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Berlin Daily 04.12.2022
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Die Berlin Biennale 11 - Nichts in der Welt läuft synchron

von chk (01.11.2020)
vorher Abb. Die Berlin Biennale 11 - Nichts in der Welt läuft synchron

Francisco Huichaqueo, Detailansicht, Gropius Bau, Foto: kuag

> Im September öffnete die vierteiligee Ausstellung (ExRotaprint / daadgalerie / Gropius Bau und KW Institute for Contemporary Art) unter dem Titel "Der Riss beginnt im Inneren" um den letzten Teil einer als Prozess angelegten Veranstaltungsreihe, die bereits im Herbst 2019 anfing.Vieles verlief anders als geplant, heute ist der letzte Ausstellungstag. Ein kurzer Rückblick:

Der Name eines Reiseberichts Das Gerippe der Welt, den der brasilianische Künstler Flávio de Carvalho (1899–1973) über seine Zeit in Europa Mitte der 1930er-Jahre verfasste, bildete den Titel der Auftaktveranstaltung der Berlin Biennale. Mit exp. 1. Das Gerippe der Welt wurde eine Ausstellung im Werden gezeigt, die das nachbarschaftliche Umfeld durch Workshops und Programme für Kinder einbezog. Über 25 künstlerische Beiträge zu Themen wie Kolonialismus, Feminismus, die Widerspieglung von ideologischen und politischen Veränderungen in der Architektur waren zu sehen. Im Laufe des Jahre folgten exp. 2 mit Virginia de Medeiros und der Feministischen Gesundheitsrecherchegruppe sowie exp. 3. mit Untersuchungen zu verschiedenen Spuren des Körpers und Abdrücke seiner kollektiven Geografien.

Ziel der Kurator*innen María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado und Agustín Pérez Rubio war es, einen Prozess des Miteinander zu initiieren. Offensichtlich sollte das Prozedere des herkömmlichen Biennale-Verständnisses und die übliche Verlaufsform hinterfragt werden: "Die Ausstellung ist ein Setting, eine Übung, sich einander auszusetzen; ein Ort, um den Geschichten zu lauschen, die uns formen, die wir einander erzählt haben und denen, die noch nicht erzählt wurden." so die Kurator*innen damals. Der Versuch, Dinge sichtbar zu machen, die in den gängigen Erzählungen fehlen, zieht sich als roter Faden auch durch die vier aktuellen Ausstellungsformate, die die Kurator*innen als Epilog bezeichnen. Gezeigt werden überwiegend Künstler*innen aus südamerikanischen Ländern, die im westlichen Kunstkontext bisher unterrepräsentiert sind, wie die Angaben in unser Künstler*innendatenbank aufzeigen. Natürlich konnten viele Künstler*innen aufgrund der Corona Krise nicht - wie ursprünglich geplant - anreisen und vor Ort arbeiten. Deshalb ist es erstaunlich, dass trotz allem ein vielfältiges Spektrum an künstlerischen Werken zusammengestellt werden konnte.(hier die Teilnehmer*innen-Liste)


La rara troupe, La humana perfecta (Der perfekte Mensch), 2018, Detailansicht, Gropius Bau, Foto: kuag

Die Ausstellung im Gropius Bau widmet sich unter der Kapitelüberschrift Das umgekehrte Museum der postkolonialen Kritik zwischen den Thesen "Geistiger Instinkt statt Vernunft" und "Der perfekte Mensch". Leider wirkt hier vieles esoterisch angehaucht und bleibt unverständlich.


Raumansicht, daadgalerie, Foto: kuag

In der daadgalerie folgt das Kapitel Schaufenster für dissidente Körper, in der neue Identitäten, Stadt, Sexualität und das soziale Geschlecht oder Feminismus thematisiert werden. Manches ist verspielt, manches intellektuell aufgeladen und verstörend. Nichts in der Welt läuft synchron.


Raumansicht, KW Institute for Contemporary Art , Foto: kuag

Die Arbeiten in den KW Institute for Contemporary Art verhandeln unter dem Begriff Die Antikirche „die Befreiung des kollektiven Körpers von patriarchalischer Gewalt", wie es dem Begleitheft heißt. Im Gegensatz zur daadgalerie überwiegt hier eine emotionsgeladene Atmosphäre, die durch Wut, Aggression und Sexualität beflügelt wird.


Raumansicht, ExRotaprint / Kuratorenteam, Foto: kuag

Das ExRotaprint bleibt hingegen als Das lebendige Archiv ein Ort der der „gelebten Erfahrungen" und der Erinnerung, an die Aktionen, die sich durch ein Jahr Biennale zogen.


5.9.-1.11.2020

11. Berlin Biennale c/o ExRotaprint (Bornemannstraße 9 / 13357 Berlin)
daadgalerie (Oranienstraße 161 / 10969 Berlin)
Gropius Bau (Niederkirchnerstraße 7 / 10963 Berlin)
KW Institute for Contemporary Art (Auguststraße 69 / 10117 Berlin)

Tickets mit Zeitfenstern können über die Website der Berlin Biennale für die jeweiligen Ausstellungsorte gebucht werden.

Videorückblick: vimeo.com
www.11.berlinbiennale.de

chk

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Presse: Draußen wartet die Wirklichkeit NINA APIN & ULRICH GUTMAIR / TAZ (12.6.10)

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