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Berlin Daily 17.11.2019
Lectures + Sound-Performance

18h: von Rui Vieira Nery, Fred Moten, 21h Sound-Performance Latitude (engl.) im Rahmen von Afro-Sonic Mapping: Tracing Aural Histories via Sonic Transmigrations. Haus der Kulturen der Welt | John-Foster-Dulles-Allee 10 | 10557 Berlin

(Einspieldatum: 30.01.2014)

Hauptsache Grau im Mies van der Rohe Haus

bilder

Foto: Reiner Hausleitner, Courtesy Mies van der Rohe Haus

Ein ganzes Jahr widmete das Mies van der Rohe Haus der Farbe Grau. In vier Ausstellungen, kuratiert von den Professoren Dr. Matthias Bleyl von der Kunsthochschule Weißensee und Dr. Michael Fehr von der UdK sowie der Leiterin des Hauses Dr. Wita Noack, wurden alle Facetten von Grau vorgestellt, beobachtet und diskutiert. Innerhalb des Kuratorenteams, auf einem Symposium, mit den Besuchern und immer wieder – mit dem Haus des Architekten.

Die Gruppenausstellungen mit jeweils zehn bis fünfzehn künstlerischen Einzelpositionen schärften die Wahrnehmung für eine Farbe, die oft eine Nebenrolle spielt. Zu Unrecht, wie die Kuratoren zeigen konnten. Die Nicht-Farbe Grau besitzt die Möglichkeit, alle Farben in sich aufzunehmen und diese in unterschiedliche Richtungen zu entfalten. Mit der vom Publikum gut besuchten Themen- und Ausstellungsreihe wurde eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Farbe Grau in der Gegenwartskunst geführt.

Vorwiegend Gegenwartspositionen, aber denn auch eine Arbeit von Josef Albers wählte Wita Noack für die von ihr kuratierte vierte Ausstellung. Seine "Homage to the Square: Opalecent" aus dem Jahre 1965 ist Auftakt zu der Frage: Welche Konzepte stehen hinter den Arbeiten, hinter dem Grau? Mit Alan Charlton aus Großbritannien und James Howell aus den USA fand die Kuratorin zwei Künstler, die sich einzig und allein auf die Farbe Grau konzentrieren. Charlton löst in seinem "Triangle Painting 117" (2012) den vermeintlichen Kampf zwischen Form und Farbe auf und zeigt, dass Grau eine agressive Form wie das Dreieck durchaus beruhigen kann. Howell fordert mit der Arbeit "61.14 04/07/2001" (2001) die Betrachter auf, den feinstofflichen Übergang innerhalb der Grauabstufungen zu verfolgen, sich einzusehen und die Wahrnehmung zu schulen.

Die Farbe Grau
Foto: Reiner Hausleitner, Courtesy Mies van der Rohe Haus

Auch Caro Jost schafft mit Werken wie "touch and go" aus der Werkreihe TEN MEN (2010-13) einen intensiven, vielschichtigen Zugang zu realen und inneren Orten. Über ihre Fotografien und Filmaufnahmen legt die Künstlerin sogenannte Street Prints, Gipsabdrücke von der Straße, übermalt diese in Grautönen und bringt so die Aufnahmen wieder zum Verschwinden.

Der Begriff Grau ist etymologisch verwandt mit dem Wort Glanz und so glänzt auch der Einband des Bandes "Hauptsache Grau" in einem unbestimmten, silbergrau changierenden Material. Das Begleitbuch über die Farbe Grau ist Höhepunkt und Zusammenfassung der Ausstellungsreihe und enthält eine bisher einmalige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema sowie eine Fülle von hochwertigen Abbildungen der in den vier Ausstellungen präsentierten 52 Künstlerinnen und Künstler. Finanziell ermöglicht wurde das zweisprachige Kompendium durch die Finanzierung über den Bezirk Lichtenberg, den Verein der Freunde und Förderer des Mies van der Rohe Hauses e.V. und den Verkauf von Künstlereditionen.

Noch bis zum 2. Februar ist der vierte Teil der Ausstellungsreihe im ehemaligen Landhaus Lemke zu besuchen. Auch für den Druckereibesitzer, der das Gebäude 1932/33 von Mies van der Rohe erbauen ließ, war Grau die wichtigste Farbe. Und so schließt sich der Kreis, in dem Grau zur Hauptsache wird: Die klare Architektur des Meisters der Moderne zieht sich bis in den Garten. Und auch dieser, wunderschön gelegen am Obersee, erhielt eine Kunstinstallation aus 24 grauen und grau-grünen Pflanzen.

Hauptsache Grau #04 Konstruiertes Grau
noch bis 02.02.2014
Mies van der Rohe Haus
Oberseestraße 60
13053 Berlin
Di. - So. 11 – 17 Uhr
miesvanderrohehaus.de

Matthias Bleyl/Michael Fehr/Wita Noack
HAUPTSACHE GRAU
320 Seiten mit 51 Farbabbildungen und zahlreichen s/w Abbildungen, mit Essays von
Matthias Bleyl, Michael Fehr und Wita Noack und Texten von Nicola von Albrecht, Harald Bichlmeier, Axel Buether, Hans Holländer, Ferenc Jádi, Marion Thielebein, Benedict Tonon und Annika Weise / deutsch/englisch, 16,5 x 23,5 cm, Hardcover | Herausgegeben vom
Mies van der Rohe Haus / Verlag form + zweck | ISBN 978-3-935053-75-4 | Preis 39,90 Euro

Dr. Barbara Borek

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Titel zum Thema Grau:

Hauptsache Grau im Mies van der Rohe Haus
Ausstellungsbesprechung: In vier Ausstellungen, kuratiert von den Professoren Dr. Matthias Bleyl von der Kunsthochschule Weißensee und Dr. Michael Fehr von der UdK sowie der Leiterin des Hauses Dr. Wita Noack,

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