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Akademie der Künste / Pariser Platz

Arbeit am Gedächtnis - Transforming Archives

Gruppenausstellung


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Robert Wilson, Suzushi Hanayagi, Dancing in my Mind, © Byrd Hoffman Watermill Foundation

17. Juni – 19. September 2021, Di – So 11 – 19 Uhr
Eintritt € 9 / 6, Eröffnungstage 17. – 20. Juni 2021: Eintritt € 3
Di ab 15 Uhr und bis 18 Jahre Eintritt frei
Coronabedingte Zugangsbeschränkungen, Zeitfenstertickets
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Tel. 030 200 57-1000
Weitere Informationen zur Ausstellung und den Veranstaltungen: www.adk.de

Aus Anlass ihres 325-jährigen Bestehens reflektiert die Akademie der Künste mit der Ausstellung „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“ die eigene Institution und ihre Archive als Gedächtnisspeicher. Die Schau stellt die Gedächtniskultur selbst zur Diskussion; die künstlerische Arbeit am Gedächtnis zeigt sich hier als archäologische Praxis und politische Handlung, sie positioniert sich gegen Geschichtsvergessenheit und setzt sich für die kritische Befragung und Diversifizierung der Wissensbestände ein. Denn wie und woran sich eine Gesellschaft erinnert, ist zur Schlüsselfrage geworden in einer Zeit, in der Selbstverständnisse neu verhandelt und Ein- und Ausschlussmechanismen infrage gestellt werden.

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Candice Breitz: Mask, Detail aus der Arbeit Digest, 2020, 1.001-Kanal-Videoinstallation: 200 Holzregale, 1.001 Videobänder in Polypropylen-Hüllen, Papier, Acrylfarbe, Foto: Saverio Cantoni. Courtesy: KOW, Berlin

13 Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstler*innen machen die Grammatik von Erinnerung und Vergessen sichtbar, stellen das Aufbewahrte in neue Kontexte und demonstrieren die Macht von Gegen-Erzählungen. Candice Breitz erinnert in einer Videothek aus 1001 versiegelten VHS-Kassetten an die Bewegtbildspeicher einer vergangenen Ära und ihren Einfluss auf das kulturelle Bildgedächtnis. Jennifer Walshe präsentiert ihr Archiv einer fiktiven irischen Avantgarde und entlarvt die Willkür des Kunstkanons. Cemile Sahins Filmarbeit stellt die Verlässlichkeit von medialen Erzählverfahren in der Politik des Erinnerns infrage. Die Archive der Akademie der Künste dienen als Ressource für die großräumigen Inszenierungen von Alexander Kluge und Arnold Dreyblatt. Thomas Heise recherchiert zu den internationalen „korrespondierenden Mitgliedern“ der Akademie der Künste (Ost) zwischen 1950 und 1993 – ein Stück verschütteter Akademie-Geschichte. Zugleich zeigen Positionen aus den Künstler-Archiven der Akademie Formen der Auseinandersetzung mit der Erinnerung: von Walter Benjamins programmatischem Text Ausgraben und Erinnern bis zu Einar Schleef, der in seinem Tagebuch festhält: „Erinnern ist Arbeit“.

Zu der Ausstellung erscheint ein Magazin in deutscher und englischer Sprache. In einer wöchentlichen Gesprächsreihe, jeweils dienstags, kommen die Künstler*innen zu Wort. Die Ausstellung ist Teil des Schwerpunktes „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“ mit weiteren Veranstaltungen bis November 2021.

Mit Arbeiten von Miroslaw Bałka, Candice Breitz, Ulrike Draesner, Arnold Dreyblatt, Thomas Heise, Susann Maria Hempel, Alexander Kluge, Eduardo Molinari, Matana Roberts, Cemile Sahin, Cécile Wajsbrot, Jennifer Walshe, Robert Wilson.
Akademie der Künste / Pariser Platz


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