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    Berlin Daily 25.06.2018
    Führung
    15 Uhr: im Rahmen der Ausstellung Michelangelo Pistoletto und Cittadellarte
    Italienisches Kulturinstitut Berlin, Hildebrandstraße 2, 10785 Berlin

(Einspieldatum: 31.03.2018)

Konstruktionen und Imaginationen. Marianne Werefkin-Preisträgerin Stella Hamberg + Nominierte

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Stella Hamberg, the curve - Stille, 2015, Bronze, 88 x 70 x 140 cm, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Foto: Mick Vincenz

Der Marianne Werefkin-Preis wird seit 1990 alle zwei Jahre vom Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. verliehen. In seiner Gründungszeit war es die erste, ausschließlich Künstlerinnen vorbehaltene Auszeichnung, in diesem Jahr geht der Preis an die Bildhauerin Stella Hamberg. Die Kommunale Galerie in Wilmersdorf zeigt noch bis zum 25. März fünf ihrer Objekte sowie Arbeiten der neun weiteren Nominierten.

Die Skulpturen der Preisträgerin Stella Hamberg stehen im Mittelpunkt der kleinen Ausstellung. Es sind unruhige, angerissene, durchaus sperrige Plastiken, fünf in den Raum tretende Arbeiten. So führt The curve 2 – Stille (2015, Bronze) nicht in eine kontemplative Stille, vielmehr verliert sich die dichte und starke Figur mit spröder, zerfurchter Oberfläche, dynamisch und poetisch zugleich, in einem Moment der Bewegtheit. Stella Hamberg, geboren 1975, studierte Bildhauerei bei Prof. Martin Honert in Dresden, war auf Ausstellungen im Albertinum Dresden, dem Kunstverein Ulm u.a. mehr vertreten. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin, wird hier von der Galerie EIGEN + ART vertreten. Stella Hamberg „stellt Menschen dar“, so Manfred Schneckenburger, „die sich unser Aufmerksamkeit zu entziehen scheinen.“ Und die über das Material umso präsenter auftreten, was die Ambivalenz in der Wirkung unterstreicht wie auch bei à travers la tête (2017, Bronze, patiniert, Auflage 3), ein kopfloses, 235 cm hohes Wesen, verwurzelt in der Bodenplatte.

Werkabbildung
Petra Lottje, Videostill, aus: “MOON + TIME“, 2. “TIMECODE“, Berlin 2016

Petra Lottje, 1973 in Rheda, Nordrhein Westfalen geboren und heute ebenfalls in Berlin lebend, ist mit zwei Video-Arbeiten vertreten. Timecode (multi-channel video installation, photography, 05:27 min, HD, 16:9, Loop, 2016) fokussiert den Blick der Betrachtenden auf ein älteres Paar vor der Kamera. In sehr langsamen Bewegungen inszenieren sie sich in weißer Bluse und schwarzem Hemd, eine Taube als religiöses Symbol ihrer Reinheit in den Händen, ohne Musik oder Sprache, sich selbst genug. Questions to the Moon (16:9, HD Stereo, 4:32 min, Chongqing China, Berlin, 2017) zeigt erst einen schwarzen Bildschirm, über den eine schemenhafte Figur mit vernehmbaren Schritten läuft und führt dann durch die mondbeleuchteten Nachtszenarien einer chinesischen Stadtlandschaft. Begleitet von Klangtönen folgen die Betrachter_innen der Tour, um dann wieder mit der silhouettenhaften Figur aus dem Bild zu treten.

Werkabbildung
Jenny Michel, Trashed Utopias – The Yellow Zone, 2014

Auch in Trashed Utopias – The Yellow Zone (2014, Mischtechnik auf Papier und Pappe) von Jenny Michel wird eine Stadtlandschaft thematisiert, doch hier sind es die Materialien, die den Aufbau bestimmen. Wie eine feine Zeichnung reihen sich Papp- und Papierelemente an-, neben- und übereinander: Maschinen, Zahlenreihen, Beschriftungen und Klebestreifen. Die Berliner Künstlerin gestaltet die Collage aus der Serie Trashed Utopies als ein Fragment von New Babylon von Constant Niewenhuis, die sowohl im Abstand als auch in der Nähe, als komplexe Arbeit und in ihren winzigen Details funktioniert.

Die Ausstellung präsentiert zehn sehr unterschiedliche künstlerische Positionen. Die fünfköpfige Jury, u.a. mit Dorothee Schöne vom Kunsthaus Dahlem und Marc Wellmann vom Haus am Lützowplatz, wählte Stella Hamberg einstimmig aus, lässt jedoch die Besucher_innen nicht an der Entscheidung für die renommierte Künstlerin teilhaben. Auch die Zusammenstellung im oberen Ausstellungsraum der Galerie wirkt etwas unruhig, zwei Pfeiler stören die Blickachsen. Zwar liegen Kataloge zu den Künstlerinnen aus, eine Wandtafel mit Hinweisen zu Biografie und Werk der Künstlerinnen wäre jedoch weit mehr als eine Information gewesen. Dies alles hätte unterstrichen, dass es in der Ausstellung um Profession geht und nicht um einen Kunstpreis für Frauen.

Ausgestellt sind Werke von: Paula Doepfner, Jeanno Gaussi, Stefanie Gutheil, Stella Hamberg, Roey Victoria Heifetz, Petra Lottje, Jenny Michel, Herta Müller, Regina Nieke, Haleh Redjaian.


Der Verein der Berliner Künstlerin ist anlässlich seines 150jährigen Jubiläums auch zu Gast auf der Zitadelle Berlin und stellt dort bis zum 2. April 2018 Positionen von 22 Künstlerinnen des Vereins vor.

Marianne Werefkin-Preis 2018
Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V.

Kommunale Galerie Berlin
Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin

Di – Fr 10-17 Uhr
Mi 10-19 Uhr
So 11-17 Uhr
Eintritt frei

kommunalegalerie-berlin.de


Dr. Barbara Borek

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Konstruktionen und Imaginationen. Marianne Werefkin-Preisträgerin Stella Hamberg + Nominierte
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