(Einspieldatum: 24.02.2004)

Handgezeichnete Welten

Im Jovis Verlag ist 2003 ein Buch zum Thema Architekturzeichnungen erschienen. Unter dem Titel „Handgezeichnete Welten / Hand Drawn Worlds“ werden neben zwei einleitenden Essays, ausgewählte Zeichnungen von 21 unterschiedlichen Architekten und Künstlern vorgestellt.
Im ersten Text spannt Falk Jaeger einen weiten Bogen quer durch die Geschichte der Architekturzeichnung. Von Vitruv, der dem zeichnerischen Talent des Architekten nicht allzu viel Bedeutung beimessen wollte, bis in die heutige Zeit mit Lebbeus Woods.
Bart Lootsma befasst sich im darauf folgenden Essay mit dem Medium Zeichnung in der theoretischen Auseinandersetzung der jüngeren Geschichte. Erläuternd wird eine subjektive, deshalb aber nicht einseitige, Beschreibung des Status quo aufgezeigt.
Lootsmas abschließender Satz liest sich wie eine Bedienungsanleitung zum Buch: „So wie man mit Sprache eine Gebrauchsanweisung, aber auch einen Roman, ein Gedicht oder ein Lied schreiben kann, zeigen diese Werke, dass Architekturzeichnungen ebenso eine „literarische Form“ annehmen können, die „an sich“ genossen und überdacht werden kann.“
Vor jeder Werkauswahl steht ein kurzer, meist vom Künstler selbst verfasster Text. Dem Thema entsprechend, liegt der Schwerpunkt des Buches auf den vorgestellten Werken in ihrer ganzen Vielfalt. Aber diese vorangestellten Worte ermöglichen dem Leser auf kurze und prägnante Weise einen Blick auf den subjektiven Ausgangspunkt des einzelnen.

Als Leseanreiz hier eine Auswahl kurzer Zitate, die in ihrem Kern die Bandbreite der vorgestellten Möglichkeiten erahnen lassen:
Peter Cook: „…könnte man mit einer Serie von Zeichnungen beschreiben und dieser Strang wäre konzeptionell, philosophisch und essentiell der WAHRE GEHALT des Projekts. Seine –stets implizite– Umsetzung wäre nur ein Aspekt der Idee.“

Sergei Tchoban: „So ist für mich die Zeichnung der Weg, das Wichtigste aufzuhalten, gewissermaßen das Wesen der Dinge, dessen Wahrnehmung stets ephemer ist.“

Wellington Reiter: „Dementsprechend dient diese Art von Zeichnung dazu, die fundamentalen Aspekte der Architektur, einschließlich ihres Mangels an Vollständigkeit und Festigkeit, widerzuspiegeln – und nicht zu illustrieren.“

Lee Dunnette „Die Bilder sind weniger eine Aufzeichnung einer imaginären Welt als eine Landkarte meines Denkens.“

Gottfried Müller „Ich zeichne Architektur, um mir eine Welt zu erklären, die ich nicht verstehe.“

Die ausgewählten Architekten-Künstler und ihre Werke halten, was wortgewaltig angekündigt wird. Im Buch entwickelt sich ein beeindruckendes Feuerwerk an subjektiver Weltanschauung und künstlerischer Urteilskraft.

Hand Drawn Worlds
Handgezeichnete Welten
Herausgegeben von Kristin Feireiss
Mit Essays von Falk Jaeger und Bart Lootsma
Jovis Verlag GmbH

Mit Arbeiten von:
Ken Adam, Alexander Brodsky, Peter Cook, Lee Dunnette, Richard Ferrier, Michail Filippov, Yona Friedman, Gilbert Gorski, Zaha Hadid, Stefan Hoenerloh, Lars Lerup, Corvin Matei, Gottfried Müller, Wellington Reiter, Thomas W. Schaller, Michael Sorkin, Shin Takamatsu, Sergei Tchoban, Willem van den Hoed, Lebbeus Woods, Riken Yamamoto.

Hardcover
24cm x28,5 cm
200 Seiten
120 Abbildungen
39,80 Euro
ISBN 3-936314-06-3

Stella Hoepner-Fillies

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