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Berlin Daily 22.04.2019
Führung

14 Uhr: im Rahmen der Ausst. Bunte Steine: Bildhauer William Tucker und Kai Schiemenz und Maler Stefan Guggisberg
Georg Kolbe Museum | Sensburger Allee 25 | 14055 Berlin

(Einspieldatum: 19.08.2015)

Pictures, pictures, pictures

bilder

David Hockney, Copyright / Courtesy Arsenalfilm

Das filmische Porträt des Londoner Regisseurs Randall Wright führt in eine kurzweilige Begegnung mit einer der bekanntesten internationalen Künstlerpersönlichkeiten: David Hockney. Ab dem 15. Oktober 2015 kann auch das deutsche Publikum in sein Leben und seine Bilder eintauchen, 113 vorwiegend bunte und laute, jedoch durchaus auch leise Minuten lang.

Es ist nicht zu übersehen oder zu überhören: Randall Wright ist von David Hockney außerordentlich fasziniert. Er hätte, so erläutert er im Director’s Statement, auch einen Film über ihn gedreht, wenn er kein bekannter Künstler wäre, denn sein Landsmann sei „einmalig: total engagiert, witzig, zutiefst rebellisch und extrem praktisch. Er ist gesellig und doch seltsam allein in der Welt.“ Und so nähert sich der Regisseur dem Künstler, dem Maler, Grafiker und Bildhauer, dem Fotografen und Bühnenbildner, vor allem über Gespräche und über szenische Darstellungen biographischer Elemente. In Nahaufnahme blicken Freunde, Kollegen und Wegbegleiter in die Kamera, sie erzählen von Stationen des Künstlers, von Beziehungen und Verlusten.


David´s first car,Ford Falcom, Los Angeles, 1964, Copyright / Courtesy Arsenalfilm

1937 in Bradford/Yorkshire geboren und aufgewachsen, wurde Hockney nach eigenen Aussagen sehr durch die englische Kleinstadt geprägt. Seine Schwester führt im Film durch das schmale Elternhaus, in dem die Familie mit fünf Kindern lebte, zeigt das spartanisch eingerichtete Dachzimmer des Bruders. Auch er selbst berichtet von Episoden aus der Kindheit, vielleicht sind es auch eher Bilder, die sich aus seiner Erinnerung einen Weg in das künstlerische Werk suchten. Das Kino prägte Hockney stark, im Nachkriegsengland bot es den Zugang zu einer Welt, in die er bald aufbrechen sollte. Die bewegten Bilder übten eine große Anziehungskraft aus, später ergänzte er jedoch: „Gemälde sind lebendiger als Fotos“.

Es ist vor allem die große Anzahl der Swimmingpool-Bilder, entstanden während der 1960er und -70er Jahre in der amerikanischen Wahlheimat Los Angeles, in denen er der Enge seiner Heimat die Weite der kalifornischen Landschaft und wohl auch Lebensweise entgegensetzte. Für das Spiel aus Licht und Bewegung nahm er sich Zeit, er brauchte „sieben Tage, um die Wasserspritzer zu malen“. Erst 2000 kehrte Hockney wieder nach England zurück. Bereits seit den 1960er Jahren lebte der Künstler offen in seiner Homosexualität, der Film zeigt Fotos der langjährigen Partnerschaft mit Peter Schlesinger, berichtet über die schmerzhafte Trennung. Auch die dramatischen Entwicklungen in den Freundes- und Künstlerkreisen nach Ausbruch des HI-Virus thematisiert Wright, zeigt einen zutiefst betroffenen Hockney, dem bewusst ist: aids killed bohemia.

Immer wieder inszeniert der Regisseur ein Wechselspiel aus privaten Aufnahmen und Gemälden des Künstlers. Die Kamera fährt über Linien und Flächen, nimmt die Spannungen der Bildoberflächen auf, zoomt an Details und Farbaufstriche. Werke aus verschiedenen Jahrzehnten tragen die Zuschauer durch ein spannendes Kunst-Leben. Auch wenn die vielen Musikuntermalungen an einigen Stellen vielleicht etwas zu gewollt die Sprache der Bilder begleiten und die eingespielten Geräusche als Untermalung (Verkehr, Gelächter, Gläserklirren) eher störend wirken – das Tempo des Films stimmt, die Schnittfolge ist geschickt gewählt.


David Hockney, painting Woldgate Before Kilham, 2007, Copyright / Courtesy Arsenalfilm

Hockneys Interesse gilt der Realität, der Darstellung und Überschreitung von Grenzen, dem Erweitern von Perspektiven. Bis ins hohe Alter tätig bleibt er offen für neue technische Entwicklungen. So entwickelte der Künstler mit Anfang 70 seine iPad Drawings, in Minutenschnelle gezeichnet und an viele Freunde gleichzeitig versandt.
Sein Werk ist ein Angebot an das Publikum, seine Bildräume zu betreten, sozusagen körperlich anwesend zu sein und durch die Präsenz und Betrachtung eine Antwort an ihn als Künstler zu formulieren. Der Film bietet eine gute und ansprechende Gelegenheit, dem Künstler-Menschen David Hockney zu begegnen. Auch, wenn die Erläuterungen zu seiner Kunst etwas sehr knapp oder manchmal sogar oberflächlich ausfallen, eine durchaus empfehlenswerte Begegnung.

HOCKNEY
Ein Film von Randall Wright
mit David Hockney, Paul DuBois u.a.
Produzenten: Kate Ogbron und Randall Wright
Kamera: Patrick Duval
Großbritannien/ USA 2014
ab Oktober 2015 in deutschen Kinos

Dr. Barbara Borek

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Demnächst im Kino: Das filmische Porträt des Londoner Regisseurs Randall Wright führt in eine kurzweilige Begegnung mit einer der bekanntesten internationalen Künstlerpersönlichkeiten: David Hockney.

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