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Interviewreihe zum Spreewälder Kunstfestival aquamediale

von chk (08.07.2021)


Interviewreihe zum Spreewälder Kunstfestival aquamediale

© Marie-Annick Le Blanc

Die aquamediale ist ein internationales Festival für zeitgenössische Kunst im Spreewald und seit 19 Jahren fester Bestandteil des brandenburgischen Kultursommers.

Elf Künstler*innen aus acht Nationen begleiten die aquamediale 14 und visualisieren das Thema „Hand Werk Kunst“ in ihren Arbeiten. Über die Dauer der aquamediale stellen wir auf art-in-berlin in regelmäßigen Abständen die Künstler*innen in Kurzinterviews vor.

Nach Nadine Glas, Dan Farberoff & David Behar Perahia folgt Marie-Annick Le Blanc:

aib: Das Kunstfestival aquamediale steht unter dem Motto „Hand Werk Kunst“. In welchem Verhältnis stehen für Sie die Begriffe Hand Werk Kunst?

Marie-Annick Le Blanc: Ich finde es gut, dass die Aquamediale als ein Kunstfestival einen Schwerpunkt auf das Handwerk legt und den Grundgedanken der Arts-and-Crafts-Bewegung damit in Erinnerung bringt. Denn damals war eines der Hauptanliegen dieser Bewegung die Wiedervereinigung von Kunst und Kunsthandwerk und somit die Anerkennung, dass auch das Kunsthandwerk eine schöpferische Arbeit darstellt. Heute, 150 Jahre später, wird es gegenüber der Kunst leider oft als zweitrangig behandelt. Obwohl die Grenzen fließend sind, wird kategorial unterschieden, und für das Kunsthandwerk gibt es wenig Förderung.

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© Marie-Annick Le Blanc

aib: Was haben Sie vor Ort vorgefunden, was Ihr künstlerisches Interesse erregt hat?

Marie-Annick Le Blanc: Die Einladung der Aquamediale hat mich gleich gereizt, denn es war klar, dass das Thema Wasser eine Rolle spielen würde. Und als wir die erste Kahnrundfahrt machten, sprach mich das Wasser, die Stille auf dem Wasser, in Verbindung mit der umgebenden Natur sehr stark an.
Es haben sich Fragen gestellt: Wie ist diese Endmoränenlandschaft mit den vielen Seen und Wasserstraßen entstanden? Woher kommen die Sorben? Was ist ihre Geschichte?
Und dann blieben Bilder hängen: Das Wasser als Möglichkeit der Fortbewegung…
Die vielen Schleusen, die für Ausgleich stehen, für das Überwinden von (Niveau-)Unterschieden, für die Warteposition, bis man auf die andere Seite kommt, wo einen Unbekanntes erwartet...
Auch die alte Mühle, das heutige Museum mit der Dauerausstellung „Unter Wasser unterwegs“ hat mich inspiriert. Ihr Entstehungsjahr 1769 ist fast identisch mit dem Jahr, indem die Vorfahren meines Vaters 1773 aus der Normandie nach Mauritius ausgewandert sind.

aib: Wie wichtig war der Austausch vor Ort (mit den anderen Künstler*innen / mit den Menschen vor Ort oder den Organisatoren)?

Marie-Annick Le Blanc: Leider konnten wir wegen der Pandemie keinen richtigen Austausch mit den anderen Künstlern oder den Menschen vor Ort haben. Das war sehr schade. Aber die Zusammenarbeit mit den Organisatoren, Harald Larisch und Anika Meissner, war umso wichtiger. Sie haben Großes geleistet, indem sie uns Künstlern ein Gemeinschaftsgefühl vermittelten, obwohl wir bis zur Vernissage nur einmal zusammen kamen. Und sie gewannen die örtliche Bevölkerung für das Projekt. Man darf nicht vergessen, dass praktisch alle Installationen auf Privatgrundstücken stehen.

aib: Welchen Einfluss nimmt die Natur des Spreewaldes auf Ihre Keramiken? Bzw. wie spiegelt sich dieser Einfluss in Ihren Arbeiten wider?

Marie-Annick Le Blanc: Das Auge ist eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen. Daher spielt das Umfeld, in dem man lebt, eine entscheidende Rolle für die Arbeit. Ich bin vor 7 Jahren in diese Region gezogen, als ich einen Ort für meine künstlerische Tätigkeit suchte. Ich denke, dass man in meiner Arbeit sehr klar die Entwicklung erkennen kann. Am Anfang war ich noch stark von den Bildern meiner Kindheit geprägt. Es war alles sehr hell, praktisch weiß, die Erinnerung an weiße Sandstrände, strahlendes Licht. Inzwischen spiegeln sich eher die Einflüsse des Waldes, der Erde, des Holzes in meine Arbeit wider. Auf jeden Fall spielt die Natur eine essenzielle Rolle in meiner Arbeit.

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© Marie-Annick Le Blanc

aib: Sie haben längere Zeit im Bereich des Klassischen-Musik-Managements gearbeitet, also viel mit Klassischer Musik zu tun gehabt. Danach absolvierten Sie eine Ausbildung zur Keramikerin. Welche Verbindungslinien gibt es?

Marie-Annick Le Blanc: Das verbindende Element ist wohl der Ton, Ton als Klang und Ton als Material. Beide Tonformen wecken in den Menschen starke Emotionen. Nicht umsonst wird sowohl mit Musik als auch mit Ton therapiert. Im Französischen steht „terre“ übrigens sowohl für die Tonmasse als auch für Erde. Ich würde sagen: Ton erdet - Musik beflügelt.
Musik spielt weiterhin eine große Rolle in meinem Leben. Doch ich brauche richtige Erde unter meinen Füßen, das Gefühl, mit der Natur verbunden zu sein. Daher habe ich mich in der südbrandenburgischen Abgeschiedenheit zurückgezogen. Musik kann ich zum Glück auch dort hören.

www.marieannickleblanc.com
www.aquamediale.dahme-spreewald.info

chk

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