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Haus am Lützowplatz

Ich, Gott & die Welt. 100 Tage - 100 Werke - 100 Autoren

Timm Ulrichs


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Timm Ulrichs „Die weißen Flecken meiner Körper-Landschaft. Kenn-Zeichnung der mir niemals direkt sichtbaren Bereiche meines Körpers“, 1968, 2 Schwarzweiß-Fotografien © Timm Ulrichs, VG Bild-Kunst Bonn

Öffnungszeiten bitte überprüfen |

Eröffnung: Freitag, 06. März 2020, 19 Uhr

Es sprechen:

Dr. Simone Wiechers
Vorstand, Haus am Lützowplatz -
Förderkreis Kulturzentrum Berlin e.V.

Matthias Reichelt
Organisator der Ausstellung

Im Anschluss:
Gunzi Heil: Whole lotta shakin´ goin´ on - Vol.3
Ein musikalischer Trip durch 80 Jahre Timm Ulrichs.
Der Kabarettist, Musiker und Puppenspieler Gunzi Heil ist Gründer der Forschungsstelle Timm Ulrichs in Karlsruhe.
www.gunzi-heil.de

Zum Ausklang:
Rock around the clock mit DJ Timm Ulrichs

Ausstellung: verlängert bis 2. August 2020

Für die Dauer der Ausstellung ist das Haus am Lützowplatz (HaL) auch am Montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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Timm Ulrichs „Die weißen Flecken meiner Körper-Landschaft. Kenn-Zeichnung der mir niemals direkt sichtbaren Bereiche meines Körpers“, 1968, 2 Schwarzweiß-Fotografien © Timm Ulrichs, VG Bild-Kunst Bonn

Timm Ulrichs (*31. März 1940 in Berlin) erklärte sich 1961 zum „Ersten lebenden Kunstwerk“, eröffnete die „Werbezentrale für Totalkunst“ und adelte damit alle seine Lebensäußerungen en passant als Kunst. 1965 reichte er sich als Kunstwerk bei der „Juryfreien Kunstausstellung Berlin“ ein, wurde jedoch abgewiesen, weil er nicht vollständig von Hand hergestellt worden sei, wie Eberhard Roters, seinerzeit Mitglied der „Hängekommission“ im Auftrag der Ausstellungsleitung in einem Schreiben an den Künstler ausführte. Anlässlich seiner zweiten Selbstausstellung 1966 gab er konsequenterweise den folgenden Satz von sich: „Ich mache Theater, ich halte große Stücke auf mich, ich setze mich in Szene, ich produziere: mich.“

Seit 1960 entwickelt Ulrichs Ideen und materialisiert diese zu Werken. Im Laufe der Zeit hat er einen beachtlichen Fundus geschaffen, aus dem er immer wieder schöpft. Er macht sich zum Maß aller Dinge, erforscht und vermisst sich, setzt sich Pars pro Toto für die Menschheit ins Verhältnis zu Gesellschaft, Natur und Universum. Der Titel der Ausstellung, „Ich, Gott und die Welt“, ist von dem bekennenden Atheisten und Agnostiker aber gar nicht blasphemisch gemeint, sondern als Beschreibung seines Radius des Erkenntnisinteresses, das schier keine Grenzen kennt. Von Wiedererkennbarkeit findet sich in seinem Werk keine Spur. Ulrichs´ Kunstsprache ist polyglott; er bedient sich aller Gattungen und Genres. Seine Marke ist die Stil- und Markenlosigkeit bzw. das innewohnende intellektuelle Interesse an Erkundung der Wirklichkeit mittels künstlerischer Demonstrationen, Versuchsanordnungen sowie aus der Sprache entwickelten und zu Bildern geronnenen Gedanken.

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Timm Ulrichs: Olympische Marathon-Tretmühle, 1972, „Spielstraße“ der XX. Olympischen Spiele, München, 1972 („Ich absolviere täglich einen Marathonlauf – auf der Stelle tretend.“), Foto: Gerhard E. Ludwig, Essen, © Timm Ulrichs, VG Bild-Kunst Bonn

Anlässlich seines 80. Geburtstags hält Timm Ulrichs inne und lässt sein bisheriges Werk beispielhaft anhand von 100 ausgewählten und von 100 Autorinnen und Autoren kommentierten Exponaten im Haus am Lützowplatz (HaL) Berlin Revue passieren.

Das streng formalisierte Ausstellungskonzept sieht bei der Eröffnung am 6. März 2020 einen leeren Raum vor, der sich ab dem folgenden Tag um jeweils ein Werk füllen wird. Die sich so über einen Zeitraum von exakt 100 Tagen akkumulierende Ausstellung bricht mit den üblichen Konventionen des Kunstbetriebs und verdreht sie auf der Zeitachse um 180 Grad. Zur Realisierung von Timm Ulrichs´ Konzept setzt das Haus am Lützowplatz (HaL) vorübergehend seinen Schließtag aus.

Komplett ist die Ausstellung für nur einen Tag – zur Finissage am 14. Juni 2020. Am Ende liegt auch das 100-fache und in täglichen Tranchen gelüftete Geheimnis in Gestalt eines Buches zum Erwerb bereit.

Das Projekt wird organisiert von dem Kulturjournalisten Matthias Reichelt. Er verfolgt das Werk Timm Ulrichs seit langem und hat 1997 im Rahmen einer Arbeitsgruppe die Ausstellung „Der detektorische Blick“ von Timm Ulrichs in der NGBK verantwortet.

Mehr Informationen:
www.hal-berlin.de/100-tage-100-werke-100-autoren/
www.facebook.com/events

Programm zur Ausstellung

Sonntag, 8. März 2020, 17 Uhr
Berlin-Filmpremiere »Der Totalkünstler« von Ralf-Peter Post (2018, 87 min., Produzent Olaf Krohn)
anschließend Matthias Reichelt im Gespräch mit dem Regisseur und Timm Ulrichs
www.dertotalkuenstler.de
Die Veranstaltung findet in der Akademie der Künste im Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten, statt.
Eintritt: € 6 / € 4

Alle folgenden Veranstaltungen finden im Haus am Lützowplatz statt:
Mittwoch, 18. März 2020, 19 Uhr:
»Ich, Gott & die Welt« eine Anmaßung?
Matthias Reichelt spricht mit Timm Ulrichs über Kunst und Leben

Mittwoch, 15. April 2020, 19 Uhr:
Timm Ulrichs im Film. Zwei frühe Dokumentationen zu Kunst und Künstler; anschließend Publikumsgespräch mit Timm Ulrichs

Mittwoch, 6. Mai 2020, 19 Uhr:
Zwischen Atelier, Kunstmarkt, Hochschule und Öffentlichkeit: Timm Ulrichs als Künstler, Lehrer und Vermittler
Barbara Straka im Gespräch mit Timm Ulrichs

Mittwoch, 13. Mai, 19 Uhr:
Timm Ulrichs präsentiert filmische Arbeiten; anschließend Publikumsgespräch

Sonntag, 14. Juni, 17 Uhr:
Finissage und Präsentation des Kataloges

Eintritt frei bei allen Veranstaltungen im Haus am Lützowplatz!
Publikation

Zur Finissage erscheint eine umfangreiche Publikation im Verlag für moderne Kunst, Wien. Die 100 Werke der Ausstellung werden darin von folgenden 100 Autorinnen und Autoren kommentiert:

Nico Anklam, Brigitte Baumstark, Kathrin Becker, Stefan Becker, Sven Beckstette, Aljoscha Begrich, Peter Bexte, Friedrich W. Block, Margit Dr. Brehm, Jan Peter Bremer, Bazon Brock, Eberhard Brügel, Dieter Brunner, Sigrun Brunsiek, Ralf Burmeister, Amely Deiss, Klaus Peter Dencker, Kerstin Drechsel, Hajo Eickhoff, Peter Fabian, Klaus Ferentschik, Elisabeth Fiedler, Anne Frechen, Jens Friebe, Peter Friese, Ulrike Gerold, Annette Gilbert, Eckhart J. Gillen, Eugen Gomringer, Nora Gomringer, Clara Gutmann, Wolfram Hänel, Ralf F. Hartmann, Axel Heil, Gunzi Heil, Martin Henatsch, Jens Hinrichsen, Tobias Hoffmann, Niklas Hoffmann-Walbeck, Marli Hoppe-Ritter, Kenneth Hujer, Georg Imdahl, Susanne Jakob, Robert Jelinek, Hans-Oiseau Kalkmann, Martin Kaltwasser, Thomas Kapielski, Susanne Kaufmann, Michael Klant, Jürgen Knubben, Thomas Knubben, Annette Ludwig, Danielle C. March, Astrid Mayerle, Gudula Mayr, Christiane Meixner, Birgit Möckel, Ursula Neugebauer, Petra Noll-Hammerstiel, Sven Nommensen, Susanna Partsch, Doris Paschiller, Gerhard Pfennig, Susanne Pfleger, Ulrich Pohlmann, Ursula Prinz, Jürgen Raap, Matthias Reichelt, Jörg Restorff, Gerda Ridler, Armin Rohde, Margit Rosen, Udo Scheel, Frederik Schikowski, Simone Schimpf, Karlheinz Schmid, Ansgar Schnurr, Dieter Scholz, Inka Schube, Georg Seeßlen, Ludwig Seyfarth, Josef Spiegel, Michael Stoeber, Barbara Straka, Ursula Ströbele, Franjo Tholen, Anne Thurmann-Jajes, Jelena Toopeekoff , Stephan Trescher, Hermann Treusch, Ferdinand Ullrich, Wolfgang Ullrich, Vlado Velkov, Robert von Lucius, Friederike Wappler, Peter Weibel, Friederike Weimar, Lambert Wiesing, Barbara Willert, Christoph Zuschlag

Das Buch ist in begrenzter Anzahl zum Sonderpreis von € 29,– im Haus am Lützowplatz erhältlich. Vorbestellungen sind möglich.
Buchhandelspreis: € 35,–
ISBN: 978-3-903320-69-7

Die Ausstellung im Haus am Lützowplatz (HaL) und die Publikation werden realisiert mit freundlicher Unterstützung der LOTTO-Stiftung Berlin

Haus am Lützowplatz
Fördererkreis Kulturzentrum Berlin e.V.
Lützowplatz 9
10785 Berlin

Tel. +49 30 - 261 38 05
office@hal-berlin.de

Öffnungszeiten
Montag–Sonntag 11–18 Uhr
(nur während der Timm Ulrichs-Ausstellung auch Montags geöffnet!)
Haus am Lützowplatz


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