projekts und präsentieren ihre Kunst als Ergebnis ihres einjährigen Fortbildungskurses der Öffentlichkeit.

Sophia Poméry (*1984) hat ihre Bilder überall an den Wänden im Raum auf unterschiedlicher Höhe gehängt. Aus berühmten Liebesromanen extrahierte sie den Schlusspunkt, vergrößerte ihn mit einem Mikroskop, das sie sich aus dem anatomischen Institut der Charité ausgeliehen hat und brachte ihn durch Pigmentdruck auf Papier. Diese Arbeiten enthüllen, dass jeder Punkt nicht klar umgrenzt ist, vielmehr am Rande ausfranst und somit eine individuelle Form besitzt. Im feinen Reliefdruck ist zu lesen, woher der jeweilige Punkt stammt. Ist die Neugier des Betrachters geweckt, ist er unter Umständen sogar bereit, sich zur Betrachtung des Druckwerks auf den Boden zu begeben. Sozusagen ein Kniefall vor der Kunst.


Tine Schumann, Resonanz, 2011, Tusche und Kohle auf Papier, 125 x 100 cm, ! Tine Schumann, Andreas Sprdlik

Mit der Metamorphose von Mensch zu Tier und umgekehrt spielt Tine Schumann (*1973) in ihren Aquarellen. Polizisten in Schutzausrüstung und Helm legen sich mit Wölfen an. Im nächsten Aquarell scheinen die Wölfe in der Übermacht. Dann wiederum verwandeln sich Polizisten in Wölfe. In der nächsten Situation treibt ein Wolf im Schlitten eingespannte Wölfe an. Das Anliegen der Künstlerin ist in seiner offensichtlich politischen und gesellschaftlichen Dimension eher abstrakt: “Es geht um die Umwälzung der Aggression, um Wandelbarkeit der Rollenverteilung. Nichts ist festgelegt und kann sie jeden Moment ändern“, so Tine Schumann.


Kınay Olcaytu, Okzident Blumen, 2013, Mixed Media, Copyrigh: Kınay Olcaytu

Irritierendes durch Rekontextualisierung findet sich auch in den Collagen von Kınay Olcaytu (*1977). Protagonisten antiker Sagen werden hier neu inszeniert, ihre Bühne ist eine surreale Welt aus Vergangenheit und Gegenwart. Kriegsgott Mars beobachtet aus seinen Marmor-Augen wie Panzer durch eine antike Stadt rollen. Vor einem rauchenden Vulkan als Kulisse für den Unterweltgott Hades und einer Sirene, die sich lasziv auf einem Stein räkelt, zieht ein soldatenbeladenes Boot vorüber - das „Who is who“ der antiken Mythologie bleibt in seiner Verortung in einen anderen Kontext spannend zu betrachten.
Momentan beschäftigt sich Kınay Olcaytu als Leiterin des Okzidentalismus-Instituts mit okzidentaler Mode der gängigen Modetempel. Auch hier versucht sie sich an einer neuen Sicht auf Altbekanntes und spielt mit der Verkehrung von Orient und Okzident.


Christine Niehoff, Galaxy Homes, 2013, Installation, 160 x 120 x 12 cm, Copyright: Christine Niehoff, Benjamin Maltry

Ein Blick aus dem Fenster, während des Schlenderns durch die Galerie, zeigt trübes Wetter … Unweigerlich denkt man an Urlaub. Wie wäre es mit einer exotischen Reise zum Beispiel zum Mars? Realität und Utopie verschwimmen in den Werbeanzeigen von Christine Niehoff (*1972). Siedlungsräume auf dem Mars und anderen Planeten werden malerisch dokumentiert und in ihrer Funktionsweise detailliert beschrieben, was ihren vermeintlich Realitätsgrad deutlich steigert. Angeregt durch Science-Fiction baut Christine Niehoff Luftschlösser in Form von Einfamilienhäuschen auf dem Mars und bannt Zukunftsträume der Menschheit auf Papier. Ob auf dem Mars wohl gerade gutes Wetter ist…?!

Die unterschiedliche Positionen der Künstlerinnen in der gemeinsamen Ausstellung "KÖRNELIA – GOLDRAUSCH 2013" weisen in ihrer Qualität und in ihrer professionellen Präsentation auf eine fruchtbare Projektarbeit hin. Ein Besuch lohnt sich.

Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt wird seit 1989 durchgeführt. Ziel des einjährigen Seminars ist es die ausgewählten Künstlerinnen in ihrer Berufspraxis zu unterstützen.

Öffnungszeiten: Di - So 10 - 20 Uhr | ab 16.11.2013 Di - So 10 - 18 Uhr

Galerie im Körnerpark
Schierker Str. 8, 12051 Berlin
U & S-Bahn: Neukölln (U 7)
Tel. (030) 5682 3939

Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT
Birgit Effinger, Hannah Kruse
Händelallee 1 (Pavillon)
10557 Berlin
S-Bahn Tiergarten
U9 Hansaplatz
Tel. +4930.390 63863
Fax +4930.390 63864
info@goldrausch-kuenstlerinnen.de
goldrausch-kuenstlerinnen.de

Alina Archelrod

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Titel zum Thema Goldrausch Künstlerinnenprojekt:

Von Mars-Immobilienmaklern und antiken Helden
Ausstellungsbesprechung: Die Räume der Neuköllner Galerie im Körnerpark sind an diesem Abend hell erleuchtet, fröhliche Stimmen durchdringen die Dunkelheit des anliegenden Parks.

Ausschreibung: Goldrausch - Künstlerinnenprojekt
Noch bis 30. August können sich Künstlerinnen für den einjährigen Postgraduierten-Kurs beim Goldrausch-Projekt bewerben,...

Ausschreibung für Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT
Auch für das kommende Jahr wird vom Goldrausch Künstlerinnenprojekt ein Professionalisierungskurs für Bildende Künstlerinnen angeboten, der u.a. Fragen behandelt wie: ...

Stipendium für Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT
Wie bringe ich meine Arbeit in die Öffentlichkeit? Wie schaffe ich mir dauerhafte Netzwerke? Das einjährige Qualifizierungsstipendium bietet fünfzehn Künstlerinnen eine Plattform zur Entwicklung individueller Vermittlungsstrategien, und gibt Einblicke in Produktionsmechanismen der Kunstwelt.

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