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B3 Biennale

(Einspieldatum: 30.04.2004)

Interviewserie: Berliner Galerien vorgestellt: Spielhaus Morrison Galerie

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Spielhaus Morrison Galerie

Galeristen: Georg Spielhaus (links) / Hamish Morrison


Gründungsjahr: 2002

Künstler der Galerie: Espen Eichhöfer, Gabriela Fridriksdottir, Roland Fuhrmann, Jörn Grothkopp, Christiane Haase, Prudencio Irazabal, Holger John, Stefan Kübler, Mikkel McAlinden, Me Company, Sophia Schama, Jörg Scheibe, Tim Trantenroth

Aktuelle Ausstellung: "face it!" (25.3.-8.5.04) mit Arbeiten von Roland Fuhrmann, Jörn Grothkopp, Holger John, Stefan Kübler und Sophia Schama

1. Was war Ihre Motivation eine Galerie zu gründen?

G.Spielhaus: Als Kurator, Berater und Kunsthistoriker habe ich bereits vor der Galeriegründung mit einem Kreis von Künstlern zusammengearbeitet. Dabei bin ich immer wieder auf Künstler gestoßen, die so gut waren, dass mir eine Galerievertretung angemessen schien.
Als ich dann auf Herrn Morrison traf, war der Entschluss schnell gefasst. Mittlerweile haben wir den Kreis unserer Künstler, von denen ursprünglich viele in Dresden studiert hatten und somit anfangs auch einen Schwerpunkt der Galerie bildeten, stark erweitert und internationalisiert.

H.Morrison: Bei vielen unserer Künstler haben wir das Gefühl, dass sie hier in Berlin unterrepräsentiert waren. So zeigen wir einige internationale Künstler, die im Ausland längst einen Namen haben, wie bspw. Prudencio Irazábal und Mikkel McAlinden, als erste Galerie in Deutschland.

2. Ihre Erinnerungen an Ihre erste Ausstellung?

G.Spielhaus: Mit der ersten Ausstellung ist es wie mit dem ersten Sex, man ist wahnsinnig aufgeregt und macht sich unwahrscheinlich viele Gedanken darüber. Jahre später lacht man dann darüber.

H.Morrison: Obwohl wir vorher bereits einiges mit Kunst zu tun hatten – Georg als Berater, ich als Sammler – war der Galeriebetrieb doch für uns beide totales Neuland. Plötzlich sieht man die Welt aus einer anderen Perspektive – es war ein ganz neuer Standpunkt - statt Kunst zu kaufen, jetzt Kunst zu verkaufen und sich um den Galeriebesucher bemühen, ihm bei Bedarf zur Seite zu stehen.

G.Spielhaus: Ähnlich geht es uns mit den Kunstmessen. Dieses Jahr waren wir erstmals mit einem Stand auf der Art Rotterdam vertreten und nächste Woche werden wir unsere Künstler auf der Art Frankfurt präsentieren.

3. Gibt es für einen Galeristen die "perfekte Ausstellung"?

G.Spielhaus: Ich glaube, eine perfekte Ausstellung gibt es nicht. Perfektion wäre das Ende des Fortschritts und wir sind nie zufrieden. (lachen)
Vielleicht gibt es ein perfektes Kunstwerk, aber das ist eher subjektiv.

H.Morrison: Der Unterschied liegt auch darin, ob ich eine Arbeit im Atelier sehe und denke: "wow" oder in einer Ausstellung im Galerieraum. Die Arbeit darf durch die Hängung oder die Kombination mit anderen Werken an Wirkung nicht verlieren. Unser Galerieraum bietet natürlich durch seine 5 Räume, die hinter- und nebeneinander liegen, eine gute Voraussetzung für eine gute Ausstellung.

4. Welche Auswirkungen hat das Internet auf Ihre Tätigkeit als Galerist?

G.Spielhaus: Das Internet spielt für unsere Galerie eine ziemlich große Rolle: Wie man weiß, ist die Galeriendichte hier in Berlin sehr hoch und der Markt eher klein. Gerade deshalb ist für Berliner Galerien das Internet besonders interessant, weil man damit sozusagen die ganze Welt zu seinem Marktplatz macht. Konkret hatten wir auch schon bei der Kunstvermittlung Erfolg durch das Internet, so dass es für die Galerie ein wichtiges Marketinginstrument darstellt.

H.Morrison: Ich komme aus Neuseeland, und da ist das Internet für mich besonders hilfreich, meine Arbeit bzw. unsere Galerie auch dort zu kommunizieren und unsere Künstler bekannt zu machen.

G.Spielhaus: Unsere Internetseite wird zum Beispiel auch von einer Künstlerin gemacht und viele unserer Künstler haben selbst sehr innovative und kreative Seiten. Außerdem arbeiten wir ja mit der englischen Künstlergruppe Me Company zusammen, deren Arbeit internetbasiert ist. Insofern spielt das Internet nicht nur als Marketinginstrument eine Rolle, sondern auch in der Arbeit einiger unserer Künstler.

5. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Berlin - unter den gegebenen konjunkturellen Umständen - mit der Vermittlung und dem Verkauf von Kunst?

H.Morrison: Gleich, in welcher Stadt man eine Galerie hat, man muss auf jeden Fall seine Geschäftserfahrungen auch außerhalb der Stadtgrenzen machen. Trotz der wirtschaftlichen Situation sind wir mit unserer Standortwahl sehr zufrieden und fühlen uns wohl hier.

G.Spielhaus: Berlin reicht nicht aus als Marktplatz und deshalb machen wir unsere Geschäfte nicht nur in hier. Trotzdem ist die Stadt ein extrem guter Standort für eine Galerie, u.a. wegen der vielen Künstler, die hier leben. Das heißt, weniger als Marktplatz, vielmehr als kreatives Zentrum und das schätzen wir.

Vielen Dank für das Gespräch.

Adresse:
Spielhaus Morrison Galerie | Reinhardtstr. 10 | 10117 Berlin-Mitte
Tel.: 280 40 577
Fax: 280 41 898
mail: info@spielhaus-morrisom.com
spielhaus-morrison.com

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