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B3 Biennale

(Einspieldatum: 17.11.2003)

Skandinavisches Design- Jenseits des Mythos

Existiert eigentlich noch eine Grenze zwischen Kunst und Design? Spätestens Marcel Duchamp, der einen trivialen Gegenstand aus seinem zweckgebundenen Zusammenhang herausriss und damit auf die skulpturale Qualität verwies, veränderte den Blick des Betrachters.

Zwar findet man in dieser Ausstellung kein Pissoir vor, schon aus diesem Grunde nicht, weil man sich mehr auf aktuelle Strömungen und nicht auf die Vergangenheit bezieht. Auch sollen die ausgestellten alltäglichen Objekte wie Tische, Teekannen, Kinderwagen und Stühle die Grenzen zwischen Kunst und Design nicht verwischen, obwohl der hohe künstlerische Stellenwert nicht zu leugnen ist. Hier geht es eindeutig um die Vorstellung neuer Positionen des skandinavischen Designs, das sich zum Ziel gesetzt hat, unsere Lebensqualität mit Eigenschaften wie Ehrlichkeit und Vernunft, Funktionalität und Umsicht zu steigern. Die Gegenstände sind durch einen intelligenten, teilweise ironischen Purismus, ökologisches Bewusstsein und sparsamen Materialeinsatz gekennzeichnet. Die Vielfalt der Exponate ist enorm: von nüchterner Nutzbarkeit eines Salzstreuers, der modernen Natürlichkeit einer Kinderwiege, zu avantgardistischen Kleidern in allen vorstellbaren Farben, Formen und Kombinationen.

Die Wanderausstellung, die ihren Anfang in Berlin nimmt, präsentiert 250 Objekte, 150 davon aus den letzten Jahren. Der Untertitel ´Jenseits des Mythos`will die Klischees und Vorurteile des Designs der Länder Norwegen, Finnland, Island, Schweden und Dänemark zur Diskussion stellen. Um aber eine Einteilung nach Ländern zu vermeiden, orientierte man sich bei der Konzeption der Ausstellung an dem italienischen Philosophen Italo Calvino und seinen "Sechs Vorschlägen für das neue Jahrtausend", in denen Calvino über Eigenschaften nachdachte, die für kreative Menschen von Bedeutung sein könnten. In seinem theoretischem Werk betont er die Wichtigkeit von Leichtigkeit, Schnelligkeit, Genauigkeit, Anschaulichkeit, Vielseitigkeit und Konsequenz. Man ist aufgefordert, in größeren Zusammenhängen zu denken, nationale Grenzen sind in unserer Zeit längst überholt. Da die letzten Jahre durch eine gänzlich veränderte weltpolitische Lage, rasante technologische Entwicklungen und tiefe ökonomische Krisen gekennzeichnet sind, wird diese moderne Blick auf die Welt zum Idiom des nordischen Designs.

Ein weiteres Mal greift die Kunst in den Alltag ein und verschmilzt mit ihr zu einer Symbiose, so dass die Objekte auch als Kunst angesehen werden dürfen.

Als Ergänzung kann der Besucher die ständige Sammlung des Kunstgewerbemuseums im Untergeschoss bewundern, dessen erheblicher Teil diesen fünf Ländern entspringt.

Ausstellungsdauer: 7.11.2003 -29.02.2004

Öffnungszeiten: Di. - Fr. 10 - 18 Uhr, Sa. - So. 11 - 18 Uhr

Kunstgewerbemuseum | Tiergartenstraße 6 | 10785 Berlin - Tiergarten | Tel.: 030/2662902
Museumseingang: Kulturforum, Matthäikirchplatz

Joanna Olchawa

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Skandinavisches Design- Jenseits des Mythos
Eine Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Berlin. Ausstellungsbesprechung . . .
(Einspieldatum: 17.11.03)

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