(Einspieldatum: 04.10.2017)

Yngve Holen mit dem 12. Robert-Jacobsen-Preis der Stiftung Würth in Berlin ausgezeichnet

Werkabbildung

v. l.: Harald Unkelbach (Stiftung Würth) Preisträger Yngve Holen sowie Maria Würth. Foto: Business Fotografie Inga Haar.

Der in Berlin lebende Künstler Yngve Holen (* 1982 in Braunschweig) hat den alle zwei Jahre verliehenen und den mit 25.000 Euro dotierten Robert-Jacobsen-Preis der Stiftung Würth erhalten. Die Verleihung fand am 28. September im Würth Haus Berlin statt.

Yngve Holen beschäftigt sich vor allem mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine, von Körper und Medizin. Über seine Arbeit heißt es: "Ihn interessiert die Schnittstelle zwischen Biologie und Technologie. Teile von hochkomplexen Geräten der medizinischen Bildgebung transformieren sich in manchen seiner Werke in minimalistische Skulpturen. Industrielle Produkte werden zerlegt, um ihr unbekanntes Innenleben freizulegen. Unterschwellig werden Abgründigkeit und Fragwürdigkeit einer gewaltsam vorangetriebenen Evolution thematisiert. Gefragt wird gleichsam nach dem Alltäglichen in zukünftiger Gegenwart. Das manifestiert sich in seinem bislang vorliegenden Werk und in den Titeln der Arbeiten beziehungsweise der von ihm verwendeten Terminologie in einer ganzen Reihe von Texten. Holens Œuvre umfasst daher Objekte und vielteilige Rauminstallationen, aber auch Publikationen. Seine Auseinandersetzung mit Minimal und Conceptual Art ist ebenso spürbar wie seine Orientierung an Appropriation Art und Postproduction. „Holens bisheriges Werk erweist sich aber schon heute als ein entscheidender und analytischer Beitrag zum 21. Jahrhundert“, so Armin Zweite in seiner Laudatio.

Holen arbeitet in und mit vielen Medien. So ist er Initiator der inzwischen in drei Ausgaben vorliegenden Zeitschrift „ETOPS“. Für die Kirche St. Martin Kassel hat er eine Orgel mit hochglänzenden Pfeifen und langen Bahnen aus schwarzem Kunsthaar geschaffen. Diese werden von einem Luftzug bewegt, der einsetzt, sobald die Orgel gespielt wird. Seine Arbeiten folgen formal einer strengen Sachlichkeit, die immer wieder spielerisch gebrochen und konterkariert wird. " (PM)

Bisherige Preisträger:
1993 Lun Tuchnowski
1995 Richard Deacon
1997 Magdalena Jetelovà
1999 Gereon Lepper
2001 Stephan Kern
2003 Rui Chafes
2005/2006 Bernar Venet
2008 Monika Sosnowska
2010 Alicja Kwade
2012 Jeppe Hein
2014 Michael Sailstorfer

Jury: Maria Jacobsen, Christiane Lange, Sean Rainbird, Gottfried Knapp, Armin Zweite, Lun Tuchnowski, C. Sylvia Weber, sowie jeweils der letzte Preisträger, aktuell Michael Sailstorfer.

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