Die Gewinner des interdisziplinären Kunstpreises der Universität der Künstler Berlin, der unter dem Motto "Umwege finden" stand, sind an Gerda Lampalzer und Lukas Einsele vergeben. Gerda Lampalzer und Lukas Einsele teilen sich den Preis und erhalten jeweils 2.500 Euro.

"Gerda Lampalzer zeigt in ihrer Arbeit, dass in jeder Sprache eine andere Sprache verborgen sein könnte. Zur Überprüfung dieser These wurde ein Russe, eine Japanerin, ein Kolumbianer und eine Engländerin beim Sprechen in ihrer Sprache mit einer Videokamera aufgenommen. Diese Gespräche wurden durch ein Videoschnittprogramm in kleinste Einheiten zerlegt und dann wieder so zusammengesetzt, dass deutsche Texte mit völlig neuer Bedeutung entstanden. Dieses künstlichen Texte wurden zu einer vierkanaligen Installation choreografiert, die auf vier im Quadrat angeordneten Leinwänden präsentiert. Die Protagonisten sprechen gleichzeitig oder im Chor, miteinander oder durcheinander und kreieren so ein poetisches Stück Deutsch mit vier Akzenten.

Einsele berichtet in seinem Buch über Landminen und ihre Opfer. Er befragte Menschen, die von Landminen verwundet wurden, zum Hergang des Unglücks. Von den 47 Befragten waren 37 zum Zeitpunkt des Unfalls Zivilisten. Die Opfer stammen aus den wohl am stärksten verminten Länder der Erde: Afghanistan, Angloa, Bosnien-Herzegowina und Kambodscha. Die Texte wurden aufgezeichnet und übersetzt. Da es durch die Übertragung und Übersetzung Ungenauigkeiten und Abweichungen gab, ist das Buch eine Interpretation des Materials von OSB." (Presse / UdK)

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