Magazin Zeichnen Nr. 4 - Kunsthochschule Berlin Weißensee 2003
"Zeichnen ist Tätigkeit, es führt zu nichts, weil jede Linie irgendwann aufhört. Das hat die Linie mit dem Leben gemeinsam." Mit diesem philosophischen Gedanken von Nanne Meyer beginnt das bereits vierte Magazin der Berliner Kunsthochschule Weißensee zum Thema "Zeichnen". Jedoch werden hier nicht Hinweise gegeben, nach welchen Methoden man ´richtig`zeichnet oder wie eine ´richtige`Zeichnung auszusehen hat. Die Broschüre verfolgt eine andere Intention: Die Studierenden und Lehrenden dieser Hochschule sind der Überzeugung, dass das Zeichnen die Grundlage allen künstlerischen Schaffens sei.
Wie der Rektor der Kunsthochschule Rainer W. Ernst in seinem kurzen Aufsatz erklärt, ist das Zeichnen gerade in unserem Zeitalter von größter Bedeutung. Durch die Komplexität der uns umgebenden Welt sind wir gezwungen, die Zusammenhänge richtig und schnell zu erfassen. Das Zeichnen dient also nicht nur der
Visualisierung von Gedanken, sondern ist Erkenntnismittel.
Auf 160 Seiten wird der enorme Facettenreichtum der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Körper präsentiert. In sechs Kapiteln mit so inspirierenden Titeln wie "Ich sperre eine Tür auf und traue meinen Augen" oder "Bild für Bild, einsteigen, bitte" wird der Leser tatsächlich verführt, in die Beiträge und Zeichnungen diverser Art einzusteigen. Untersucht werden hier das Phänomen der Kreativität, selbst erstellte Gesetze des Zeichnens, neue Wege zum Finden von Ideen oder Beispiele des Kreierens mit
Pixeln. Individuell werden diese Vorgehensweisen offenbart, wobei man sich nicht auf einen Studiengang spezialisiert, sondern einen farbenfrohen Fächer von Modedesign über Architektur und Illustration bis hin zu Kommunikationsdesign schafft.
Das Magazin mit seinen inspirierenden und teils auch provokanten Einblicken kann als Anregung nicht nur für Studenten aus allen künstlerischen Bereichen zur Anschaffung empfohlen werden.
Berlin Daily 14.01.2026
Performance: SILENCE von Mehtap Baydu
18 Uhr: im Rahmen der Ausstellung zum Marianne-Werefkin-Preis. Kommunale Galerie Berlin | Hohenzollerndamm 176 | 10713 Berlin
Zeichnen
von Joanna Olchawa
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