Ian Keaveny aka crash stop, Instagram Post, November 2024, Bait for the algorithm 3 © The Artist
Glitch Art in the Age of Perfect Censorship
Kuratiert von Verena Voigt M.A. , Investigative Kuratorin, Autorin (GFZK e.V. Potsdam) und Ian Keaveny aka crash stop (IRE), Glitch Artist & Aktivist
Die künstlerisch - kuratorische Dokumentation „Glitch Art in the Age of Perfect Censorship“ & der gleichnamige OPEN CALL von Verena Voigt und Ian Keaveny aka crash stop untersucht Artefakte und künstlerische Konzepte, die von algorithmischen Systemen blockiert, herabgestuft oder als problematisch markiert wurden. Der OPEN CALL ist die Grundlage eines Ausstellungsprojekt in der Digitalvilla.
Am Donnerstag, 18. Juni, 18 Uhr berichten wir von unseren ersten Befunden und Recherchen & stellen Künstler:innen vor, die von Shadowban, Downranking, Demotion und Einsprüchen berichten werden; der OPEN CALL endet am 31. August 2026.
Im Zentrum des Projekts stehen künstlerische Protest - Praktiken der Glitch Art, die mit beschädigten Bildern, Störungen, Kompressionsfehlern und digitalen Artefakten kulturpolitische Plattform - Regime sichtbar machen – u.a. indem sie eine Erhöhung
algorithmischer Risk Scores auslösen – zufällig oder bewusst provozierend. Das Projekt versucht, die verborgenen Strukturen digitaler Kontrolle zu verstehen; interkulturell, (kultur)politisch und unter der Perspektive künftiger Datensouveränität. Ziel des Projekts GLITCH ART IN THE AGE OF PERFECT CENSORSHIP ist es, in einen internationalen Dialog über Plattform - Ökonomien und ihre unterschiedlichen algorithmischen Sichtbarkeitsregime zu diskutieren.
Glitch Art in the Age of Perfect Censorship
Hybrider Auftakt: 18. Juni, 18 Uhr, WI-Forschungsbraukeller Digitalvilla - Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Prozesse & SystemeGlitch Art in the Age of Perfect Censorship
Digitalvilla am Hedy-Lamarr-Platz, Karl-Marx-Str. 67, 14482 Potsdam
In Kooperation mit Uni.-Prof. Dr. Norbert Gronau
Anmeldung für das Auftaktmeeting in der Digitalvilla bis 12. Juni erwünscht:
kontakt@verena - voigt - pr.de
ZooM- Link auf Anfrage
PROGRAMM (Beginn: 18 Uhr)
Begrüßung: Verena Voigt & Ian Keaveny
Auszüge aus dem Video - Essay „Meta – Requiem of a Dream“ (2025) von Ian Keaveny aka crash stop. Publiziert in GLITCH: ONTOLOGICAL EXHAUSTIONS & SYSTEM FAILURES, Potsdam, 2026
OPEN CALL – Fallbeispiele aus dem OPEN CALL mit Marie Molins, Domenico Barra und Peter Seligman aka trash panda qc
Moderation: Verena Voigt & Ian Keaveny
FILMSCREENING
Zwei Filme von Ian Keaveny (2024), die sich mit dem Standort der Digitalvilla am
Hedy - Lamarr - Platz beschäftigen: Ghosts of Propaganda & Ecstasy of Resistance.
Voraussichtliches Ende: 21 Uhr
FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS ist ein Kunstprojekt, das im Rahmen von „Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027“ gefördert wird.
Kulturland Brandenburg wird vom Land Brandenburg und mit freundlicher
Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gefördert.
GLITCH ART IN THE AGE OF PERFECT CENSORSHIP ist Teil des Projekts FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS , das eingebettet ist in das zweijährige Kunstprogramm von Kulturland Brandenburg 2026/27.
Kontakt:
Verena Voigt M.A.
GESELLSCHAFT FÜR ZEITGENÖSSISCHE KONZEPTE e.V.
MEMBER OF IKT – International Association for Curators for Contemporary Art
+ 49 (0) 163 191 16 69
kontakt@verena - voigt - pr.de
Mehr Informationen:www.verena - voigt - pr.de
OPEN CALL
Wir suchen Künstler :innen, Forscher :innen und Aktivist:innen , deren Arbeiten oder
Erfahrungen in digitalen Umgebungen sich mit den folgenden Fragestellungen auseinandersetzen:
• algorithmische Zensur
• Shadow Banning und Herabstufung von Sichtbarkeit (Downranking)
• Inhaltsentfernung und Moderation
• Kennzeichnungen als „sensibler Inhalt“ (Sensitive Content)
• KI- basierte Fehlklassifikationen
• fragmentierte, synthetische oder instabile Körperdarstellungen
• Glitch- Ästhetiken und maschinelles Sehen
• Plattform - Governance und Verhaltensarchitekturen
• unsichtbare Formen digitaler Kontrolle
• Interfaces als kulturelle Artefakte
Besonders interessieren uns Erfahrungen von Künstler:innen, die:
• blockiert, entfernt oder in ihrer Sichtbarkeit eingeschränkt wurden
• unerklärliche Einbrüche ihrer Reichweite erlebt haben
• Moderationssysteme ausgelöst haben, ohne eine nachvollziehbare Begründung zu
erhalten
• trotz künstlerischer Intention als sexuell, explizit oder problematisch eingestuft
wurden
• Widersprüche innerhalb automatisierter Systeme sichtbar gemacht haben
Einreichungen können umfassen:
• Bilder und Videoarbeiten
• Glitch- Artefakte
• Screenshots von Warnhinweisen und Plattform - Benachrichtigungen
• Moderationsmitteilungen und Künstler
• persönliche Erfahrungsberichte
• Dokumentationen von Begegnungen mit automatisierten Systemen
Wir interessieren uns nicht nur für entfernte Bilder, sondern auch für subtilere Formen der Intervention: Warnmeldungen, Verzögerungen, unsichtbare Filtermechanismen, verdächtige Interfaces und algorithmisch erzeugte Unsicherheit.
Das Projekt stellt die Frage: Wer – oder was – kuratiert heute Sichtbarkeit?
Ausgewählte Beiträge werden Teil einer wachsenden kuratorischen Dokumentation, einer Archivstruktur, einer Posterserie sowie zukünftiger Ausstellungen und Projektkontexte innerhalb von FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS in der Digitalvilla Potsdam - Neubabelsberg.
Auswahlverfahren
Die Auswahl der Beiträge erfolgt durch das kuratorische Team: Verena Voigt (Potsdam, GFZK e.V.) und Ian Keaveny aka crash stop (IRE).
Einreichungsfrist
Der Open Call ist Teil eines fortlaufenden Langzeitarchivs. Beiträge können laufend eingereicht werden. Für die erste Sichtungsrunde werden Einsendungen bis zum 31. August 2026 berücksichtigt.
Nutzungsrechte
Die Urheberrechte verbleiben bei den Einreichenden. Eine kommerzielle Nutzung erfolgt nicht. Die Teilnahme am Open Call erfolgt im Rahmen eines dokumentarischen und wissenschaftlich - künstlerischen Forschungsprojekts. Für eingereichte Beiträge kann kein Honorar gezahlt werden.
Datenschutz
Das Projekt beschäftigt sich mit konkreten Fällen von Plattformmoderation und algorithmischer Sichtbarkeitssteuerung. Die Identität der Einreichenden muss dem kuratorischen Team bekannt sein. Auf Wunsch kann bei Veröffentlichung ein Pseudonym oder gekürzte Namensangaben benutzt werden. Mit der Einreichung erklären sich die Beitragenden damit einverstanden, dass das eingereichte Material im Rahmen des Projekts archiviert, wissenschaftlich ausgewertet werden darf.
Abschließende Bemerkung
Sichtbarkeit ist heute ein umkämpftes kulturelles Terrain: Was in einer Kultur als Kunst gilt, kann anderswo als „sensibel“, „anstößig“ oder „explizit“ markiert werden. Algorithmische Systeme übersetzen diese Unterschiede in globale Infrastrukturen der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Jede Einreichung trägt dazu bei, die verborgenen Mechanismen dieser neuen Form algorithmischer Macht sichtbar zu machen.
Einreichung an:
kontakt@verena - voigt - pr.de
Bitte senden Sie:
• eine Kurzbiografie (max. 150 Wörter)
• eine kurze Beschreibung des eingereichten Materials (max. 500 Wörter)
• relevante Bilder, Links oder Dokumentationen
• Ihre Kontaktdaten
Betreff: OPEN CALL – GLITCH ART IN THE AGE OF PERFECT CENSORSHIP
Das Projekt wurde entwickelt von Verena Voigt (Investigative Kuratorin und Autorin, GFZK e.V.) und Ian Keaveny aka crash stop (Glitch Artist und Aktivist).




