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Berlin Daily 19.11.2019
Kunstraub im Film-Kurzfilmprogramm Museumsobjekte

19 Uhr: Begrüßung: Prof. Dr. Bénédicte Savoy+Merten Lagatz (translocations, TU Berlin); Einführung: Debbie Onuoha (CARMAH, HU Berlin) Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

(Einspieldatum: 17.11.2014)

Leuchtendes Schwarz

bilder

Lev Khesin, Esir, 70 x 69 cm, Courtesy Galerie Läkemäker

„Black is Black“ lautet ein Titel der spanischen Rockgruppe Los Bravos. Lev Khesin würde da vermutlich nicht mit einstimmen. Schwarz ist in seiner Kunst eben nicht einfach schwarz. Seine aktuellen Arbeiten aus der Serie „Dark Matter“ sind bis zum 21. Februar 2015 in der Berliner Galerie Läkemäker zu sehen.

Dunkel heißt nicht unbedingt düster. Jedenfalls versichert Khesin, dass ihn keine Depression heimgesucht hätte, ganz im Gegenteil. Momentan erlebe er - als Vater einer einjährigen Tochter - die schönste Zeit seines Lebens.

Wer sich auf die teils monumentalen Tafeln Khesins einlässt, kann es sehen: Das Dunkel beginnt je nach Lichteinfall und Blickwinkeln zu changieren, zu vibrieren, zu leben. Und die zerfetzten Ränder der dicken, weit von der Wand abstehenden Bildobjekte lassen eine hintergründige, lebendige, intensive Sphäre durchscheinen.


Lev Khesin, Ombila, 60 x 56 cm, Courtesy Galerie Läkemäker

Als „nur konsequent“ versteht Galerist Johannes Zielke die neuen Arbeiten Khesins, die er in der Tradition der amerikanischen Farbfeldmaler sieht. Ad Reinhardt etwa hat mit seinen Black Paintings die Kunstgeschichte revolutioniert, so wie Mark Rothko mit seinem schwarzen Triptychon, das er 1971 für eine Kapelle in Houston, Texas, schuf.

Doch Lev Khesin, der 1981 im russischen Pensa als Sohn eines Künstlerpaares - Vater und Mutter waren Ikonenmaler - geboren wurde, ist ein Kind seiner Zeit. „Für mich ist Lev einer der wenigen Künstler, für die auch heute noch der Begriff ‚Avantgardist‘ gilt“, erklärt Zielke.

Khesin hat Studienaufenthalte in den USA und Japan absolviert, seine Werke waren darüber hinaus in Italien, Russland, Deutschland und den Niederlanden ausgestellt und stießen überall auf große Beachtung. Anfang Dezember wird der ehemalige Meisterschüler Frank Badurs (Universität der Künste, Berlin) am Stand der Galerie Läkemäker auf der Art Miami repräsentiert sein; Zielke ist gespannt auf die Reaktionen der US-Amerikaner.


Lev Khesin, Shtiza, 165,5 x 134 cm, Courtesy Galerie Läkemäker

Auch wenn Khesin mit seinen sublimen Ansätzen kunsthistorisch eindeutig in der Folge von Rothko, Newman und Gottlieb einzuordnen ist, so ist seine Materialität eine verblüffend andere: Khesin arbeitet mit Silikon, einem von Hause aus weichen und trüben Material. Dabei rührt er die Pigmente oft vor dem Malvorgang in die transparente Masse ein, teils streut er sie erst während des Malprozesses auf. Für jedes Objekt, das er mit Spateln und Rakeln bearbeitet, benötigt er mehrere Monate. Durch das Abstreichen der Farbe entstehen nicht selten hängende Formen, die eine eigene Haptik entwickeln und zum Anfassen auffordern.

Wie Irena Akopjan in einem Essay über den Künstler schreibt, geht dessen formgebender Wille einher mit einer tiefen Demut angesichts natürlicher, nicht kontrollierbarer Prozesse. Khesin selber vergleiche das Malen mit der Kunst des Bogenschießens und diverser Zen-Rituale und konzentriere sich ausschließlich auf die momentane Handlung: „Das Bild wird zum Beleg für eine vollzogene Meditation“.

Wer sich Zeit für Lev Khesins Arbeiten nimmt, erfährt, wie diese ein Eigenleben entwickeln. Die semitransparenten Bildoberflächen wandeln ihren Charakter. In der „Dark Matter“ offenbart sich ein regelrechtes „Farbspektakel“. Und nein, schwarz ist definitiv nicht einfach nur schwarz.

Läkemäker
Schwedter Str. 17
10119 Berlin
laekemaeker.com

Dr. Inge Pett

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Daten zu Lev Khesin:


- Berlin Preview 2013


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Titel zum Thema Lev Khesin:

Leuchtendes Schwarz
Ausstellungsbesprechung: „Black is Black“ lautet ein Titel der spanischen Rockgruppe Los Bravos. Lev Khesin würde da vermutlich nicht mit einstimmen.

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