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Deutsches Historisches Museum (DHM)

Report from Exile – Fotografien

Fred Stein


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Ernst Johannsen, Bodo Uhse und Alfred Kantorowicz, Paris, 1935 © Stanfordville, NY, Fred Stein Archive

Noch ist nicht klar, ab wann das Deutsche Historische Museum wieder Besucherinnen und Besucher empfangen kann. Bis es so weit ist, lädt das DHM dazu ein, die Ausstellung „Report from Exile – Fotografien von Fred Stein“ bereits vorab digital von zuhause aus zu entdecken. Die Werkschau zeigt die Arbeiten des deutsch-amerikanischen jüdischen Fotografen (1909, Dresden – 1967, New York) erstmals in ihrem politisch-historischen Zusammenhang. Sie wird nach der Wiedereröffnung des Museums, das derzeit aufgrund des Lockdowns geschlossen ist, bis zum 20. Juni 2021 im Pei-Bau zu sehen sein.

Schulklassen und private Gruppen haben ab sofort die Möglichkeit, die Ausstellung in einer digitalen Präsentation kennenzulernen: Die Teilnehmenden erhalten per Videokonferenz anhand von Filmausschnitten, ausgewählten Fotografien und biografischen Hintergrundinformationen einen Einblick und können dabei miteinander ins Gespräch kommen. In barrierefreien Telefonführungen gewinnen Besucherinnen und Besucher mit und ohne visuelle Einschränkung anhand von Beschreibungen ausgewählter Räume und Objekte einen Eindruck der Ausstellungsthemen sowie die Gelegenheit zum Austausch darüber. Die Führungen sind für Gruppen buchbar.

Ab 7. März 2021 geht auch das Führungsprojekt „Multaka“ in die nächste Runde. In digitalen Sessions führen syrisch-stämmige Guides auf Arabisch in die Ausstellung ein: Anhand der Themen Flucht und Exil im Leben und Werk Fred Steins stellen sie einen Bezug zwischen Geschichte und Gegenwart her. Die öffentlichen Multaka-Sessions finden sonntags um 15 Uhr statt.

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Rosa Lenz, Paris, um 1936 © Stanfordville, NY, Fred Stein Archive

In einem kurzen Ausstellungsfilm führt die Kuratorin Ulrike Kuschel in das Schaffen Fred Steins ein. Das Geschichtsportal Lebendiges Museum Online (LeMO) widmet sich in einem aktuellen Beitrag dem Thema „Exil in Frankreich“. Neben einer Auswahl von Fred Steins Fotografien ist ab sofort auch seine Biografie auf LeMO verfügbar. Ein Begleitband zur Ausstellung in deutscher Sprache ist bereits erschienen.

Eine vierteilige Filmreihe mit Begegnungen und Gesprächen von je zwei Menschen, die unterschiedliche Perspektiven auf die Ausstellung ermöglichen – unter anderem mit der Kuratorin Ulrike Kuschel, dem Künstler Ayham Majid Agha und der Schriftstellerin Olga Grjasnowa – wird derzeit produziert und ist demnächst auf der DHM-Website und dem YouTube-Kanal abrufbar. Ayham Majid Agha wird darüber hinaus im Rahmen der Ausstellung eine Artistic Research durchführen.

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Raumansicht "Report from Exile - Fotografien von Fred Stein", © DHM/David von Becker

Über die Ausstellung

Das Werk Fred Steins ist untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden. 1933 aus Deutschland geflohen, ergriff der ausgebildete Jurist den Beruf des Fotografen. In Paris und New York porträtierte er bekannte Persönlichkeiten des literarischen und politischen Exils: Autorinnen und Publizisten, Journalisten und Intellektuelle, die meisten von ihnen als Juden und Gegner des Nationalsozialismus verfolgt wie er. In der Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Museum seine Porträts und Stadtansichten aus den 1930er bis 1960er Jahren erstmals in dem Kontext, in dem Stein seine Aufnahmen machte – etwa auf dem Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur 1935 oder im Umfeld des Schutzverbands deutscher Schriftsteller im Ausland.

Die Werkschau zeichnet anhand von rund 160 Porträtaufnahmen sowie Presse- und Straßenfotografien Steins beruflichen Weg vom talentierten Autodidakten zu einem wichtigen Chronisten und Porträtisten deutschsprachiger Emigrantinnen und Exilanten – darunter Hannah Arendt, Willy Brandt, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Klaus Mann und Anna Seghers – nach.

Die Ausstellung nutzt hierfür das Fred Stein Archive, den Nachlass des Fotografen, als eine bislang kaum erschlossene Quelle fotografischer Dokumente der deutschsprachigen Emigration. Briefe, Dokumente und Publikationen aus der DHM-Sammlung, dem Archiv der Akademie der Künste und weiteren Beständen verdeutlichen neben dem künstlerischen Wert der Fotografien auch ihre historisch-politische Dimension und geben Einblick in die vielfältigen politischen und kulturellen Aktivitäten der porträtierten Intellektuellen.

Alle digitalen Angebote auf einen Blick: www.dhm.de

Deutsches Historisches Museum
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10117 Berlin
Deutsches Historisches Museum (DHM)


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