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B3 Biennale

(Einspieldatum: 28.06.2004)

Interviewserie: Berliner Galerien vorgestellt: fruehsorge - Galerie für Zeichnung

bilder

fruehsorge - Galerie für Zeichnung

Galerist: Jan-Philipp Frühsorge

Gründungsjahr: Oktober 2003

Aktuelle Ausstellung: "Im Spiel" mit Arbeiten von Adelheid Mers
(11.6. bis 6.8.2004) , Di-Sa 14-19Uhr

Adresse:
Gartenstraße 1 | 10115 Berlin | Tel: 28095 282
Mail: mail@fruehsorge.com
fruehsorge.com

Was war Ihre Motivation, eine Galerie zu gründen?

Ich komme ganz klassisch aus der Kunstgeschichte, habe meinen Magister gemacht und meine Promotion angefangen, die jetzt allerdings ruht. Während meines Studiums arbeitete ich bereits mehrere Jahre in der Berliner Galerie Refugium. Nachdem die Galerie im letzten Jahr verkauft wurde, beschloss ich meine eigene Galerie zu gründen.
Programmatisch gesehen, interessierte mich schon seit längerer Zeit das Medium Zeichnung. Durch die Galerie Refugium kam ich mit Künstlern in Kontakt, die sich hauptsächlich mit Zeichnung beschäftigten, wie bspw. Mark Lammert. Komischerweise existiert für dieses wichtige Medium in Berlin bzw. überhaupt in Deutschland kein spezieller Ort. In New York gibt es das Drawing-Center, in London einen Drawing Room, und auch in anderen Ländern, wie z.B. in Frankreich, gibt es Institutionen, die sich ausschließlich diesem Medium widmen.
So ergab sich meine Überlegung, eine Galerie mit dem Fokus "Zeichnung" zu eröffnen, die Generationen übergreifend Ausstellungen vom Absolventen bis hin zum international bekannten Künstler zeigt. Übrigens geben mir die positiven Reaktionen in der Öffentlichkeit, sowohl in der Presse als auch vom Publikum, Recht, eine interessante Nische gefunden zu haben.

Ihre Erinnerungen an Ihre erste Ausstellung?

Das ist schwer zusagen, ich habe eher Erinnerungen an eine sehr wichtige Ausstellung, die 1999 in der Akademie der Künste stattfand: "Zeichnung ist eine andere Art von Sprache" mit Werken aus der Sammlung Kramarsky.
Von dieser Ausstellung ging für mich eine Art Initialzündung aus: Ich hatte mich zwar vorher schon mit dem Thema Zeichnung befasst, aber Zeichnungen in dieser Konzentration auf so einem hohen Niveau präsentiert zu bekommen, hat mich sehr beeindruckt und auf meinem Weg bestätigt. Im Februar diesen Jahres besuchte ich Herrn Kramarsky in Amerika und konnte mir die Sammlung nochmals in aller Ruhe ansehen, wirklich unglaublich.
In meiner ersten Ausstellung hier in der Galerie zeigte ich übrigens Arbeiten von Jesper Christiansen, den ich bereits längere Zeit kannte und der mir schon in New York aufgefallen war. Es schien mir wichtig, nicht mit einem Berliner Künstler anzufangen, sondern mit einem internationalen Künstler, der eigentlich aus der Malerei kommt und dessen zeichnerisches Werk bisher noch nicht vorgestellt wurde.

Gibt es für einen Galeristen die "perfekte Ausstellung"?

Nein, ich glaube, das wäre nicht erstrebenswert. Perfektion hat immer etwas von Abschluss, von Vollendung oder Erstarrung, sozusagen ein endgültiges Statement. Mich interessieren aber eher die offenen Strukturen: Temporäre Statements, die sich im Fluss befinden. Natürlich versuche ich mit jeder Ausstellung, eine gute Ausstellung zu machen, die formal in allen Aspekten durchgearbeitet ist. Aber, jede Ausstellung generiert auch eine neue Ausstellung. Und ich bin einfach neugierig, was sich aus einer Ausstellung Neues entwickelt.

Welche Auswirkungen hat das Internet auf Ihre Tätigkeit als Galerist?

Internet stellt für mich ein Marketing- und Kommunikationsinstrument dar, und es ist wichtig, meine Galerie im Internet zu präsentieren.
Viele Leute finden mich über das Internet: wenn man z.B. bei Google "Galerie für Zeichnung" eingibt, stehe ich an erster Stelle.
Aber natürlich ist die Abbildbarkeit von Zeichnungen im Internet problematisch. Das merke ich selbst an meiner eigenen Website, auch, wenn man sehr, sehr gute Fotos einscannt, erhält man nur einen schwachen Abklatsch dessen, was die haptische Qualität oder die Textur einer Zeichnung ausmacht. Insofern kann Internet bei Zeichnungen nur ein Anreiz sein, sich mit dem Original zu beschäftigen.
In diesem Zusammenhang stellt meine jetzige Ausstellung mit den Bildern von Adelheid Mers, die den Computer für ihre Arbeiten verwendet, eher die Ausnahme dar.

Welche Erfahrungen machen Sie hier in Berlin, unter den gegebenen konjunkturellen Umständen, mit der Vermittlung und dem Verkauf von Kunst?

Trotz der konjunkturell schwierigen Lage, kann ich sagen, dass mein Galeriekonzept bisher ziemlich gut funktioniert.
Natürlich weiß jeder in der Szene, dass Berlin zwar für Künstler ein phantastischer Ort ist, um zu produzieren und auch die Galeriendichte sicherlich einzigartig ist, nicht aber die Sammlerdichte. Die wenigsten Galeristen haben hier in Berlin ihr Auskommen. So stammen auch viele meiner Kunden eher aus dem westdeutschen Raum.

ch

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