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    Berlin Daily 18.06.2018
    Künstlergespräch
    20 Uhr: Andrew J Burford und Constantin Hartenstein (deutsch und englisch) im Rahmen der Ausstellung "Mighty Good Men"
    Galerie im Turm | Frankfurter Tor 1 | 10243 Berlin

(Einspieldatum: 12.06.2018)

Weiße Männer ohne Hosen - Die Berlin Biennale im ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik

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Raumansicht Zentrums für Kunst und Urbanistik (ZK/U)

Wo Kunst dran ist, ist auch Kunst drin. An der Außenwand des Zentrums für Kunst und Urbanistik (ZK/U) hat Johanna Unzueta ihre Arbeit „Herringbone: Listen To The Whispers of The City“ installiert. Es ist eines der Werke, die das Kuratatorenteam um Gabi Ngcobo eigens für die 10. Berlin Biennale for Contemporary Art in Auftrag geben hat.

Die technologischen, historischen und sozialen Faktoren auf die menschlichen Lebensbedingungen seien es, die sie besonders beschäftigten, so die chilenische Künstlerin und Wahl-New Yorkerin. Ein Aspekt, den die Ausstellungsmacherinnen in ihrem Konzept so formulieren: „Die politisierten Körper der Künstler“ reagieren „auf die Machtsysteme, die der städtischen Architektur inhärent sind“.

Genius loci beeinflusst Kunst. Das gilt dann auch für den ehemaligen Güterbahnhof in Moabit, wo inzwischen Studios untergebracht sowie ein Artists-in-Residence-Bereich. Viele der Künstler, die hier ausstellen, haben dort auch gewohnt.

Es geht politisch zu auf dem Gelände am Berliner Westhafen, wo einst die Bahnarbeiter malocht haben und nun ein Stadtpark mit Gemeinschaftsgarten den Anwohnern eine Auszeit beschert. Während an den anderen Ausstellungstationen auch Träumer und Ästheten auf ihre Kosten kommen – laut Ngcobo sind Träume auf der Biennale Programm –, bleiben im ZK/U solche Erlebnisse weitgehend aus. Es regiert der Agitprop.

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Zuleikha Chaudhari, Tonstudio, Neu Delhi, Drehort von Zuleikha Chaudharis Rehearsing Azaad Hind Radio, 2018, Foto: Desmond Roberts

So rennen weiße Männer ohne Hose durch das Video der indischen Filmemacherin Zuleikha Chaudhari, während schwarze Frauen verzweifelt versuchen, sich Gehör zu verschaffen. Doch ihr „Nein“ prallt akustisch verzerrt und schließlich ungehört an einer Glasscheibe ab.

Von einem neuen Superkontinent, der Afrika und Europa verbindet, wiederum träumt die 1980 geborene ägyptische Künstlerin und Aktivistin Heba Y. Amin. Die DAAD-Stipendiatin hatte unter anderem Aufsehen erregt, als sie für die US-TV-Serie Homeland Graffitis in arabischer Sprache auf Mauern sprühte, die tatsächlich aber subversive Botschaften vermittelten, in der sie die Serie als rassistisch kritisierte.

Einen Traum erfüllte sich die aus Port-au-Prince stammende Tessa Mars, indem sie dem haitianischen Revolutionär und Volkshelden Jean-Jacques Dessalines ein Vollweib namens Tessalines zur Seite stellt – ein bisschen Fiktion, ein bisschen sie selbst. Wir brauchen keine weiteren Helden, sagt der Biennale-Titel. Wer aber bitte redet von Heldinnen?

Mit ihrem Witz ist diese Arbeit eine wohltuende Auflockerung unter den meist bierernsten Positionen erwartbaren Inhalts. Darauf sollte man sich einstellen. Letztlich wird vor allem ein Traum übergroß: der nach einem Kaltgetränk und einem weiteren Sommermärchen.

ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin

berlinbiennale.de

Weitere Ausstellungsorte der 10.Berlin Biennale:
KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin / Volksbühne Pavillon, Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin /
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Inge Pett

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Titel zum Thema Berlin Biennale:

Weiße Männer ohne Hosen - Die Berlin Biennale im ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik
Ausstellungsbesprechung Teil 2: Wo Kunst dran ist, ist auch Kunst drin. An der Außenwand des ZK/U hat Johanna Unzueta ihre Arbeit „Herringbone: Listen To The Whispers of The City“ installiert.

Die Kehrseite der Kehrseite. Die Berlin Biennale in der Akademie der Künste
Ausstellungsbesprechung: „Auch die Kehrseite hat ihre Kehrseite“ lautet ein chinesisches Sprichwort. Das dürfte in etwa der Lebensphilosophie von Gabi Ngcobo entsprechen. „I´m not who you think I´m not“, ...

Video: Erste Impressionen zur 10. Berlin Biennale
Video zur Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art.

10. Berlin Biennale: We don’t need another hero
Infos: Morgen eröffnet die 10. Berlin Biennale. Hier die wichtigsten Fakten ...

Informationen zum (Ver-)Mittlungsprogramm der 10. Berlin Biennale
Vom 9. Juni bis zum 9. September 2018 findet in diesem Jahr unter dem Titel We don´t need another hero die 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst statt. Jetzt wurden Informationen zum Programm bekanntgegeben:

10. Berlin Biennale gibt Künstler_innenliste bekannt
Vom 9. Juni bis zum 9. September 2018 findet in diesem Jahr unter dem Titel We don´t need another hero die 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst statt. Jetzt wurde bekanntgegeben, wer daran teilnimmt:

10. Berlin Biennale: We don’t need another hero
Die 10. Berlin Biennale gibt Titel bekannt und steckt den inhaltlichen Rahmen ab ...

Das kuratorische Team der 10. Berlin Biennale
In das kuratorische Team um Gabi Ngcobo - der nächsten Kuratorin der Berlin Biennale - wurden Moses Serubiri (Kampala, UG), Nomaduma Rosa Masilela (New York, US), Thiago de Paula Souza (São Paulo, BR) und Yvette Mutumba (Berlin, DE) eingeladen.

Förderung der Berlin Biennale bis 2022 gesichert
Die Berlin Biennale kann sich freuen: bis 2022 ist die finanzielle Unterstützung durch die Kulturstiftung des Bundes gesichert, und zudem wird das Budget auf 3 Millionen EUR aufgestockt.

Gabi Ngcobo wird Kuratorin der 10. Berlin Biennale
Die nächste Kuratorin der Berlin Biennale steht fest: Gabi Ngcobo. Zum Auswahlkomitee gehörten Krist Gruijthuijsen, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, DE; Vasif Kortun, SALT, Istanbul/Ankara, TR;...

9. Berlin Biennale
Erste Eindrücke im Video vom gestrigen Rundgang:

9. Berlin Biennale: Die Ausstellungsorte
Gestern, 24.2.2016, hat im Rahmen des Jahresempfangs der Kulturstiftung des Bundes, DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro), das Kuratorenteam der kommenden Berlin Biennale, ...

Die Künstlerliste der diesjährigen berlin biennale
DIS, das Kuratorenteam der diesjährigen berlin biennale, will "Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, ...

DIS wird kuratorisches Team der 9. Berlin Biennale
Soeben gab das KW Institute for Contemporary Art, Veranstalter der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, bekannt, dass das New Yorker Kollektiv DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro die 9. Berlin Biennale kuratieren wird.

Hallräume der Kunst Tobias Timm / DIE ZEIT, 03.04.2008a

Banal oder subtil? Carsten Probst / Deutschlandfunk (5.4.2008)

Lieber artig als großartig Brigitte Werneburg / TAZ (5.4.08)

Was hinter der Faust haust Niklas Maak / FAZ (4.4.08)

Auf der Schulter der Moderne Elke Buhr / FR-online (4.4.08)

Der Kiez wird schwarzweiß Swantje Karich / Frankfurter Allgemeine FAZ Net (10.6.10)

Die Wirklichkeit spricht Körpersprache Karin Schulze / Spiegel Online (10.6.10)

Seismogramme der Verwerfungen Volkmar Draeger / Neues Deutschland (11.6.10)

Draußen wartet die Wirklichkeit NINA APIN & ULRICH GUTMAIR / TAZ (12.6.10)

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