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Formen
interaktiver Medienkunst Suhrkamp Verlag, 2001 Die Eindringlichkeit und Vehemenz, mit der noch in den neunziger Jahren über interaktive Medienkunst diskutiert wurde, hat nachgelassen. Statt dessen nimmt - trotz der erst kurzen Geschichte der Medienkunst - die kulturwissenschaftliche Einordnung und Kategorisierung ihrer unterschiedlichen Tendenzen ihren Lauf und beschwichtigt gleichzeitig deren gesellschaftliche Relevanz. Das Buch+CD mit dem Titel "Formen interaktiver Medienkunst" hat es sich nun zum Ziel gesetzt: "... nicht eine konsensorientierte ´Aussöhnung` von Standpunkten, sondern eine pointierte Profilierung divergenter Argumentationskontexte und Erfahrungsbereiche, ... als Einführung und Anstoß für weitere diskursive und künstlerische Praktiken ... (zu geben)". Nachdem zunächst in der Einleitung der Begriff der Interaktivität als "Beschreibung aller kommunikativen Prozesse (auch) jenseits des Kunstsystems, die mediengestützte Simulation einer Face-to-Face-Kommunikation weiterentwickeln", definiert wird, folgt eine gut geordnete Kapitelaufteilung: Zur Geschichte der interaktiven Medienkunst Jedem Kapitel sind Aufsätze von Autoren/innen wie u.a. Marie Luise
Angerer, Bazon Brock, Oliver Grau oder Peter M.Spangenberg zugeordnet,
die sich dem Thema kulturhistorisch, systemtheoretisch, diskursgeschichtlich
oder kunsttheoretisch nähern. Dabei werden auf interessante Weise
bekannte und noch weniger bekannte Tendenzen der interaktiven Medienkunst
mit ihrem ursprünglichen Anspruch und dem Ergebnis konfrontiert.
© Carola Hartlieb für art-in-berlin Fassaden der Macht -Architektur
der Herrschenden Verlag E. A. Seemann, Leipzig 2001 Die neuen Berliner Fassaden der Macht nimmt die promovierte Kunsthistorikerin Barbara Kündiger zum Anlaß, um nach vergleichbaren Ansatzpunkten von Herrschaftsarchitektur zu fragen. Ausgehend vom Mittelalter bis zur Gegenwart zeigt sie an verschiedenen ausgewählten Beispielen, was eine "Fassade der Macht" definiert und entsprechend ihrer Funktionalität (Kirche, Rathaus, Firmengebäude etc.) ausmacht. Dabei beschränkt sich die Autorin nicht nur auf den europäischen Raum, sondern behandelt auch Beispiele aus Brasilien, Malaysia, den Vereinigten Staaten ebenso wie Projekte, die nur im Planungsstadium verblieben sind (Palast der Sowjets, Moskau; "Große Halle", Berlin). Einen Schwerpunkt legt Kündiger dennoch auf die Berliner Architektur: Reichstag, "Rotes Rathaus", Palast der Republik, Bundeskanzleramt und Reichstagumbau werden nach den in den Fassaden verborgenen Entstehungs- und Interessengeschichten befragt, kenntnisreich besprochen und die Ergebnisse kritisch diskutiert. Hier zeigt sich die Stärke der Autorin, während sie in anderen Kapiteln doch häufig zu Zitaten greift. Aber selbst bei Gebäuden, über die schon alles geschrieben scheint (z. B. Palazzo Vecchio, Florenz) fördert sie das eine oder andere Detail zutage. Entsprechend der Thematik ist der Band mit vielen Abbildungen ausgestattet, aber in der Mehrzahl sind sie schwarzweiß und manchmal leider auch unscharf. Auch das keiner erkennbaren Logik folgende Spartenlayout bringt unnötige Unruhe hinein. Fazit: Kein Buch für Architekturexperten, sondern für den interessierten Laien, dem durch die systematische Darstellung eine Grundlage und das nötige Instrumentarium an die Hand gegeben wird, um im Zukunft die Fassaden der Macht nach ihrer Aussage zu hinterfragen und auch die neuen Gebäude der "Berliner Republik" mit schärferen Augen zu betrachten. © Christine Roth für art-in-berlin Foto-Anschlag
/ Vier Generationen ostdeutscher Fotografen E.A.Seemann
Verlag, Leipzig 2001 Im Jahre 1988 wurde in Leipzig unter dem Titel "Foto-Anschlag" ein Mappenwerk mit Fotografien junger, ostdeutscher Künstler publiziert. Das im Selbstverlag und in geringer Auflage erschienene Werk enhielt künstlerische Positionen, die sich dem gängigen Pathos der "offiziellen" Fotografie entzogen. An dem Projekt nahmen u.a. Künstler wie Michael Brendel, Else Gabriel oder Gundula Schulze teil. An dieses Mappenwerk knüpft der so eben erschienen Bildband (Juli 2001) mit gleichnamigen Titel an. Im Blickpunkt des Buches steht die sozialdokumentarische Fotografie der DDR-Zeit mit ihren unterschiedlich formalen und inhaltlichen Betrachtungsweisen. Sorgfältig ausgewählte Arbeiten aus vier Generationen von Fotografinnen und Fotografen wie Arno Fischer, Evelyn Richter, Helga Paris, Christian Borchert, Margit Emmrich, Gerhard Gäbler, Merit Pietzker und Ulrich Kneise spiegeln das Spektrum dieser speziellen Ausrichtung der Fotografie wider. Gemeinsam scheint den Fotografien das Interesse an einer unspektakulären Darstellung, bei der der Mensch in seinem sozialen Umfeld im Zentrum der Bilder steht. Die Banalität des Alltags mußte nicht inszeniert werden, sondern genügte sich selbst. So fehlt den Bildern - gleich, ob es sich um das Ablichten von Arbeitswelt und Freizeit oder Familien-, Gruppen- und Einzelaufnahmen handelt - jegliche Sentimentalität und Larmoyanz. Gerade dieser Verzicht eröffnet ein unprätentiöses Eintauchen in vergangene Zeiten, ohne in Wehmut oder Nostalgie zu versinken. Ergänzende Texte zu den einzelnen Fotografen sowie zeitgeschichtliche Anmerkungen zur sozialdokumentarischen Fotografie machen den Bildband zusätzlich zu einem interessanten Lesebuch. © Carola Hartlieb für art-in-berlin
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Zeitenwechsel.
Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD und seine Gäste (1988-2000)
Das
Berliner Künstlerprogramm wurde 1963 von der Ford-Foundation als
Artist-in- Residence-Programm gegründet und zwei Jahre später
von dem DAAD übernommen. In den 25 Jahren bis 1988 nahmen über
700 Künstler an dem Programm teil. über deren Berliner Aufenthalt
und Arbeiten vor Ort gibt die Publikation "Blickwechsel" Auskunft.
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Architekturführer Berlin
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Im Reimer Verlag ist jetzt die sechste Auflage des Architekturführers Berlin erschienen. Die Ausgabe wurde grundlegend überarbeitet und um weitere 42 Objekte ergänzt. Aktuell beschreibt das Buch über 800 Gebäude und Architekturensembles jeglicher Art und aus den unterschiedlichsten Epochen. Von Nummer 1, dem Roten Rathaus, bis Nummer 802, der St. Peter und Paul Kirche in Zehlendorf, gibt es zu jedem Gebäude eine Abbildung, fast immer einen Grundriß sowie verständlich beschriebene, architektonische und historische Fakten. Hervorzuheben ist der ausführliche Register im Anhang des Buches, das im übrigen durch sein handliches Format ein praktischer Begleiter vor Ort ist.
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| Arte povera | ||||
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Nike
Bätzners Buch über die Arte povera handelt von der wichtigsten
Strömung der italienischen Nachkriegskunst, die seit ihren Anfängen
Ende der sechziger Jahre zahlreiche künstlerische Tendenzen inner-
und außerhalb Europas beeinflußte. Zu der Strömung zählten
Künstler, die heute weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt
sind und in der Kunstgeschichtsschreibung ihren festen Platz haben, wie
beispielsweise Mario Merz, Jannis Kounellis, Giulio Paolini, Luciano Fabro,
Michelangelo Pistoletto oder Alighiero Boetti. In einer spannenden und umfassenden Betrachtung vermittelt die Autorin einen Einblick in die Geschichte und das ästhetische Selbstverständnis der Arte povera. Dabei wird dem Zeitphänomen als inhaltlichem und formkonstituierendem Moment eine zentrale Rolle zugewiesen: "Grundsätzlich eröffnet die Integration von Zeit in das Medium der Kunst die Möglichkeit, die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstgattungen aufzubrechen und das Augenmerk weg von der Statik auf ein Werden und Geworden-Sein der Werke zu lenken." Begriffsfelder wie Ereignis und Erinnerung, so der erweiterte Buchtitel, bestimmen dabei als Eckpfeiler die kunstwissenschaftliche Analyse und den philosophischen Diskurs des Buches. Grundlage für die Ausführungen bilden Werkbetrachtungen zu Paolini, Pistoletto und Kounellis, die exemplarisch das Spektrum der Bewegung widerspiegeln. Deutlich wird hierbei, daß die Künstler "... kein lineares Konzept (verfolgten), sondern die Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte (suchten) und lebendige Vielfalt gegenüber der dogmatisch puristischen Haltung der Amerikaner (wie in der Minimal Art propagierten)." Trotz der Vielfältigkeit der künstlerischen Haltungen innerhalb der Arte povera kann als gemeinsame Grundhaltung eine kritische Reflexion gegenüber der tradierten Auffassung, wie z.B. der Abgrenzung einzelner Gattungen oder der Idee der Autonomie von Kunst, ausgemacht werden. Die Zusammenarbeit der Autorin mit den Künstlern und die Untersuchung von neuem oder bisher wenig beachtetem Quellenmaterial ergeben einen authentischen Blick auf den ideengeschichtlichen Hintergrund der Arte povera. Das Buch wird somit unabdingbar für die zeitgenössische Kunstgeschichtsschreibung und stellt gleichzeitig für jeden Kunstinteressierten einen iaufschlußreichen Einblick in das vielfältige Programm der Arte povera dar.
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Anhand dreier unterschiedlicher "Kunstszenarien in Unternehmen" untersucht Elisabeth Wagner in ihrem gleichnamigen Buch das Zusammenspiel von Wirtschaft und Kunst. Im Vordergrund steht hierbei die kunsthistorische Betrachtung der von den Unternehmen erworbenen Kunstwerke sowie die Offenlegung von Primärstrukturen in der Unternehmenspraxis, welche die Bedingungen für einen aufgeschlossenen Umgang mit zeitgenössischer Kunst ermöglichen.
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