Die Frage nach der Nachfolge von Sarah Wedl-Wilson scheint vorerst geklärt: Wie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, gestern mitteilte wird Stefan Evers (*1979 in Herdecke/Ruhr) neben seiner Arbeit als Senator für Finanzen das Amt übernehmen.
„Finanzsenator Stefan Evers wird die Zuständigkeit für die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt übernehmen. Als Staatssekretäre sind Cerstin Richter-Kotowski (Kultur) und Alexander Straßmeir (Gesellschaftlicher Zusammenhalt) tätig. Finanzsenator Stefan Evers verhandelt bereits den Hauptstadtfinanzierungsvertrag, bei dem es auch um die Finanzierung der Hauptstadtkultur geht. Deshalb danke ich Stefan Evers sehr für seine Bereitschaft, die zusätzliche Aufgabe für die kommenden Monate zu übernehmen.“
Zur Vorgeschichte:
Sarah Wedl-Wilson war vom 22. Mai 2025 bis zu ihrem Rücktritt am 24. April 2026 die Berliner Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (parteilos, nominiert durch die CDU). Sie war die erste Senatorin in der Geschichte Berlins ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Ihre Amtszeit endete abrupt im Zuge der sogenannten „CDU-Fördergeldaffäre“. Ein Prüfbericht des Berliner Landesrechnungshofs (LRH) deckte im April 2026 auf, dass unter ihrer Führung rund 2,6 Millionen Euro an Fördermitteln – primär für Antisemitismusprävention – „evident rechtswidrig“, ohne fachliche Prüfung und auf politischen Druck, der von den CDU-Abgeordneten Dirk Stettner und Christian Goiny ausging, hin vergeben wurden. Dem Rücktritt ging die umstrittene Entlassung ihres Staatssekretärs Oliver Friederici voraus, der sich der unzulässigen Vergabepraxis entgegengestellt hatte.







