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Berlin Daily 17.06.2019
Vortrag

18.15 Uhr: Better than Gold? Art in Storage Spaces of the 21st Century mit Dr. Christoph Rausch, Maastricht
Architekturgebäude der TU Berlin, Straße des 17. Juni 150/152, 10623 Berlin, Raum A 111

(Einspieldatum: 13.11.2016)

Die Julia Stoschek Collection hat neue Räume in Berlin eröffnet

bilder

Installationsansicht / exhibition shot WELT AM DRAHT, Ian Cheng, EMISSARY FORKS AT PERFECTION, 2015, Echtzeitsimulation und Story, unbegrenzte Dauer, Farbe, Ton. Live simulation and story, infinite duration, colour, sound. Courtesy of the artist and Pillar Corrias, London.

Unter dem Titel WELT AM DRAHT, der sich vom gleichnamigen Fernsehfilm Rainer Werner Fassbinders ableitet, stellt Julia Stoschek seit heute erstmals in Berlin den jüngsten Teil ihrer privaten Sammlung zeitgenössischer Kunst mit dem Fokus auf zeitbasierten Medien vor. Gezeigt werden 38 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern, von raumgreifenden Videoinstallationen über Einzelprojektionen bis hin zur Echtzeitsimultaion.


Raumansicht, Ed Atkins, Us Dead Talk Love, 2012, Zweikanal-Viedeoinstallation, 37´24, Farbe, Ton

Fast alle Künstler sind in den Achtzigern geboren, sie arbeiten kollektiv und interdisziplinär. Ihre Werke lassen sich - laut Stoschek - der Post-Internet Art zuordnen - einer künstlerischen Tendenz, die keinen Stil beschreibt, sondern vielmehr eine Haltung ausdrückt. Es geht um soziale Teilhabe, um Partizipation, um eine gelebte soziale Praxis und weniger um die einzelne künstlerische Position. Für die Sammlerin gibt es keinen größeren fundamentalen Wandel seit Gutenberg als den durch das Internet und die Digitalisierung.

Ein Wandel, der in seinen Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung und unser Handeln in der Ausstellung auf unterschiedlichste Weise kritisch beleuchtet wird und dabei nicht in den üblichen Klischees stecken bleibt.


Raumansicht, Melanie Gilligan, The Common Sense, Phase 1, 5 Episodes, 2014/15, Fünfkanal Videoinstallation, 5 LED-TV-Bildschirme, pulverbeschichtete Stahlrohre, 5 HD-Videos, 06´00´´-07´00´´, Farbe, Ton

So bspw. von Ed Atkins - einem der Pioniere des Postdigitalen -, dessen Formensprache ohne die Digitalisierung nicht denkbar wäre und der zugleich existenzielle Fragen zu Leben und Tod, Krankheit und Körper, neu modelliert und verknüpft mit Vorstellbarem und reiner Fiktion. Oder die kanadische Künstlerin Melanie Gilligan, die in einer an Fernsehformate erinnernde Science Fiction Miniserie schildert, wie durch eine zunächst positiv bewertete neue Technologie letztendlich nur kapitalistische Optimierungsstrategien zum Tragen kommen. Individuen werden fremdgesteuert, Individualität ausgelöscht, soziale Systeme zerstört. Mit Hilfe von Kopfhörern kann der Besucher fünf Monitore, die durch Rohre verbunden sind, abschreiten und sich fünf unterschiedliche Episoden der insgesamt fünfzehnteiligen Serie ansehen (die restlichen Teile sind im Netz verfügbar: thecommonsense.org).

Immer wieder stößt man in der Ausstellung auf die Thematisierung von Limitierung und Legitimierung der digitalen Technik, so auch bei Neïl Beloufa, der internetbasierte Werbung mit religiöser Praxis vermischt.


Raumansicht, Ian Cheng, Emissary Forks At Perfection, 2015, Echtzeitsimulation, unbegrenzte Dauer, Farbe, Ton

Eine zentrale Position nimmt die Arbeit von Ian Cheng ein, in der er sich mit dem Evolutionsprozess auseinandersetzt. Die monumentale Echtzeitsimulation des amerikanischen Künstlers Cheng, die sich ständig selbst entwirft, niemals wiederholt, ist unendlich. Entfernt werden bei der Projektion Erinnerungen an Zeichentrickfilme wach. Doch lediglich die Basis - eine Landschaft und ein paar Charaktere - sind vorherbestimmt, alles weitere wird durch einen eigenständigen Mechanismus in einem 3-D-Videogame-Design simuliert. Der ehemalige Kognitionswissenschaftler Ian Cheng sieht hier Parallelen zur Evolution, die ziellos und unbestimmbar ist.

Natürlich gibt es Überschneidungen zur Berlin Biennale was die Künstlerliste angeht. So kann man gespannt sein, den Künstlern nochmals in anderen Kontexten zu begegnen. Auf jeden Fall hat Berlin durch die Julia Stoschek Collection einen Kunstort hinzugewonnen, der in seiner Auseinandersetzung mit medienbasierter Kunst Themen aufgreift, die aktueller nicht sein können.

KünstlerInnen
Ed Atkins, Neïl Beloufa, Hannah Black, Ian Cheng, Loretta Fahrenholz, Cao Fei, Melanie Gilligan, Camille Henrot, Juliana Huxtable, K-HOLE, Josh Kline, Helen Marten, Jon Rafman, Rachel Rose, Timur Si-Qin, Frances Stark, Hito Steyerl, Britta Thie, Wu Tsang, Amir Yatzif


Julia Stoschek Collection
Leipziger Str. 60 / Ecke Jerusalemer Str. (Eingang über die Jerusalemer Str.)
julia-stoschek-collection.net

Eröffnungstage während der Berlin Biennale 2.- 5. Juni 2016, jeweils 11-20 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten 9. Juni - 18. September 2016, Donnerstag-Sonntag 14-20 Uhr

chk

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