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AUGENBLICKE

Jörg Klaus – Fotografie | Jörg Kujawa – Malerei

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Jörg Kujawa, Louvre, 2025, Öl auf Holz, 30 x 40 cm

02.05. – 13.06.2026

Vernissage: Freitag, 01. Mai 2026, 18:00 Uhr
Artist Talk: Samstag, 23. Mai 2026, 16:00 Uhr
Finissage: Samstag, 13. Juni 2026, 16:00 – 18:00 Uhr


AUGENBLICKE – Jörg Klaus – Fotografie | Jörg Kujawa – Malerei

Es gibt diesen Moment, in dem ein Bild entsteht - nicht auf der Leinwand oder im Kamerasensor, sondern im Auge. Ein Augenblick, kaum fassbar, der sich bereits entzieht, während man ihn noch zu begreifen versucht. Zwischen Wahrnehmung und Erinnerung, zwischen Sehen und Empfinden öffnet sich ein Raum, in dem das Bild nicht feststeht, sondern erst entsteht.

Die Ausstellung Augenblicke in der Galerie nüüd.berlin widmet sich genau diesem Zwischenzustand. Sie bringt mit dem Berliner Fotografen Jörg Klaus und dem Osnabrücker Maler Jörg Kujawa zwei künstlerische Positionen zusammen, die sich dem Bild von entgegengesetzten Seiten nähern - und sich doch in einem entscheidenden Punkt begegnen: im Zweifel an der Eindeutigkeit.

Die Künstler nähern sich dem Bild aus entgegengesetzten Richtungen: Während Klaus’ Fotografien in ihrer Bildwirkung an malerische Gesten erinnern, sind Kujawas Gemälde vom fotografischen Blick geprägt. In dieser Gegenbewegung entsteht ein spannungsreicher Dialog über Bild, Wahrnehmung und Erinnerung.

Im Zentrum der Ausstellung steht der Augenblick - nicht als festgehaltene Realität, sondern als subjektiv erlebter Zustand zwischen Sehen und Erinnern. „Augenblicke“ ist damit nicht nur Titel, sondern programmatische Setzung: Das Bild wird zum Ort, an dem sich Wahrnehmung verdichtet, verschiebt und neu formiert.

Die Ausstellung versteht sich nicht als Gegenüberstellung zweier Medien, sondern als wechselseitige Spiegelung:

Was ist Fotografie, wenn sie an malerische Gesten erinnert? Was ist Malerei, wenn sie fotografisch wirkt?

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Jörg Klaus, MANDALAY BAY, Las Vegas, 2000, C-Print, 120 x 240 cm

Die Fotografien von Jörg Klaus entziehen sich einer eindeutigen Lesbarkeit. In Serien wie The Intension Is To Move entstehen Bilder, die nicht dokumentieren, sondern evozieren. Unschärfen, Bewegungen und reduzierte Formen erzeugen visuelle Zustände, die an Erinnerungen oder flüchtige Wahrnehmungen erinnern und zugleich an malerische Gesten denken lassen. Klaus verschiebt die Bedeutung vom Motiv hin zur Wahrnehmung selbst: Seine Arbeiten öffnen mehrdeutige Bildräume, in denen sich Bedeutung nicht festschreibt, sondern individuell entfaltet.

Dabei nutzt er bewusst die Mehrschichtigkeit des Bildes - zwischen formaler Erscheinung, inhaltlicher Ebene und subjektiver Intention. Seine Fotografien fordern dazu auf, eigene Sehgewohnheiten zu hinterfragen und sich auf das Spannungsfeld zwischen dem Sichtbaren und dem Gemeinten einzulassen.

„Ich will nicht einfangen, was ich sehe – sondern, wie es sich anfühlt, wenn ich es sehe.“

Auch Jörg Kujawa arbeitet mit dem Moment - jedoch ausgehend vom fotografischen Bild als Ausgangspunkt seiner Malerei. Seine urbanen Szenarien sind keine Abbilder, sondern Verdichtungen von Erinnerung, Beobachtung und Imagination. In seinen Gemälden entstehen Bildräume, die wie eingefrorene Sequenzen wirken: Figuren verharren in Bewegung, Architektur wird zur Bühne, Details gewinnen narrative Kraft.

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Jörg Kujawa, Crossing, 2025, Öl auf Leinwand, 120 x 180 cm

Kujawa verbindet klassische Ölmalerei mit einer kompositorischen Klarheit, die an fotografische Bildfindung erinnert. Perspektivische Verschiebungen, grafische Strukturen und subtile Farbschichtungen erzeugen eine visuelle Spannung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Seine Malerei reflektiert das fotografische Sehen, ohne sich ihm zu unterwerfen.

„Fotografie ist mein Skizzenbuch – Malerei ist das, was daraus wird.“

In diesem Dialog entfaltet sich ein vielschichtiges Nachdenken über Bildräume, Komposition und Atmosphäre. Beide Künstler verbindet ein sensibles Gespür für den Moment - für jene flüchtigen Konstellationen, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination ineinandergreifen.

Mit „Augenblicke“ knüpft die Galerie nüüd.berlin an ihr zentrales programmatisches Anliegen an: die Durchdringung und das Zusammenspiel von Fotografie und Malerei. Die Ausstellung eröffnet nicht nur neue visuelle Perspektiven, sondern auch einen konzentrierten Blick auf zwei künstlerische Positionen, die den Augenblick als ästhetisches und erkenntnistheoretisches Ereignis begreifen.

Jörg Klaus (*1961 in Altenburg/Thüringen) begann 1987 während seines Pädagogikstudiums in Halle/S. mit Straßenfotografie. Fasziniert vom Medium brach er das Lehramtsstudium ab und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Fischer und Astrid Klein, wo er sein Diplom mit Auszeichnung abschloss. Parallel arbeitete er als freier Fotograf für Magazine und Agenturen, vor allem im Bereich Porträt- und Peoplefotografie. Es folgten Auslandsaufenthalte u. a. in Los Angeles, Portugal und Spanien. Klaus war Mitglied der Agentur Ostkreuz sowie international vertreten. Seine freien Arbeiten entstehen häufig als Langzeitprojekte und reflektieren präzise beobachtete Alltagssituationen. Er lebt und arbeitet in Berlin.Formularende

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Jörg Klaus, The intension is to move, #7, 2023, C-Print auf Alu-Dibond, 120 x 90 cm

Jörg Kujawa (*1973 in Osnabrück) ist Maler und studierte Kunst an der Universität Osnabrück. Seit seiner Jugend der Malerei verbunden, entwickelt er eine Bildsprache, die zwischen Intimität, Beobachtung und atmosphärischer Verdichtung oszilliert. Aus präziser Wahrnehmung und einem starken inneren Empfinden entsteht ein Werk, das durch seine haptische, körperliche Präsenz wirkt. Fotografische Skizzen dienen ihm als Ausgangspunkt; entscheidend ist die Übersetzung des Wahrgenommenen in die sinnliche Materialität der Farbe. Der Künstler erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Piepenbrock-Kunstförderpreis. Seine Arbeiten wurden in Deutschland und Paris gezeigt und befinden sich in privaten wie öffentlichen Sammlungen. Er lebt und arbeitet in Osnabrück.

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Tel.: +49 1577 5330889

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