Das im letzten Sommer eröffnete Kunsthaus Da">

Das im letzten Sommer eröffnete Kunsthaus Da">
Anzeige
Responsive image

Berlin Daily 16.12.2019
Denkerei-Veranstaltung:

19.30 Uhr: Einheit durch Verschiedenheit statt Einheit aus Verschiedenheit. Im Rahmen der Reihe „Europa fällt? Europa bleibt!“
Verein Berliner Künstler | Schöneberger Ufer 57 | 10785 Berlin Tiergarten-Mitte

(Einspieldatum: 20.01.2016)

Machtbruch. Fotografien von Ulrich Wüst im Kunsthaus Dahlem

bilder

Aus der Serie "Pracht der Macht", 1984 - 1990, Copyright und Courtesy Ulrich Wüst

Das im letzten Sommer eröffnete Kunsthaus Dahlem zeigt in seiner aktuellen Ausstellung Fotografien von Ulrich Wüst - eindrückliche schwarz-weiß Aufnahmen, auf denen er Skulpturen und Bauten, geprägt durch eine totalitäre Formensprache, ausschnitthaft ins Bild setzt: Die Rosette einer gotischen Kirche (Paris, 1986), angeschnitten; eine Stufenansicht (Leipzig, 1990), lediglich über den Titel dem Völkerschlachtdenkmal zuzuordnen; die obere Partie eines Rückens aus Stein (Paris, 1986), fragmentarisch und doch greifbar nah.

Die Aufnahmen des Berliner Fotografen brechen architektonische und skulpturale Objekte auf ungewohnte Details herunter, die ihre eigene Dramatik entfalten. Die fotografische Sichtweise auf die Details entfremdet diese nicht nur ihrem ursprünglichen Kontext, sondern die Bilder entwickeln eine Ästhetik, die sich der Inszenierung von Macht in ihrer Selbstbezogenheit entzieht. Das Kunsthaus Dahlem ist in diesem Sinne ein idealer Ort für die Ausstellung der Fotografien: Hier, in den Räumen des ehemaligen Staatsateliers von Arno Breker, erbaut 1939 bis 1942 nach Entwürfen des Architekten Hans Freese, eröffnen die Blicke auf die Repräsentation von Macht und Herrschaft aus verschiedenen gesellschaftlichen Systemen einen eindringlichen Dialog zwischen Symbol und Kontext.

Einen Dialog, dem sich auch das Ausstellungshaus stellen muss. Der Ostflügel des Gebäudes am Käuzchensteig wurde nach Kriegsende bis 1995 durch den Bildhauer und Schüler Brekers, Bernhard Heiliger, genutzt. Seit seinem Tod ist das Haus Sitz der gleichnamigen Stiftung und diente dem DAAD sowie dem Berliner Kultursenat als Atelierhaus. 2011 beschloss der Berliner Senat, das Atelierprogramm zu beenden und den Umbau in das jetzige Ausstellungshaus zu finanzieren. Der Streit war vorprogrammiert, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun also der Versuch, Interessierte mit einem Angebot an Ausstellungen an den Stadtrand zu holen - die unmittelbare Nachbarschaft zum renommierten Brücke-Museum ist hier sicherlich hilfreich.

In der beeindruckenden Höhe der ehemaligen Atelierräume präsentiert die künstlerische Leiterin des Hauses, Dorothea Schöne, in einer Langzeitausstellung bis zum Sommer 2017 Positionen der Berliner Nachkriegsmoderne: Hans Uhlmann, Karl Hartung, Gerhard Marcks, Louise Stomps oder Alexander Camaro. Leider wurde für nicht alle Exponate eine optimale Platzierung gefunden, so verschwinden beispielsweise die Fotografien aus dem Atelier von Jeanne Mammen in einer Ecke unter der Empore.

Ulrich Wuest
Aus der Serie "Pracht der Macht", 1984 - 1990, Copyright und Courtesy Ulrich Wüst

Auf dieser Empore, mit Blick in die Halle und durch die Fenster auf den Garten des Geländes, sind bis Anfang Mai die rund 20 Fotografien von Ulrich Wüst zu sehen, es ist die erste Ausstellung auf der Galerie. Hier funktioniert die Hängung hervorragend: sehr konzentriert, jedoch nicht beengt, Aufnahme neben Aufnahme, analysiert der Fotograf mit seiner Kamera Herrschaftsstrukturen. Er wählt den Standpunkt, die Sichtachse, den Ausschnitt. Zieht durch den Blickwinkel von unten den absolutistischen Fürsten August den Starken (Dresden, 1988) auf seinem Pferd ins Lächerliche oder unterstreicht die nationalsozialistische Diktatur über eine unerbittliche Anordnung der Stufen des Reichsparteitagsgeländes (Nürnberg, 1988).

Ulrich Wuest
Aus der Serie "Pracht der Macht", 1984 - 1990, Copyright und Courtesy Ulrich Wüst

Ulrich Wüst, Jahrgang 1949 und einer der wichtigsten Vertreter der ostdeutschen Fotografie, nähert sich in der Serie Pracht der Macht, dem ersten Teil einer zwischen 1984 und 1990 entstandenen Triologie, Repräsentation im öffentlichen Raum mit der Kamera als Medium der Begegnung. Indem er Details monumentaler Architektur und Sklulpturen abbildet, eine eindeutige Zuordnung verweigert, bricht er unsere Distanz zur Ästhetik der Macht.

Die Pracht der Macht
Fotografien von Ulrich Wüst

Bis 02. Mai 2016

Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8
14195 Berlin
Mittwoch – Montag 11 – 17 Uhr
Kunsthaus-dahlem.de
ulrichwuest.de

Dr. Barbara Borek

weitere Artikel von Dr. Barbara Borek

Newsletter bestellen

Daten zu Ulrich Wüst:


- art berlin 2017
- Busan Biennale 2018
- documenta14
- Gallery Weekend Berlin 2016
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD


top

Titel zum Thema Ulrich Wüst:

Machtbruch. Fotografien von Ulrich Wüst im Kunsthaus Dahlem
Ausstellungsbesprechung: Die Aufnahmen des Berliner Fotografen, Ulrich Wüst, brechen architektonische und skulpturale Objekte auf ungewohnte Details herunter, die ihre eigene Dramatik entfalten.

top

zur Startseite

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Haus am Lützowplatz




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kommunale Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kunsthochschule Berlin-Weißensee




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Galerie im Körnerpark




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Verein Berliner Künstler




Copyright © 2014 - 18, art-in-berlin.de Kunstagentur Thomessen Hartlieb-Kühn GbR.