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Berlin Daily 15.11.2018
Gespräch

19 Uhr: Johannes Huenig Journalist / Max Dudler im Rahmen der Ausstellung Max Dudler. Räume erzählen
Architektur Galerie Berlin / SATELLIT | Karl-Marx-Allee 98 | 10243 Berlin

(Einspieldatum: 26.10.2018)

Berührung zwischen Mensch und Maschine - Touch in der nGbK

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Ruth Buchanan,Split Splits, Splitting, Ausstellungsansicht, TOUCH, nGbK 2018, Foto: Barbara Proschak

Wie kommunizieren Menschen heute über Berührung? Wie fühlt sich ein Handschlag, wie ein Touchpad an? In welchen Bereichen finden physische Interaktionen statt und was passiert, wenn Technik als Medium zwischengeschaltet wird? Diese Fragen stellt sich die aktuelle Ausstellung „Touch“ in der nGbK und zeigt dabei künstlerische Positionen, die verschiedene gesellschaftliche Aspekte zum Thema offenlegen. 15 Künstler*innen widmen sich zwischenmenschlichen und technisierten Formen des Berührens und Berührtwerdens, die den heutigen Alltag prägen. Eingeladen wurden sie von der nGbK-Projektgruppe ( Bakri Bakhit, Nadja Quante, Thomas Rustemeyer, Anna Voswinckel und Maja Zimmermann).
Die Besucher*innen kommen selbst wortwörtlich mit der Ausstellung in Berührung, denn sie kann nur durch einen Vorhang aus Aluminiumketten von Ruth Buchanan betreten werden. „Split Splits, Splitting“ - so der Titel - wirkt als Bewusstmachung der eigenen sensorischen Wahrnehmung. Es laden jedoch nicht alle Werke zur unmittelbaren Interaktion ein.


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Emma Haugh,»Dyke Action«, im Männer Crusing-Bereich in der Nähe des Teufelssee, Berlin, 2018. In Zusammenarbeit mit /// In collaboration with Line Skywalker Karlström

Im vorderen Teil der Ausstellung geht es vordergründig um direkte körperliche Interaktion. So lässt das Video von Maja Zimmermann Menschen zu Wort kommen, deren Beruf einen physischen Austausch bedingt, wie es bei der Massage, der Pflege- und Sexualassistenz der Fall ist. Neben ihnen beschreiben auch Personen, welche jene Arbeit in Anspruch nehmen, die Herausforderungen, Grenzziehungen und emphatischen Aspekte jenes Körpereinsatzes. Der vielstimmige Film entwickelt sein Potenzial durch die Offenlegung verschiedener Zugänge zum Thema professioneller Nähe. Während diese Arbeit sich darauf konzentriert, wie berührt wird, interessiert sich Emma Haugh besonders für das Wo. In ihrer Installation „Sex in Public“ collagiert sie verschiedene Räume und Raummarkierungen durch Flaggen, Kleidung, ein Video und Fotografie. Die Arbeit eröffnet Perspektiven auf nicht normatives Begehren, Intimität und Sexualität im öffentlichen Raum. Dieser wird durch queere Performances der Künstlerin angeeignet, wie die raumgreifende Fotografie „Dyke Action“ in der Installation veranschaulicht. Methodisch greift Haugh mit dem vielschichtigen Werk und insbesondere mit dem Video in der Installation auf die feministische US- amerikanischen Autorin Kathy Acker und ihre schriftliche Collagetechnik zurück.

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Florian Meisenberg,»Wembley, farewell my concubine«, 2013, Filmstill

Im hinteren Teil des Raumes verlagert sich der Fokus der Ausstellung auf Werke, die sich mit medialer Kommunikation beschäftigen. Das allgemein bekannte tagtägliche Streicheln des eigenen Smartphones während des Scrollens und Tippens wird in Andrea Büttners „Phone Etching“ Lithografie erkennbar. Die Spuren der Künstlerin, die sie auf ihrem Smartphone hinterließ, sind hier auf 212x113 cm vergrößert und zeichnen ihre gestikular wirkenden Bewegung durchs Internet und Chats nach. In humorvoller Weise ist diesem Werk eine Videoarbeit von Florian Meisenberg gegenübergestellt. Eine Hand scheint auf den ersten Blick eine Katze zu streicheln, auf den zweiten fällt auf, dass die Hand lediglich eine Fensterscheibe berührt, die Katze jedoch auf der anderen Seite auf die Bewegung reagiert. Wie auch bei einem Smartphone dient den Kommunizierenden eine Oberfläche als Mittler, zugleich aber trennt sie Mensch und Katze und deutet auf Ambivalenzen von Nähe und Distanz durch digitale Kommunikation hin.

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Julien Prévieux, »What Shall We Do Next? (Sequence #2) «, 2006-2011, Filmstill, Performer_innen: Rebecca Bruno, Kestrel Leah, Jos McKain, Samantha Mohr, Andrew Pearson, Anna Martine Whitehead

Mit der körperlichen Beziehung zu Technik befasst sich auch die Animation „What shall we do next ?“ (Sequence #1) und das gleichnamige Video (Sequence #2) von Julien Prévieux. Bei der Animation handelt es sich um ein Archiv von Gesten, die urheberrechtlich geschützt sind und zukünftig zur Nutzung technischer Geräte ausgeführt werden. Im Video performen sechs Personen patentierte Bewegungen auf tänzerische Weise und nennen das Jahr der Patentierung, wobei ihre Bewegungsmuster und Stimmen mechanisch wirken. Die Verbindung von körperlicher Bewegung, Technik und Markt kommt hier abstrahiert zum Ausdruck. Die alltägliche Tuchfühlung mit technischen Geräten wird sicher auch vielen Ausstellungsbesucher*innen bekannt sein.

Wie der am Eingang hängende Vorhang Ruth Buchanans machen viele Werke den Zugang zum Thema Berührung bewusst und eröffnen zugleich weitere Perspektiven. Die Ausstellung Touch ist eine Momentaufnahme des Berührens als gesellschaftliche Interaktion. Darüber hinaus bietet sie Raum zur Reflexion über die eigene körperliche Verortung in zwischenmenschlichen, technischen und räumlichen Bereichen.


Künstler*innen: Sarah Browne, Ruth Buchanan, Andrea Büttner, Cevdet Erek, Emma Haugh, Christin Kaiser, Robin Kirchner, Stephanie Kiwitt, Luise Marchand, Florian Meisenberg, Julien Prévieux, Barbara Proschak, Grazyna Roguski, Anike Joyce Sadiq, Maja Zimmermann

Ausstellungsdauer: noch bis 18. November 2018

neue Gesellschaft für bildende Kunst
Oranienstraße 25
10999 Berlin

Tel. Büro ++49 (0)30 616 513 -0
Tel. Ausstellung ++49 (0)30 616 513 -19
ngbk.de

Rabea Kaczor

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Titel zum Thema neue Gesellschaft für bildende Kunst:

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