Auch wenn das denkmalgeschützte Shellhaus am Reichpietschufer von außen durch seine Eleganz und Leichtigkeit überzeugt, spiegelt sich der Schwung der Außenfassade nicht unbedingt im Inneren des Gebäudes wider. Eine verwirrende Anzahl langer, enger Flure mit grauen Türen, die über sechs Etagen mehr oder weniger geräumige Büros verbergen, lassen schnell erahnen, dass das Arbeitsklima in diesen Räumlichkeiten durchaus seine atmosphärisch bedingten Schattenseiten hat.
Es verwundert deshalb nicht, dass diesem Zustand entgegen gewirkt werden sollte und man auf die Idee kam, durch Kunst die Atmosphäre zu verändern. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen ist der GASG jedoch nicht der Fehler unterlaufen,"Dekoration" als Kunst misszuverstehen. Stattdessen wurde vor 5 Jahren in Kooperation mit dem Kunstverein Kunstfabrik am Flutgraben ein umfassendes Konzept entwickelt, die Flure und Treppenhäuser des GASAG-Hauses mit junger zeitgenössischer Kunst auszustatten. Vier geschlossene Wettbewerbe wurden unter den Künstlerinnen und Künstlern, die alle mit der Kunstfabrik am Flutgraben e.V. zusammenhängen (bspw. durch dortige Ateliernutzung, Ausstellungsbeteiligungen), ausgelobt. Voraussetzungen für die künstlerischen Konzepte war die Auseinandersetzung mit dem Ort, das heißt mit der Architektur, den Mitarbeitern oder dem Produkt Erdgas. Eine externe Jury entschied dann, wessen Konzept realisiert werden konnte. Insgesamt wurden von 215 Vorschlägen 38 Projekte ausgewählt und realisiert.
Auch, wenn der Umstand, dass die Kunstfabrik am Flutgraben als einzige künstlerische Institution die Basis für die Künstlerauswahl traf, fragwürdig scheint, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Die Arbeiten reichen von Installationen über Malerei und Grafik bis hin zur Fotografie und partizipatorischen Werken, die erst im Laufe der Zeit vollendet werden. Dabei verweisen die meisten Werke auf eine sehr intensive und komplexe Auseiandersetzung mit dem Ort, die überzeugt und zu einem schlüssigen Gesamteindruck beiträgt.
Die Tristesse der Flure tritt hinter die mal überraschenden, mal irritierenden, mal Fragen aufwerfenden künstlerischen Arbeiten zurück und wie man hört, stehen die Mitarbeiter der Kunst aufgeschlossen gegenüber.
Wer sich selbst ein Bild von der "Kunst im Bau"-Sammlung und den einzelnen Arbeiten machen möchte, hat zu folgenden Terminen die Gelegenheit.
Führungen durch die "Kunst im Bau"-Sammlung 2007
25.01.07, 18 Uhr: Sonderführung durch die Kunst im Bau-Sammlung
14.02.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 12.02.07)
11.04.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 09.04.07)
13.06.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 11.06.07)
08.08.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 06.08.07)
10.10.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 08.10.07)
12.12.07, 18 Uhr: Führung durch die Kunst im Bau-Sammlung (Anmeldung erbeten bis 10.12.07)
Anmeldung per E-Mail (sponsoring@gasag.de) oder Telefon (030- 7872-1021) möglich.
Abbildung: Valeska Peschke, Jet Flame, 2006, Installation aus 5,3 Tonnen Glaskiesel, ca. 4,50 x 39,40 cm
GASAG
Reichpietschufer 60 - 10785 Berlin
www.gasag.de
Berlin Daily 12.12.2025
Lecture-Performance: Hung Tongue by Slavs & Tatars
18 Uhr: Es werden Voice-Over-Übersetzungen erforscht und was sie uns über die Performativität von Sprache erzählen können. S?NEMA TRANSTOPIA Lindower str. 20/22, Haus C | 13347 Berlin
"Kunst im Bau" - Sammlung der GASAG ist komplett
von ch
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