"Beim Betrachten ihrer Fotografien fühlt man sich, als ob man einen kurzen, privilegierten Moment lang den Blick auf eine andere Welt erhascht, wo völlig einfache Dinge aufgeladen sein können mit der Kraft ihrer Besitzer", urteilt die Financial Times.
Auf nackter Erde steht ein geflochtener Korb, aus dem ungekämmte Wolle quillt. Darunter steht in der Maya-Sprache Tzotzil: "Verbrenne nicht des Schafes Wolle, denn dann erblindet das Schaf." Die Schwarz-Weiß-Fotografie ist Teil der Serie "Creencias", an der die Fotografin Maruch Sántiz Gómez seit 1993 arbeitet. Dabei stellt sie jeweils eine Aufnahme von einer Person oder einem Gegenstand mit einem Sinnspruch zusammen. Die Bilder überraschen durch ihre Kargheit. Maruch vermittelt zwar die prekären Lebensbedingungen der Dorfbewohner, aber ihre Arbeiten sind keine Dokumente der Anklage. Indem sie die Aufnahmen mit kurzen Texten in Tzotzil zusammenfügt, verweist sie auf eine über die fotografierten Objekte und Situationen hinausgehende, nicht sichtbare Bedeutungsebene, die "Creencias". Es sind Lebensweisheiten ihrer Vorfahren: Sie wurden Maruch als Kind von ihrem Urgroßvater zugeflüstert, sie hat sie später in verschiedenen Gemeinden Chamulas aufgezeichnet.
Mit dieser Sprichwortsammlung eröffnet Maruch eine Welt kollektiver Vorstellungen, die Natur und Objekte gleichermaßen durchwirken und "beseelen". Ihre Werke werden seit 1994 in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt.
Haus der Kulturen der Welt
6. 11. - 1.12.02 / Eröffnung: 5. November 2002, 18.00 Uhr /
Di - So 10.00 - 20.00 Uhr / Eintritt frei
Berlin Daily 17.03.2026
Attaque(e)r le visible Körperliche Interventione
20 Uhr: Projektionen von Yoshiko Chuma. Danach gibt es ein Gespräch mit Sarah Möller, Kuratorin, Dramaturgin und Vertreterin der Filme von Yoshiko Chuma. R. - Raum für drastische Maßnahmen, Oderstr. 34, 10247 Berlin
Maruch Sántiz Gómez - Creencias: Weisheiten unserer Vorfahren
von - Quelle: mexartes-berlin.de
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