Im achten Jahr seit seiner Gründung geht es dem Art Forum Berlin nicht besonders gut. Das hat einerseits mit dem Anwachsen der Messe-Konkurrenz zu tun, andererseits mit dem Fernbleiben von wichtigen, herausragenden Galerien sowohl aus Berlin und anderen deutschen Städten als auch aus dem Ausland.

Besonders unglücklich ist der Umstand des Fernbleibens herausgehobener Galerien, da das Art Forum Berlin einzig das begrenzte Segment der zeitgenössischen Kunst repräsentiert.

Es hat sich aber doch etwas geändert in Berlin.

Teile der Presse fangen an, die zeitgenössische Kunst in Berlin angesichts der Krise in den Himmel zu loben. So schreibt Brigitte Werneburg in der TAZ: "Kurze Wege, kleine Preise - Schaut gut aus", und Peter Schubert entdeckt in der Welt am Sonntag gleich eine Generation neuer Sammler und attestiert Berlin vitalen europäischen Kunstmetropolen-Charakter. Es sind zum Teil Kommentare, die die PR-Abteilung der Messe in den Schatten stellen.

Mit einer gewissen Genialität überschreibt dann auch Christian Herchenröder in der Neuen Züricher Zeitung - einen Bildtitel zitierend - seinen Artikel mit "Ich sehe was, was Du nicht siehst - Gute Stimmung am Art Forum Berlin für aktuelle Kunst", um mit dem Verweis auf aktuelle Ausstellungen, nicht etwa zeitgenössischer, sondern vielmehr moderner Kunst in Berlin zu enden.

Der heiße Messe-Herbst hat jetzt begonnen. Man wird in einem Monat schon mehr wissen, auch fürs nächste Jahr.