(c) Dominik Halmer, Installationsansicht Atelier Harvest, Faith, Homer
Die Arbeiten von Dominik Halmer sind Bild- und Materialcollagen, bewegte Bild-Objekte, assoziative Material-Konstruktionen.
Die beiden Ausstellungsräume der Kommunalen Galerie Steglitz-Zehlendorf in der historischen Villa in Steglitz wirken ein wenig wie Spielzimmer: große Bälle oder Reifen auf dem Boden, ein Leiterwagen mit unterschiedlichen Elementen, ein zusammengeschrumpfter Tisch mit Dominomuster, die Comicfigur Homer als Siebdruck. Und dazwischen die Besucher_innen, beobachtend und sich positionierend.
Dominik Halmer, 1978 in München geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Nach dem Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität, besuchte der Künstler die Kunstakademie in Düsseldorf, war Meisterschüler bei Albert Oehlen und absolvierte ein Postgraduiertenjahr bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seine MOBILEN BILDEINHEITEN sind Gebilde, mit denen er die Grenzen der Malerei und Skulptur auslotet. Die Werke wandeln sich, ein Bild wird Objekt, ein Objekt Installation und die Installation wieder zum Bild; Zwei- und Dreidimensionalität in Frage gestellt bzw. neu definiert.
(c) Dominik Halmer, Harvest
So ist Harvest (2016, Holz, Tusche, Lack auf Leinwand auf MDF, Orangen Replikat, Satin, Stahlachse, Räder) nicht nur eine an die Wand gestellte Holzleiter mit Rädern, auf der allerlei Objekte aufgebracht sind. Der spielerische Charakter wird durch die fest montierten Materialien konterkariert, die Frage gestellt: Wo findet die Bewegung statt?
Sein Wagon (2016, Öl auf Gips, Lack auf MDF, Stahl, Gummireifen, Kabel, Glühbirne, Fassung) kann ebenfalls gekippt werden, an der Wand lehnen oder auf dem Boden stehen. Der fluoreszierende, sandähnliche wirkende Inhalt leuchtet, erinnert an Mondkrater. Auch hier die Frage des Künstlers: Macht das Sinn? Muss das Sinn machen? Hat Sinn Macht?
Die Dimensionen kippen, der Billard-ähnliche Tisch scheint zu klein (Faith, 2017, Sprühfarbe auf Nessel, Holz, Lack), der Gymnastikball zu groß (Insurance, 2017, Büffelleder). Die Reifen aus Holz und Plastik, ergänzt um einen zusammengerollten Gartenschlauch (o.T.) liegen als verbindende Einheit zwischen den Bild-Objekten Plow (2016, Holz, Öl auf Leinwand, Lack auf Ton, Gummireifen, Stahl/Aluminiumrohr, Fahrradgriffe) und Prayer (2016, Öl auf Nessel, Lack auf Kunststoff, Aluminium, Eichenholz, Messing) auf dem Galerieboden. Auch hier spielt Dominik Halmer mit alltäglichen Elementen und ungewöhnlichen, ja absurden Zusammenstellungen.
Und dann ist da noch Homer (2017, Siebdruck auf Papier, gerahmt), die bekannte Figur der US-Serie DIE SIMPSONS, der auf der einen Seite alle Stereotypen unseres Amerikabildes bedient, gleichzeitig aber auch Identifikationsangebote macht. Sein Namenspatron gilt als Verfasser der frühen Heldengedichte, der Ilias und der Odyssee. Bewegung also auch in diesen Arbeiten von Dominik Halmer, Bewegung auf den Ebenen Sehen und Denken, Bewegung in verschiedene Richtungen. Spielräume eben.
Ein schöner kleiner Katalog mit Infos ist in der Galerie erhältlich. Am Mittwoch, 25. Januar, findet um 17 Uhr eine Führung mit Jennifer Graubener durch die Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei.
leaving the place
eine Rauminstallation von Dominik Halmer
bis 5. März 2017
Galerie Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55
12165 Berlin-Steglitz
Di – So 10 – 18 Uhr, rollstuhlgerechter Zugang
http://www.kultur-steglitz-zehlendorf.de
Berlin Daily 04.12.2025
Ausstellungsrundgang
18 Uhr: mit Klara Hülskamp im Rahmen der Ausstellung "Up Close - Goldrausch 2025". Galerie im Körnerpark | Schierker Str. 8 | 12051 Berlin
Spielräume - Dominik Halmer in der Schwartzschen Villa
von Dr. Barbara Borek
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