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Berlin Daily 02.02.2023
Kooperative Stadt & Urbane Praxis

17 Uhr: Bilanz und Ausblick. Podiumsdiskussion Dragoner Areal / Kiezraum | Mehringdamm 20 | 10961 Berlin

highways and byways. together again

von Barbara Borek (06.01.2014)
vorher Abb. highways and byways. together again

Nic Hess, Zeichnungsinstallation: Bogin,Tremblay, Bolotowski, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin, Courtesy Daimler Kunst Sammlung

Dieser Besuch ist ein inspirierender Start ins Neue Jahr: Die Ausstellung im historischen Weinhaus Huth entstand in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Künstler Nic Hess und führt in eine raumgreifende Zeichnungsinstallation.

Nic Hess, 1968 geboren, setzt sich in seinen Arbeiten mit den klassischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts auseinander. Für die Daimler Kunst Sammlung entwickelte der Züricher Künstler einen Rundgang durch die Räume am Potsdamer Platz, führt die Werke in einem lebendigen, bunten und durchaus humorvollen Parcours zusammen. So wird die Ausstellung selbst zur Installation, zur Entdeckungsreise in die moderne und zeitgenössische Kunst und zur Entdeckungsreise in die eigene Wahrnehmung.

Bis Mitte der 1980er konzentrierte sich die Daimler Kunst Sammlung auf die europäische Avantgarde, seit 1986 erfolgt die Öffnung auch zur US-amerikanischen Kunst. Die aktuelle Präsentation der Sammlungsleiterin und Kuratorin Renate Wiehager lässt ausgewählte Werke der Sammlung – in chronologischer Abfolge gehängt - mit und durch die Arbeiten von Nic Hess in Dialoge treten: miteinander, mit Hess´ künstlerischen Adaptionen, mit den Besuchern. Seit den späten 1990er Jahren nimmt der Künstler Räume in Besitz, er arbeitet mit Farbkonzepten und Lichtinstallationen, entwickelt mit assoziativen Zuordnungen, Ornamenten und Figuren eine intensive und gleichzeitig leichte Raum- und Bildsprache.

Nic Hess, Zeichnungsinstallation: Oli Sihvonen, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin, Courtesy Daimler Kunst Sammlung

"highways and byways. together again" lässt die Blicke wandern, von den Wänden zur Decke, auf die Türen und an die Fenster. Jede Ecke in der besonderen Raumfolge wird Teil der Ausstellung, manchmal erst auf den zweiten Blick. So nimmt Hess das Quadrat aus einem Gemälde von Adolf Fleischmann (Triptychon #505, #506,#507, 1961) als Thema auf und lässt einen Lichtschalter der Schweizer Firma Feller mit ihm korrespondieren. Er verbindet Arbeiten der West Coast Künstler John McLaughin und Frederick Hammersley über seine Linien- und Farbführungen und fügt sie in eine historische Türsituation der 1910er Jahre ein. Für die Besucherinnen und Besucher eröffnen sich immer neue Ein- und Aussichten, immer wieder können unterschiedliche Blickwinkel gewählt werden.

Gene Davis´Arbeit (Untitled, 1969) weitet Nic Hess in den Raum aus, zieht die schwarz-bunten Streifen in und um die Ecksituation, als gemalte Buntstifte gehen sie letztendlich in zwei aus der Wand ragende Objekte über. Ein begehbarer Kunstraum ist entstanden. Im Kabinett, einem kleinen Separée, finden die Besucher das Swiss Reh von Hess (2012), ein mit Schweizer Taschenmessern gespicktes Reh. Es liegt vermeidlich friedlich in der Nähe eines historischen Quilts der Amish People (1895). Diese Stoffcollagen gelten mit ihren dynamisch-geometrischen Formen als wichtiger Vorläufer einer eigenständigen Abstraktion in den USA.

Nic Hess, Zeichnungsinstallation: Zox, Sihvonen, Hess, Lionni, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin, Courtesy Daimler Kunst Sammlung

Nic Hess stellt die künstlerischen Positionen durch seine Installation in zeitgenössische Bezüge, für ihn wird die Kunstgeschichte "zum Werkzeugkasten". Hierbei ist auch Ironie im Spiel, wenn Hess beispielsweise neben einem Gemälde des Amerikaners Sylvan Lionni (Structured Query Language 2, 2010) eine Wandtapete aus knapp 2000 Visitenkarten auf die Wand bringt.

Mit farbigen Folien, Klebebändern, Kohlezeichnungen und Wandbemalungen ist im Haus Huth eine komplexe Raumeinheit entstanden, in der die Besucher einem imaginären Erzählfaden folgen – und dem Künstler begegnen können.

highways and byways. together again
Nic Hess inszeniert amerikanische Kunst aus der Daimler Kunst SammlungWest Coast – Washington Color School – Systemic Painting – New York Abstraction

bis 16. März 2014

Daimler Contemporary
Haus Huth
Alte Potsdamer Straße 5
10785 Berlin

Öffnungszeiten: täglich 11-18 Uhr

An jedem dritten Samstag finden deutschsprachige Führungen statt.

sammlung.daimler.com

Barbara Borek

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Titel zum Thema Nic Hess :

highways and byways. together again
Ausstellungsbesprechung: Dieser Besuch ist ein inspirierender Start ins Neue Jahr: Die Ausstellung im historischen Weinhaus Huth entstand ...

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