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Berlin Daily 21.09.2019
Vortrag+Gespräch: Feministische Wohngeschichte(n)

16 Uhr: „Margarete Schütte-Lihotzky und die Zukunft des Wohnens“ von Christine Zwingl und Gespräch mit Christine Zwingl und Moira Zoitl.
alpha nova & galerie futura | Am Flutgraben 3 | 12435 Berlin

(Einspieldatum: 13.05.2019)

Komm doch mal nach Ostberlin

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Barbara Metselaar Berthold (*1951), aus der Serie Filetstücke - Vexierbilder Berlin Mitte, 1978-2010, hier: Alexanderplatz, Womacka-Brunnen, 1984 © Barbara Metselaar Berthold

Die Ausstellung „Ost-Berlin. Die Halbe Hauptstadt“ im Museum Ephraim-Palais widmet sich dem Alltag in der sozialistischen Metropole.

Fotos von politischen Großveranstaltungen zur staatlichen Selbstinszenierung und „Selfies“ einer werdenden Mutter im Kreissaal des Klinikums Berlin-Buch, buntgestaltete Einkaufstüten aus dem sozialistischen Konsumparadies Ost-Berlin und handgeschriebene Zettel mit der Bitte, ein paar „nahtlose Strümpfe über die ´Mauer`“ zu werfen: In der Ausstellung „Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt“ findet ein ständiger Perspektivenwechsel statt vom Großen ins Kleine, vom Öffentlichen ins Private, vom Inszenierten ins Heimliche.

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Jürgen Nagel (*1942) Aus der Serie: 35 Jahre Kampfgruppen der DDR, 1988 © Jürgen Nagel

Die in Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) im Museum Ephraim-Palais entstandene Schau schreibt dem großen Ganzen der DDR-Hauptstadt die individuellen Geschichten des Ost-Berliner Alltags ein. „Zwischen der Stadt als Machtzentrum der Diktatur auf der einen Seite und ihrer Rolle als Eldorado der Subkultur auf der anderen Seite gibt es ein Dazwischen“, so Dr. Jürgen Danyel, Kurator der Ausstellung und stellvertretender Direktor des ZZF. Genau dieses „Dazwischen“, die Welt des Alltäglichen, steht im Zentrum der Ausstellung. Sie stellt verschiedene Perspektiven einander gegenüber, lässt persönliche Stimmen zu Wort kommen und erkundet so das soziale und kulturelle Leben in Ost-Berlin in all seinen Facetten. Es gehe nicht um eine Demutsveranstaltung, so Danyel weiter, sondern darum, die vielfältigen Realitäten, die in Ost-Berlin nebeneinander existierten, aufzuzeigen und auf die noch vorhandenen Spuren der vergangenen Hauptstadt aufmerksam zu machen.

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Peter Kießlich, Am Ephraim-Palais im Nikolaiviertel, 1987 © Peter Kießlich | Repro: Oliver Ziebe

Bei dieser Erkundung wird der Ausstellungsort, das Museum Ephraim-Palais, gewissermaßen selbst zum Ausstellungsgegenstand. Das Gebäude wurde, ebenso wie das umliegende Nikolaiviertel, 1987 aus Anlass der 750-Jahr-Feier von Berlin nach historischem Vorbild rekonstruiert. Teil eines in den 1980er Jahren einsetzenden Wandels in der Gestaltung des öffentlichen Raums, hatte diese Baumaßnahme das Ziel, die sozialistische Stadt mit historischer Bedeutung aufzuladen. Im Inneren des Palais werden diese und weitere staatlich gelenkten architektonischen Maßnahmen mit dem subjektiven Blick Ost-Berliner Künstler*innen auf ihre Stadt konfrontiert.

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Hans Ticha (*1940) Applaudierendes Podium Berlin, 1979 © VG Bild-Kunst, Bonn

Obwohl „Ost-Berlin. Die Halbe Hauptstadt“ im Ephraim-Palais stattfindet und hauptsächlich Exponate von den späten 1960er Jahren bis November 1989 enthält, ist die Ausstellung weder räumlich noch zeitlich auf diese Fixpunkte reduziert: Sie dehnt sich auf die Stadt und ins Virtuelle aus, und reicht auf ihrer Spurensuche bis ins Heute hinein. Hierfür sorgen das außerordentlich umfassende Rahmenprogramm und die beteiligten Akteure. So laden die Gesamt-Berliner Bezirksmuseen zu „Erkundungen vor Ort“ ein, Lesungen, Stadtführungen, Gesprächsrunden, eine Podiumsdiskussion und eine Filmreihe im Babylon ermöglichen unterschiedliche Zugänge zum Thema „Ost-Berlin“.

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Dieter Breitenborn, Alexanderplatz mit Weltzeituhr, Haus des Lehrers und Alexanderhaus, um 1970 © Landesarchiv Berlin

Darüber hinaus geben der Essayband „Ost-Berlin – 30 Erkundungen“ sowie das von Studierenden der Universität der Künste konzipierte Ausstellungsjournal spannende Einblicke in das Leben in der verschwundenen Hauptstadt der DDR. Weitere Geschichten aus dem Stadtraum bieten die Texte von Schüler*innen des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums in Prenzlauer Berg, die auf der Website der Ausstellung zu lesen sind sowie der Blog OstBlogBerlin, der von Studierenden des Faches Public History der FU Berlin bespielt wird. In Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Tiergarten entstanden verschiedene Stadtrallyes, die per App verfügbar sind und für die Laufzeit der Ausstellung werden immer wieder neue Gegenstände in die Ausstellung eingehen, die von Privatpersonen, Sammlern und Beschäftigten der Berliner Bezirksmuseen stammen und von persönlichen Erinnerungen erzählen.

Auf diese Weise gestaltet sich das Ausstellungsprojekt als ein buntes Mosaik unterschiedlichster Sichten auf das Leben und den Alltag in dem verschwundenen und trotzdem noch immer präsenten Ost-Berlin.

(1) „Komm doch mal nach Ost-Berlin“ von Lilli Berlin

11. Mai bis 9. November 2019
Museum Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin
www.ost.berlin
www.stadtmuseum.de

Ferial Nadja Karrasch

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Titel zum Thema Stadtmuseum:

Komm doch mal nach Ostberlin
Ausstellungsbesprechung: Die Ausstellung „Ost-Berlin. Die Halbe Hauptstadt“ im Museum Ephraim-Palais widmet sich dem Alltag in der sozialistischen Metropole

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