Am 04.02.04 sprach die Jury der Stiftung Kunstfonds den mit 25.000 Euro hochdotierten "HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst" dem in Berlin lebenden Künstler Thomas Kilpper zu, dessen Werk neben Zeichnung, Skulptur und Video auch temporäre Installationen und Eingriffe in leerstehende Gebäude umfasst.

" . . . der 1956 geborene Thomas Kilpper (beschäftigt sich) mit der Geschichte von Orten und ihrer sozialen und politischen Dimension. Sein Interesse gilt dabei insbesondere den sensiblen Bereichen und Konfliktfeldern von Politik und Geschichte. Zweimal verwandelte Kilpper Parkettfußböden in einen riesigen Holzschnitt und Druckstock voller Geschichten und Geschichte. Ein anderes Mal führte er das Holz der Einbauschränke eines ehemaligen Schwesternwohnheims in London zurück in seine ursprüngliche Form eines Baums. Zuletzt baute er mit Jugendlichen aus dem Flüchtlingslager Jenin, in den besetzten Gebieten Palästinas, aus dem Material zerstörter Häuser und Autos eine überlebensgroße Pferde-Skulptur und zog diese fast 200 km von Checkpoint zu Checkpoint durch die Westbank. Es ist der zerfallende, konfliktreiche, meist semi-öffentliche Raum, der Thomas Kilpper anzieht und gleichzeitig herausfordert. Er greift ein in die vorgefundene Substanz, zerschneidet sie und setzt sie neu zusammen. Damit belebt er den Ort wieder neu und legt Teile seiner Geschichte frei." (Quelle: Kunstfonds / Presse)

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