Vom 23.3. bis zum 13.4. zeigt die GdK, Galerie der Künste, zum zweiten Mal die von Ingeborg Fülepp und Heiko Daxl organisierte Ausstellung "strictly berlin". Das Projekt wurde erstmals 2006 von dem Kuratorenduo realisiert mit dem Ziel, einen Überblick über in Berlin arbeitende Medienkünstler zu geben. Mit minimalen finanziellen Mitteln ist es ihnen gelungen, Arbeiten von über 80 Künstlern internationaler Herkunft auszustellen. Der provisorische Charakter der Ausstellung lässt den Charme von Berlin-Mitte der 90er Jahren wieder aufleben.
"strictly berlin" soll weniger als kohärent kuratierte Ausstellung gesehen werden, denn als Plattform für Künstler und ihre Arbeiten. Sie gibt einen Querschnitt über unterschiedliche Möglichkeiten medialer Ausdrucksformen, lässt jedoch jegliches kuratorisches Konzept vermissen. Statt mit einer Kommunikation von Inhalten, ist der Besucher mit einem Nebeneinander von Ideen konfrontiert.
So prangert beispielsweise der ungarische Künstler Antal Lux in seiner Arbeit "Die Waffe des Proletariats ist im Sande verlaufen" die Instrumentalisierung der Medien aus dem Blickwinkel des Jahres 1989 an. Zu sehen ist ein mit Hammer und Sichel durchschlagener Fernsehbildschirm. Die Symbole des Arbeiter- und Bauernstaates verbleiben im Innern des Apparates auf einem Haufen Sand. Akustisch begleitet wird das Szenario von kommunistischen Volksliedern. Das Werk illustriert lediglich den Titel. Um Missverständnisse zu vermeiden fügt der Künstler folgenden Untertitel hinzu: "Die Medien sind politische Systeme, sie manipulieren das Individuum."
Tobias Trutwin hingegen beschäftigt sich nicht mit den Medien als Phänomen, sondern mit dem Medium des Bildträgers. Sein Werk "Superuschi" (o.J.) zeigt eine auf Glasplatte gedruckte, verfremdete Version von Fouquets berühmter "Madonna mit Kind", welche von einem Scheinwerfer angestrahlt wird. Aufgrund der Lichtdurchlässigkeit der "Leinwand" Glas entsteht eine Projektion auf der dahinter liegenden Wand. Der Betrachter sieht so das Bild gedoppelt und setzt sich mit seinen eigenen Wahrnehmungsmustern auseinander.
Der aktuellste Bezug in "strictly berlin" wird von Waltraud Tänzler hergestellt. "that’s me!" (2006) ist die einzige Arbeit, die das Internet als offenes Medium, an welchem jeder Einzelne sich gestalterisch beteiligen kann, thematisiert. Auf einem Laptop läuft eine Bilderschau mit 600 privaten Photos, welche die Künstlerin auf unterschiedlichen Internetseiten gefunden hat. Die Akkumulation der Amateurbilder veranlasst den Rezipienten über die individuelle Inszenierung im world wide web nachzudenken.
Insgesamt führt die Aneinanderreihung inhaltlich und formal kaum korrespondierender Arbeiten zu einer lediglich oberflächlichen Beschäftigung mit Medienkunst.
Öffnungszeiten: Mittwoch - Samstag, 12 - 16:30 Uhr und nach Vereinbarung
GdK, Galerie der Künste
Potsdamerstr. 78
10785 Berlin
www.strictly-berlin.de
Berlin Daily 21.04.2026
Orte ans Licht bringen - Vortrag
18 Uhr:von Carolin Förster (Fotohistorikerin: Erkundungen in der fotografischen Stadtgeschichte Tempelhof Museum | Alt-Mariendorf 43 | 12107 Berlin
007 - STRICTLY BERLIN – TARGETS OF OPPORTUNITY
von Clara Meister & Nana Bahlmann
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