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Berlin Daily 22.07.2019
Buchvorstellung und Gespräch: Zeitgerechte Stadt

19 h: u.a. mit Dietrich Henckel, Prof. i.R. für Stadt- und Regionalökonomie, TU Berlin / Caroline Kramer, Prof. für Humangeographie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Aufbau Haus | Prinzenstraße 84.2 | 10969 Berlin

(Einspieldatum: 15.03.2014)

Der gerettete Blick – Wols als Fotograf

bilder

Den Wenigsten dürfte bekannt sein, dass Wols, der als Wegbereiter der Malerei des Informel und des Tachismus gilt, vor seiner Zeit als Maler in den dreißiger Jahren ein umfangreiches fotografisches Oeuvre geschaffen hat. Um die Qualität der Fotografien und seinen spezifischen künstlerischen Ansatz ins öffentliche Bewusstsein zu tragen, widmet der Martin-Gropius-Bau Wols jetzt unter dem Titel „Wols Photograph. Der gerettete Blick“ eine Ausstellung.

Zu sehen sind rund 740 Foto-Arbeiten, zumeist schwarz-weiss Fotografien und einige wenige Fotogramme. Was sich im Rahmen eines Ausstellungsbesuches nach einer kaum zu bewältigenden Menge an Bildern anhört, entpuppt sich beim Rundgang durch die sechs Räume der Ausstellung als überschaubar. Das liegt zum einen an der klaren Struktur und Gliederung der Ausstellung und zum anderen an den Fotografien selbst.

Die Ausstellung ist inhaltlich in vier Kapitel unterteilt: Porträts, Paris, Pavillon de l´Élégance und Stillleben. Jedes einzelne Kapitel vermittelt den Versuch, das Besondere im Werk von Wols herauszuarbeiten, wozu die schlüssige Hängung erheblich beiträgt.

Wols
Wols: Nicole Bouban, Herbst 1932 – Oktober 1933 / Januar 1935 – 1937, Silbergelatinepapier, Vintage Print 1937, 330 x 240 mm, Inv.-Nr.: D 2010 – 70, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Estel/Klut © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

In den ersten beiden Räumen sind Porträts von Schauspielern, Künstlern oder Literaten zu sehen. Die häufig kommerziellen Fotografien scheinen dem Zeitgeschmack zu folgen. Doch die zumeist kleinformatigen Mehrfachportraits ein und derselben Person veranschaulichen beim näheren Hinblick eine subtile Inszenierung, die manchmal nur durch geringe körperliche oder mimische Abweichungen im Bild aufflackert. Da es sich teilweise um Bekannte oder Freunde von Wols aus dem Kulturleben der Pariser Bohème handelte, wie beispielsweise Max Ernst, Nicole Boubant oder Roger Blin, ist ein vertrauensvoller Umgang nicht weiter verwunderlich. Dennoch ist die fehlende Kameradistanz - auf besonders gelungenen Arbeiten - auffällig. So wandert der Blick von Bild zu Bild und wird überrascht durch den psychologischen Nuancenreichtum, der trotz Pose zum Vorschein kommt.

Wols
Blick in die Ausstellung

Nuancenreich sind auch die Stillleben und die Parisbilder, auf denen weniger klassische Motive zu finden sind als vielmehr unspezifische Alltagsszenen sowie Details von Straßenmustern oder Plakaten, manchmal aus einer extremen Auf- oder Untersicht heraus fotografiert. Im Gegensatz zu den Porträts gewinnt das Stilistische stärker an Bedeutung. Wols experimentiert hier offensichtlicher mit Licht, Schatten, Form und Fläche. Die Bilder werden abstrakter, und künden – wie im letzten Raum - die fünf Fotogramme in ihrer Abstraktion von einem Umbruch in der künstlerischen Entwicklung Wols´.

Wols
Wols: Selbstportrait, 1937/38, Silbergelatinepapier (Agfa-Lupex-Papier), Modern Print / Reproduktion ohne Jahr, 82 x 52 mm / 88 x 57 mm, Inv.-Nr.: D 2011-3/25, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Wols, eigentlich Wolfgang Schulze, wurde 1913 in Berlin geboren und wächst in Dresden auf. Durch ein Praktikum kommt er früh professionell mit der Fotografie in Kontakt. Nach kurzem Aufenthalt im Umkreis des sich bereits in Auflösung befindlichen Berliner Bauhauses, geht er von Berlin aus 1932 nach Paris auf und macht die Bekanntschaft mit der dortigen Theater-, Literatur- und Kunstszene. Wols arbeitet in dieser Zeit überwiegend als Fotograf. 1937 werden seine Arbeiten in der Pariser Galérie de la Pléiade zum ersten Mal ausgestellt. Unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verbringt Wols über ein Jahr in verschiedenen südfranzösischen Internierungslagern. Neben ärmlichen Lebensumständen kämpft er zunehmend mit einer Alkoholabhängigkeit. Aufgrund seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung erliegt Wols 1951 in Paris mit nur 38 Jahren einer Lebensmittelvergiftung. Nach seinem Tod ist der Künstler auf den ersten drei documenta-Ausstellungen (1955, 1959, 1964) und 1958 auf der Biennale in Venedig vertreten.

Die Ausstellung wurde vom Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erarbeitet, die den weltweit bedeutendsten Bestand an fotografischen Arbeiten aus dem Nachlass von Wols Schwester verwahren.

Ausstellungsdauer: 15. März bis 22. Juni 2014

Öffnungszeiten
MI bis MO 10:00–19:00
DI geschlossen

Ab 20. Mai: Täglich 10:00–20:00

MARTIN-GROPIUS-BAU BERLIN
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
Tel +49 30 254 86-0
Fax +49 30 254 86-107
gropiusbau.de


chk

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Daten zu Wols:


- Art Basel 2013
- MACBA COLLECTION
- Museo Reina Sofía, Collection
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- ZKM Sammlung, Karlsruhe


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Titel zum Thema Wols:

Der gerettete Blick – Wols als Fotograf
Ausstellungsbesprechung: Den Wenigsten dürfte bekannt sein, dass Wols, der als Wegbereiter der Malerei des Informel und des Tachismus gilt, ...

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