Am 24.9.09 trafen sich die Künstler Olafur Eliasson und Monica Bonvicini, der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, der Kurator Klaus Biesenbach, der ehemalige Geschäftsführer der Temporären Kunsthalle Thomas Eller und der Journalist Niklas Maak im Hamburger Bahnhof, um über die zukünftige Kunsthalle zu diskutieren.

Der Regierende Bürgermeister hat ein Manko erkannt, er will mit einer Kunsthalle u.a. den Anschluss an die Kunstzentren gewährleisten, dazu benötigt man Fläche. Er hat 15 Standorte prüfen lassen und kommt zu dem Ergebnis: Humboldthafen nicht unbedingt, aber es sei der Beste.

Zunächst benötigt Wowereit dafür 400 000 EUR für zwei Jahre zur Planung. Dann 30 Millionen EUR auf drei Jahre verteilt für den Bau (ab 2012) und anschließend 4 Millionen pro Jahr für den Betrieb. Das müsse der Senat aber erst noch durchwinken.

Olafur Eliasson widmet der Kunsthalle daraufhin seinen, am Morgen vollzogenen "verlangsamten Gang durch die Reinhardtstraße" als ein erstes Kunstwerk. Auch Monica Bonvicini plädierte für ein experimentelles Gebäude und einen intensiven Dialog zwischen Künstlern, Kuratoren und Architekten. Thomas Eller betonte das außerordentliche Interesse der Galerien an einer Kunsthalle sowie die Wirkung einer Kunsthalle als Scharnier nach außen.
Niklas Maak von der FAZ möchte einen öffentlichen Ort jenseits von Shopping, Kino und Botschaften definieren und durch junge Architekten einen porösen Raum schaffen lassen, der auch einer analytischen Herangehensweise im Sinne von Eliassons - Was ist hier anders? Es ist die Stadt von morgen - standhält.

Wenig Beachtung fand das präsentierte Konkurrenzprojekt Blumengroßmarkt als Alternative zum Humboldthafen. "Eine Kunsthalle als EU-geförderte Stadtteilaufwertung Kreuzberg" könne leicht scheitern, so Wowereit, man sehe es ja schon jetzt, dass eine Kunsthalle nicht zwingend gelingt.

Letztendlich kann man festhalten, dass ein zukünftiger Leiter einer solchen neu zu bauenden Kunsthalle, diese in ihrer Funktion und Nutzung erst im Dialog mit den Künstlern definieren müsste, um dann mit einem jungen experimentierfreudigen Architekten den öffentlichen, nach außen wirkenden Ort zu schaffen, der Berlin mit den internationalen Kunstzentren verbindet. Wobei dann vieleicht auch noch das notwendige Geld für eine zweite Kreuzberger Kunsthalle aufzutreiben sei (bei der Größe Berlins).