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B3 Biennale

(Einspieldatum: 29.07.2003)

Galerieporträt "Murata & Friends"

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Der schmale Schlitz als Eingangstür bietet dem Besucher zunächst nur wenig Einsicht in die Räumlichkeiten der Galerie Murata & Friends. Ein bisschen geheimnisvoll und ein bisschen einladend wirkt die Stimmung im Eingangsbereich dieser interessant renovierten Galerie in der Rosenthaler Straße 39. Man wirft einen Blick hinein – eine dezente Farbmischung zwischen Pfefferminzgrün, Blassrosa und DDR-Braun – ungewöhnliche Wandfarbe für eine Galerie, aber stiltreu für das Haus Schwarzenberg. Wer nun den Schritt wagt, einzutreten, wird positiv überrascht. Zwei asiatisch aussehende Galeristen – Manabi Murata und Eri Kawamura – werden Sie sehr wahrscheinlich mit einem höflichen Gruß und entsprechender Körperhaltung empfangen.
Und die Ausstellung "Michi kusa" (auf Japanisch bedeutet es: Pflanzen am Wegrand) strahlt eine sehr genaue, sterile und ernsthafte Schönheit aus. Selbst wenn es bildlich nur um eine unscheinbare Blume am Straßenrand geht, wie es bei der momentanen Fotoinstellation von dem jungen japanischen Künstler HIGUCHI Tatsuya der Fall ist. (noch bis 2. August )
In dieser Ausstellung thematisiert Higuchi das "Zusammenleben" zwischen Menschen und "natürlich wachsenden" Pflanzen in der japanischen Großstadt, die in der anonymen Masse oft übersehen werden - vielleicht auch der trozige Aufschrei eines lebenden Individuums zwischen Beton und Asphalt. Vor Higuchis Kamera sind die unbedeutenden Pflanzen kräftig und stolz; sie tranferieren ihre Ernsthaftigkeit in die Schönheit.
Es ist ein Genuss, die Atmosphäre bei Murata & Friends zu erleben. Die sorgsam, ausgewählten Kunstwerke werden professionell präsentiert und erzeugen in den überschaubaren Räumen eine dynamische Spannung, so dass man sich von der künstlerischen Arbeit gestreichelt fühlt.

Ursprünglich wollte der in Ostberlin aufgewachsene Halbjapaner Murata seine Beziehungen zu Japan intensivieren und das Land besser kennenlernen, weil er bis seinem 18. Lebensjahr kaum japanisch konnte. Erst nach der Wende bekam er die Chance, nach der anderen Hälfte seines kulturellen Ursprungs zu suchen. Als er 1998 Eri Kawamura auf einer Stipendienreise in Japan getroffen hat, wurde der Austausch durch Kunst immer konkreter: "Ich wollte damals (1998) das Projekt mit einem japanischen Freund zusammen realisieren, aber als Murata & Friends losging, hat der Freund mich verlassen," erzählte Murata zur Gründungsgeschichte der Galerie.
Anhand ihrer Vorbereitung des Künstlerkonzeptes in Japan begann seit 1999 das Programm mit der Darstellung zeitgenössischer Kunst junger Japaner.
Bis heute hat die Galerie immer noch zu 80% japanische Künstler im Programm. Mittlerweile dient dieser Ort auch wirklich für viele, egal ob sie kunstinteressiert sind, als Schnittpunkt zwischen Japan und Deutschland.

Nächste Ausstellung: Daniela Comani: Printed Woman, ab 19. Sep. 2004
Öffnungszeit: Mi-Fr 13-19, Sa 12-18
Murata & Friends | Rosenthaler Straße 39 | 10178 Berlin

Hsiu-Ling Chi

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Galerieporträt "Murata & Friends"
Der schmale Schlitz als Eingangstür bietet dem Besucher zunächst nur wenig Einsicht in die Räumlichkeiten . . . (Einspieldatum: 29.7.03)

Porträt "Berliner Kunstprojekt"
"Art has its meaning just like any other words", so der Projektleiter Abraham Lubelski . . . (Einspieldatum: 16.7.03)

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