Lust auf eine Zeitreise in die 80er? Dann ist die Ausstellung zum Nightclubbing in New York genau das Richtige: Hier Andy Warhol mit Jean Michel Basquiat, ach ja Grace Jones, Keith Haring, da sogar Rainer Fetting, ein erstaunlich jung aussehender David Bowie und Blixa Bargeld mit der charakteristischen Strubbelfrisur ... Der deutsche Fotograf Wolfgang Wesener (kurz wowe) hat sie alle, alle zwischen 1984 und 1988 porträtiert. Häufig in einem der trendy Clubs, wie das Palladium oder das Area, manchmal, so scheint´s, auch bei einer Ausstellungseröffnung oder einem Theaterbesuch.

Damit zeigt die großzügig ausgestattete Galerie c/o nach Peggy Sirota und André Rival einen weiteren Fotografen, der sein Honorar durch das Ablichten von Prominenten verdient(e). Und sicherlich wird auch diese Ausstellung wieder ein Publikumsrenner werden.
Doch so richtig will sich das Gefühl von Glanz und Glamour nicht einstellen: Liegt es am Format (30 x 40 cm), liegt es an der Wahl des Schwarzweißfilmes, liegt es daran, dass die Zeiten einfach unwiderbringlich vorbei sind? Ein Hauch von Nostalgie schleicht sich beim Betrachten ein.
Die Aufnahmen selbst sind eher klassisch (alle mit einer alten Leica fotografiert): Halbporträts; die Porträtierten schauen häufig direkt in die Kamera; sie sind allein, selten zu zweit oder zu dritt in einem öffentlichen Raum, der zumindest für Nicht-New Yorker kaum näher zu bestimmen ist. Das es sich dabei alles um Zugehörige einer bestimmten Szene, um Avantgarde, um Exklusivität handelt, erschließt sich für den Betrachter eher durch das Wissen um den Namen des Dargestellten und durch den Ort des Abbildens. Viele der Fotos wurden in dem legendären "details magazine" abgedruckt, herausgegeben von Stephen Saban.

Mit Vitrinen voller Erinnerungsstücke an die nicht mehr existierenden Nightclubs und einer Filmecke, wo die Filme "Studio 54" und "Basquiat" laufen, versuchen die Kuratoren dennoch, etwas von der damaligen Atmosphäre zu vermitteln.