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Galerie Parterre Berlin

Mal wieder was Farbiges. Michael Diller (1950-1993) und sein Kreis

Michael Diller


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Michael Diller, Siesta · 1988 · Öl über Radierung auf Büttenpapier · 78 x 57 cm Senatskanzlei Berlin, Courtesy Galerie Parterre

Ausstellung vom 4. Dezember
2019 bis 23. Februar 2020

Ausstellungseröffnung
Dienstag, 3.12.2019, 20 Uhr


es sprechen
Matthias Flügge,
Kunsthistoriker, Berlin/Dresden
Kathleen Krenzlin
Leitung Galerie Parterre Berlin/Kunstsammlung Pankow

Arbeiten von Michael Diller, Joachim Bayer, Rolf Biebl, Goran Djurovic, Thomas Florschuetz, Lutz Friedel, Hartmut Hornung, Walter Libuda, Barbara Metselaar Berthold, Susanne Rast, Gerd Sonntag, Anett Stuth, Norbert Thiel, Jürgen Wenzel und Ulrich Wüst

Am 27. Januar 2020 wäre der Maler und Grafiker Michael Diller (1950–1993) 70 Jahre alt geworden.
Am Anfang der 1980er Jahre konnte er im obersten Stockwerk des Hauses Pappelallee 85 in Berlin-Prenzlauer Berg eine Wohnung mit einem nach Norden und teils zum Himmel vollkommen verglasten, ehemaligen Fotografenatelier beziehen. Es ging die Legende, der Maler Schmidt-Rottluff habe es nach dem Krieg für einige Zeit bewohnt. Diller war als Künstler vor allem mit seinen skurrilen und hintergründigen Radierungen aufgefallen. Hier begann er auch zu malen.

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Im Atelier von Michael Diller, September 1984, © Ulrich Wüst, Courtesy Galerie Parterre

10 Jahre lang war sein Atelier Treffpunkt der Szene des Prenzlauer Bergs und weit darüber hinaus. Die Besonderheit bestand darin, dass es keine homogene Szene war, die sich hier versammelte – Dillers Atelier war offen für jeden, der kommen wollte. Es wurde gefeiert und es fanden Vorträge, Gespräche, Filmvorführungen, Ausstellungen und Lesungen statt. Empfangen wurde man von einem großen Billardtisch. Zuweilen riefen die Zusammenkünfte die Volkspolizei auf den Plan, dass das Atelier von der Staatssicherheit überwacht wurde, wusste im Grunde jeder der Besucher.

Das Zentrum der Ausstellung bilden die Arbeiten von Michael Diller selbst, sie werden begleitet von Werken der Freunde Achim Bayer, Rolf Biebl, Goran Durovic, Lutz Friedel, Thomas Florschuetz, Hartmut Hornung, Walter Libuda, Suse Rast, Anett Stuth, Norbert Thiel, Gerd Sonntag, Ulrich Wüst, Barbara Berthold und Jürgen Wenzel. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der einerseits der Geschichte des Ateliers nachgeht und andererseits das Werk Michael Dillers vorstellt. Autoren sind – neben den beteiligten Künstlern und Weggefährten – u.a. Christoph Tannert, Matthias Flügge und Franziska Schmidt.


Die Ausstellung erinnert an einen bisher wenig beachteten, zentral liegenden Treffpunkt und Ort der Identifikation in Ostberlin. Vor allem aber erinnert sie an eine originäre, freiheitlich denkende und arbeitende Persönlichkeit in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie beeindruckte als gelassener Mensch ebenso wie als eigensinniger Künstler. Technisch virtuos hatte Diller ein unverwechselbares graphisches Werk geschaffen, das er in den 1980er Jahren zu übermalen begann, um in den wenigen Jahren vor seinem Tod schließlich Bilder von bis dahin in der Berliner Malerei unbekannten Intensität zu formen. Man spürte in ihnen „mehr von dem Aufbruch, den sie bedeuteten, als [von] der kunsthistorischen Reminiszenz, die sie bekennend einschlossen“, schrieb der Kunsthistoriker Michael Freitag im Rückblick.
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Alles für die Katz · um 1985 · Radierung auf Papier · 49 x 59 cm / 84,5 x 91,5 cm · Privatbesitz, Courtesy Galerie Parterre

Erzählt wird die Geschichte eines unvollendet gebliebenen persönlichen Durchbruchs und der gesellschaftlichen Befreiung im Ostberlin der 1980er Jahre.

Arbeiten von Michael Diller befinden sich unter anderem im Besitz der Kupferstichkabinette von Berlin und Dresden, der Berlinischen Galerie und der Stiftung Stadtmuseum. Die Ausstellung wird zahlreiche Leihgaben aus Privatbesitz in ganz Deutschland, darüber hinaus aus der Stiftung Stadtmuseum Berlin, der Berlinischen Galerie und dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zeigen.

Veranstaltungen
während der Ausstellung:
Di, 17. Dezember 2019, 19 Uhr
Lesung und Gespräch
Andreas H. Apelt, Autor und Publizist, liest aus seinem Buch Pappelallee

Do, 16. Januar 2020, 19 Uhr
»Erinnerung ist Zukunft«
Gespräch zwischen Carlo Jordan und Andreas H. Apelt
in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft e. V.

Sonntag, 23. Februar 2020,
Finissage

während der Feiertage
geschlossen vom
21. Dezember 2019 bis einschließlich 1. Januar 2020

Zur Ausstellung erscheint das Arbeitsheft XXV der Galerie
mit Textbeiträgen von
Matthias Flügge, Ronald Galenza, Lothar Kowalke, Kathleen Krenzlin, Franziska Schmidt, Christoph Tannert und Joerg Waehner;
außerdem Erinnerungen an Michael Diller von Rolf Biebl, Goran Djurovic, Lutz Friedel, Hartmut Hornung, Barbara Metselaar Berthold, Susanne Rast, Anett Stuth und Norbert Thiel sowie einer Biografie zu Michael Diller, und Ausstellungs- und Literaturhinweisen;
112 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 18 Euro.

Galerie Parterre und Kunstsammlung, Bezirksamt Pankow von Berlin
Danziger Straße 101, Haus 103
10405 Berlin (Prenzlauer Berg)

Galerieleitung: Kathleen Krenzlin
Telefon: (030) 90 2 95-38 46
Veranstaltungen und Führungen: Daniela Herr
Telefon: (030) 90 2 95-38 21
Telefax: (030) 90 2 95-38 49
E-Mail: galerieparterre@berlin.de


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