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nüüd.berlin gallery

Sinnstifter - Malerei & Skulpturen

Axel Teichmann


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Axel Teichmann, Bildrauschen, 2022, Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm



09.12.2022 – 11.02.2023

Vernissage: Donnerstag, 08.12.2022, 18.00 Uhr


nüüd.berlin gallery zeigt ab dem 09. Dezember 2022 Arbeiten des in Stuttgart lebenden Künstlers Axel Teichmann, dessen Kunst den Menschen ins Visier nimmt. Der Künstler setzt sich mit Identität, Technik, Digitalisierung und gesellschaftlicher Veränderung auseinander. In der Ausstellung sind Gemälde, Pastelle auf Papier und Skulpturen aus Acrylglas, die eine mehr abstrahierte und damit weitere Komponente in Teichmanns figürlich-realistischer Kunst zeigen, zu sehen.

In seinen Gemälden und Skulpturen setzt Axel Teichmann (* 1974) den Menschen in den Mittelpunkt. Dabei stellt er Fragen nach Veränderung und Erneuerung des menschlichen Selbstverständnisses und seiner Identifikation durch eine sich immer stärker verändernde Umgebung. Die Malerei von Axel Teichmann ist in ihrer Form und Farbzusammensetzung ausgesprochen fein und konzentriert komponiert. Oftmals ist auf den Bildern eine einzelne Figur abgebildet, in die sich der Betrachter automatisch hineinfühlt. Der Rezipient wird damit Teil der Kunstwirkung.

Ähnlich verhält es sich bei den Skulpturen aus Acrylglas: Die durchsichtigen Acrylglaselemente spiegeln den Betrachter ebenso wie das gesamte Umfeld. Eine verpixelt dargestellte Figur ist in verschiedenen Blickwinkeln sogar mehrmals und in veränderter Form zu sehen. So schafft es der Künstler, weit über eine bloße Darstellung und Präsentation von malerisch, skulptural-technischer Präzession hinauszugehen und eine Reflektion und Stellungnahme beim Besucher zu evozieren.

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Axel Teichmann, Sinnstifter, 2022, Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm


Das der Ausstellung den Titel gebende Bild „Sinnstifter“ zeigt einen Mann im humoristischen Harlekinskostüm, der Tauben füttert und dessen Sinnhaftigkeit sich nicht erschließt. Im Hintergrund spiegelt sich der nunmehr um 180 Grad gedrehte nackte Mann. Reflektiert wird in diesem Bild einerseits der Protagonist, gleichzeitig aber unter dem Thema der Identitätssuche auch der Betrachter des Bildes selbst. Solche multiplen – digitalen - Identitäten der gleichen Person sind in den heutigen sozialen Medien keine Seltenheit, wobei sie häufig nur einer kapitalistischen Selbstvermarktung dienen. Nackt sind jedoch alle Menschen gleich.

Auf dem Gemälde „Das schweigende Ich“ ist eine Frau mit rotem Kleid zu sehen, die vor einer tapezierten Wand steht. Da die Tapete teilweise abgerissen ist, wird eine weiße Wand sichtbar, auf der plötzlich dieselbe Figur erneut sichtbar wird - allerdings auf dem Kopf stehend. Die Frau scheint über ihr „Spiegelbild“ überrascht. Ebenso stellt sich beim Betrachter die Frage nach Realität und Abbild, nach Wahrheit und Schein. Die digitale Bilderzeugung, die hier in die Malerei übertragen wird, macht es wesentlich einfacher, Aussagen visuell zu stützen und zu verstärken. Nur die glaubhafte Vermittlung von Wahrheit bei Bild- und Textinhalten kann letztlich überhaupt noch Inhalte transportieren.

Die surreal anmutenden Spiegelungen der Figuren kommen in Teichmanns Werk häufig vor und er widmet dieser Darstellungsform unter dem Titel „Trockenschwimmer“ sogar eine ganze Serie. Spiegelungen sind in der Kunst seit Jahrhunderten ein starkes Thema und die Bezüge zu den surrealistischen Meistern, wie René Magritte oder den Begründer der metaphysischen Kunst, Giorgio de Chirico, sind offensichtlich. Insbesondere Chirico beschäftigte sich mit der durch den Menschen veränderten Umgebung, die wiederum auf die Gesellschaft einwirkt – ein Sujet, das heute aktueller und dringlicher scheint, denn je.

In vielen seiner Gemälde und Skulpturen verwendet der Künstler Blattgold als Symbol für einen hohen Wert. Axel Teichmann stellt damit die Kunst als wertvoll dar, die in ihrer Authentizität und Tradition unverzichtbare Beiträge zu relevanten Gesellschaftsfragen liefert.

Für den Künstler ist es wichtig, dass der „Betrachter Teil des Kunstwerkes“ wird und somit in eine Zwiesprache mit der Figur im Bild eintritt. Er identifiziert sich mit dem Gesehenen. So bleibt die Kunst nie weit entfernt und unnahbar, sondern der Betrachter stellt sich Fragen nach der eigenen Identität, Sinnhaftigkeit und Offenheit.

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Axel Teichmann, Ta?nzer, 2015, Acrylglas u. Gold, 24,2 x 19,8 x 12,5 cm


In der Ausstellung „Sinnstifter“ werden neue Gemälde aus den letzten Schaffensjahren gezeigt. Ebenso Pastelle auf Papier und Skulpturen aus Acrylglas, die eine sehr abstrahierte und damit weitere Komponente in Teichmanns figürlich-realistischer Kunst offerieren.

Axel Teichmann studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und bezog nach seinem Diplom sein erstes Atelier in Stuttgart. 2011 erfolgte ein Studienaufenthalt und Meisterkurs bei Walter Libuda und 2015 bezog er ein zweites Atelier in Berlin, wo er 2017 und 2018 als Dozent an der Schule für Bildende Kunst und Gestaltung tätig war. 2019 kehrte er nach Stuttgart zurück, wo er seitdem lebt und arbeitet. Neben zahlreichen Messebeteiligungen in Deutschland und der Schweiz stellte der Künstler bereits in über hundert Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz, in Belgien und in den USA aus und ist in vielen institutionellen und privaten Sammlungen vertreten.

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