(Einspieldatum: 19.05.2017)

KATHARINA KARRENBERG. CUT_ aux querelles des terrains esthétiques

bilder

© Katharina Karrenberg, CUT, Installationsansicht Nr. 987, 2017

KONZERT-INSTALLATION

URAUFFÜHRUNG
21. Mai 2017, 20:00
STUDIO 1 KUNSTQUARTIER BETHANIEN

Mariannenplatz 2
10997 Berlin

CUT_ aux querelles des terrains esthétiques ist ein sinnlich-performatives Ereignis, das Fragen zur ästhetischen Differenz und Gemeinschaftlichkeit von Seh- und Hörerlebnissen erkundet. Hier erweitert die Berliner Künstlerin Katharina Karrenberg ihre langjährige Untersuchung der Politiken und Strategien von Repräsentation und Sichtbarmachung durch eine Reaktualisierung von Adornos Überlegungen zu den Beziehungen der Künste untereinander.


© Katharina Karrenberg, CUT, Installationsansicht mit Schlagstock_Nr.1215, 2017

Bei dieser Uraufführung tauchen die Besucher*innen in ein vielgestaltiges Experiment ein. Es entsteht ein Inkommensurabilitätscluster, das sich in bildliche, sprachliche und musikalische Mikroprozesse mit ihren Streit- und Interaktionsfigurationen auffächert. Demontierte Museumsvitrinen aus Glas und Stahl, deren Klänge im vielschichtigen Produktionsprozess als Ausgangspunkt für die musikalische Komposition dienten, prägen die Raum-Zeit der Aufführung. Ebenso wie die gebrochene Lichtführung, die tonale Auseinandersetzung zwischen Messer-Wetzen und Lamento-Bass, zerbrechendem Glas und Bratschen-Kratzen, Alltagsstimmen und dramatischem Opern-Sopran, Flüsterstimmen und Glasakkorden, sowie die Präsentation eines notationellen Diagramms.


© Katharina Karrenberg, CUT, Installationsansicht Nr. 1203, 2017

Ein zentraler Disput ist der zweier Zeitstrukturen, die hier aufeinander treffen und als scheinbare Einheit im Titel Konzert-Installation auftreten: Die kurze Dauer der temporären Klänge und die lange Zeit, die in den Museumsvitrinen gespeichert ist. Beide berühren den Riss zwischen Verschwinden und Speichern, sowie dem Jetzt-Vorbei in der Musik und den immer noch virulenten Ewigkeitsversprechungen der Bildenden Künste. Anders gesagt: Es gibt Zeit-Bögen in Form von Raum-Bögen, in denen die je eigenen Formen von Musik, Text und Sound wandernde ästhetische Brüche unter sich und untereinander ausbilden und sichtbar und hörbar machen.


© Katharina Karrenberg, CUT, Installationsansicht Nr.1195, 2017

Die Notation – ehemals ästhetisches Randgebiet – ist der grafische Ort solcher Bewegungsmuster der Schnitte, an dem die fechtenden Territorien temporäre Form annehmen. Die Partitur liegt als visuelles, textuelles und musikalisches Artefakt vor. Mit ihrer Gleichzeitigkeit von Funktion und Bild macht sie Episteme des Bildlichen sichtbar. Auf der Ebene des Zeigens verweist sie auf die Verflechtungen der unterschiedlichen Politiken, die das Wort von der „Verfransung der Künste“ in sich birgt und die ihren prozesshaften Charakter ausmachen - als „Formbehauptung“ (Adorno/Steinweg).

URAUFFÜHRUNG
21. Mai 2017, 20:00
STUDIO 1 KUNSTQUARTIER BETHANIEN

Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Mit

Margarete Huber, Sopran
Sandra Prechtel, Sprache
Mike Flemming, Viola
Katharina Karrenberg, Computer, Glastöne, Sprache

Idee, Installation, Komposition: Katharina Karrenberg
Texte: Jean-Luc Nancy, Katharina Karrenberg
Soundtechnik: Manfred Miersch
Dramaturgische Beratung: Dr. Dorothée Willert

Eintritt 8 / 10 €

katharina-karrenberg.de/

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- Glück happens - Kunstpalais, Erlangen
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