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Kommunale Galerie Berlin

vie traverse - querverbunden

Liane Birnberg + Fried Rosenstock


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Liane Birnberg
Lauf des Wassers, Mischtechnik auf Papier, 2022


Liane Birnberg - Zeichnung Malerei
Fried Rosenstock - Installation Skulptur Video

Laufzeit: 9. November 2022 bis 8. Januar 2023

Ort: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, Sa und So 11-17 Uhr
Eintritt frei

Eröffnung: Dienstag, 8. November 2022, 18 Uhr

Begrüßung
Elke von der Lieth | Kommunale Galerie Berlin

Einführung
Dr. Birgit Möckel | Kunsthistorikerin

Wohin führen die Spuren des Lebens? Wo finden sich Erinnerungen? Wie lassen sie sich festhalten? Es sind existentielle Fragen, die Liane Birnberg, bildende Künstlerin und Musikerin, im Zusammenspiel mit dem Performance- und Konzeptkünstler Fried Rosenstock stellen und nicht zuletzt vor dem Hintergrund ihrer Herkunft und damit verwobener Erfahrungen vor Augen führen.

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Liane Birnberg
O.T., Mischtechnik / Reispapier, 2019


In den zeichenhaften Strukturen der Papierarbeiten und nuancenreichen Farbräumen der Leinwände von Liane Birnberg klingen durchweg leise Töne an. Mit Intensität und Ausdauer setzt die Künstlerin alchimistische Experimente, Perforationen, Verletzungen, Überschreibungen, feinste Abriebe, Überlagerungen und damit einhergehende Überraschungen ins Bild. Sie spürt kompositorischen wie materialimmanenten Zusammenhängen nach, überführt (Text)fragmente in tastende, lineare Spuren und licht aufscheinende Farbfelder eines schichtenreichen, offenen Werkprozesses, in dem sich Bild und Grund, Skripturales, Zeichenhaftes und Kolorit als gewachsene Einheit verbinden. Es entstehen vielstimmige Bildwelten, Erzählungen voller Geheimnisse, einzigartig und so nicht wiederholbar.

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Fried Rosenstock
Escalier descendant un escalier
(Gemini impari), Bronze, MDF, 2017


Wiederholung als Ausgangspunkt individueller Betrachtung gefundener und nachgebauter Formen ist grundlegendes Prinzip der „gemini impari“, ungleicher Zwillinge, einer vor Jahren entwickelten und bis heute andauernden Werkreihe von Fried Rosenstock. Mit der Nachbildung oder dem Abbild einer Form, ob detailgenau oder mit vereinfachten Umrissen, in einem ähnlichen Material oder anderen Dimensionen umgesetzt, stellen sich Fragen nach Analogien und Maßstabssprüngen, nach Original oder Modell, Replik oder Kopie, Fragment oder Ganzheit und nicht zuletzt nach Wirklichkeit und Kunst. Mit spielerischem Ernst führt uns der Künstler zur umfassenden Wahrnehmung von Maßstabsverschiebungen, Materialeigenschaften und Abstraktionsprozessen sowie nicht zuletzt zur Kraft der Imagination, die Gleiches in Ähnlichem und vice versa zu erkennen vermag und Fragen nach den umfassenden Zusammenhängen eröffnet, aus dem das singuläre Werk entstand.

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Fried Rosenstock
Gemini impari, Installationsansicht,
Mathildenhöhe Darmstadt 1994,
Foto: Ilaria Casalino


So beiläufig, unprätentiös und zurückhaltend die Arbeiten beider Künstler*innen auf den ersten Blick erscheinen mögen, so tiefgreifend sind die Zeitspuren, die sich in ihnen offenbaren. Ob als Auslöser für ein Zwillingswerk bei Fried Rosenstock oder als palimpsestgleiche Frottage bei Liane Birnberg, immer verweist das Fragment oder die Defragmentierung auf ein verlorenes Ganzes, beflügelt die Fantasie genauso wie die Logik und ist Teil umfassender Erinnerungen sowie individueller Erzählungen.

Dr. Birgit Möckel

Kommunale Galerie Berlin

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