Berlin Daily 16.04.2026
After the Crash. Cécile Wajsbrot und Hito Steyerl
20 Uhr: Ein literarisches Vis-à-vis der Schriftstellerin Cécile Wajsbrot und der Filmemacherin Hito Steyerl ... Akademie der Künste | Pariser Platz 4 | 10117 B
Mitmachen! Ethische Prinzipien als Handlungsanweisung
von chk
Vertrag
"Ich werde immer zu teuer sein, um gekauft zu werden" "Ich werde immer meinen, was ich sage" "Ich werde immer das tun, was ich sage" so lauten die Handlungsanweisungen Adrian Pipers, die sie in ihrer Ausstellung The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3 im Hamburger Bahnhof an die Besucher richtet. Zu lesen sind diese Sätze auf drei gleich großen, raumhohen, grauen Wänden in der historischen Halle des Museums. Vor den Wänden steht jeweils ein Tresen mit einem Mitarbeiter dahinter.
Handlungsanweisungen rufen zu einer Handlung auf, und so können die Besucher am Tresen einen Vertrag mit sich selbst abschließen, indem sie sich dazu verpflichten, ihr Handeln an ethischen Prinzipien wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit auszurichten. Am Ausstellungsende erhalten die Teilnehmer ein Verzeichnis mit allen Namen der Unterzeichneten.
Raumansicht
Es ist die erste museale Einzelausstellung der 1948 in New York geborenen Konzeptkünstlerin und Philosophin in Deutschland. Aber es ist nicht das erste Mal, dass das gleichnamige Hauptwerk der Künstlerin zu sehen ist: bereits 2013 war es in einer New Yorker Galerie ausgestellt und 2015 auf der Venedig Biennale, wo Piper mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Die Arbeit kann an verschiedenen, auch nicht musealen, Orten gezeigt werden, ohne dass sich ihre Bedeutung oder ihre Intention verändert.
Adrian Piper, die weder Interviews gibt noch an der Pressekonferenz oder Eröffnung teilnimmt, um allein ihr Werk sprechen zu lassen, sieht in ihrer Arbeit wie - Udo Kittelmann (Direktor der Nationalgalerie) zur Pressekonferenz mitteilte - "ein Grundelement in jedem stabilen menschlichen Kontext". Durch das Unterzeichnen des Vertrages wird der Unterzeichner Teil einer Gruppe, die auf Vertrauen basiert, er gibt ein Versprechen. Jeder kann den Vertrag jederzeit kündigen. Mit wem? Mit sich selbst. Es geht um demokratische Prozesse und die Verantwortung jedes Einzelnen.
Raumansicht
Wer, wenn nicht ein Künstler kann in der heutigen Zeit zu solch einem Vertragsabschluss auffordern? Also, so lautet unsere Handlungsanweisung: Mitmachen
Seit 2005 lebt und arbeitet Adrian Piper in Berlin.
Ausstellungsdauer: 24.02. – 03.09.2017
Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr
Do 10 – 20 Uhr
Sa, So 11 – 18 Uhr
Mo geschlossen
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Staatliche Museen zu Berlin
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
adrianpiperinberlin.de
adrianpiper.com/
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