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Kommunale Galerie Berlin

Zwischen eigener Sicht und authentischer Realität

Hildegard Ochse



Hildegard Ochse, aus der Serie „Derental“, 1984

Das Lebenswerk der Berliner Autorenfotografin Hildegard Ochse

Ausstellung anlässlich des 80. Geburtstages von Hildegard Ochse

Kuratiert von Tina Sauerländer
in Zusammenarbeit mit Benjamin Ochse

Eröffnung
Donnerstag, 05. November 2015 | 18 - 21 Uhr
mit Bezirksstadträtin Dagmar König

Ausstellungsdauer
06. November 2015 bis 24. Januar 2016

Ort
Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin

Öffnungszeiten
Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr. Eintritt frei
24.12.2015 – 04.01.2016 geschlossen

Hildegard Ochse interessierte sich nicht für das Schöne, sie mochte das Authentische. Berlin hasste und liebte sie, fand es schön und gleichzeitig hässlich, vor allem aber lebendig. „Wir haben viele Probleme, aber die werden nicht hinter einer schönen Fassade versteckt wie anderswo“, schrieb sie im Jahr 1985 über die Stadt, in der sie seit 1973 bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 lebte. Ihre fotografischen Serien stellen ein Sinnbild für größere Zusammenhänge dar. Die Bilder von Menschen auf den Straßen Berlins sind eine symbolische Darstellung der Großstadt, die Isolation, Härte und Verzweiflung als einen Teilaspekt der Stadtkultur schildert.

Hildegard Ochse war 43 Jahre alt, als sie sich für eine professionelle Karriere als Fotografin entschied. Von 1975 an besuchte sie Fotografie-Kurse, später an Michael Schmidts berühmter „Werkstatt für Photographie“ in Berlin-Kreuzberg. Sie nahm dort an Workshops renommierter amerikanischer Fotografen teil, darunter Lewis Baltz, Ralph Gibson oder Larry Fink. In Deutschland veränderte sich in dieser Zeit der künstlerische Stellenwert von Fotografie, besonders nachdem auf der Kasseler Kunstausstellung „documenta 6“ im Jahr 1977 fotografische Arbeiten umfangreich ausgestellt worden waren.

Von 1981 an fotografierte Hildegard Ochse u.a. die „Großstadtkirchen“ für den Herder-Verlag oder die Mitarbeiter der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin. Die Ausstellung „Zwischen eigener Sicht und authentischer Realität“ beschäftigt sich mit der Entwicklung einer eigenen Bildsprache der Fotografin. Sie widmet sich den Serien, die unabhängig von kommerziellen Aufträgen entstanden sind, darunter die „Stadtvegetation“, „Gastland Bundesrepublik Deutschland“, „Aspetti di Berlino“ oder „Derental“. Die fotografischen Arbeiten von Hildegard Ochse reflektieren gesellschaftliche Strukturen und stellen Sinnbilder sozialer oder kultureller Zusammenhänge dar – in schwarz-weiß, ohne Verzerrungen und ohne ungewöhnliche Bildausschnitte.


Hildegard Ochse, New York (Greyhound), 1952

Hildegard Ochse ging es um die Darstellung von authentischer Realität und alltäglicher Lebenswirklichkeit. Sie war sich bewusst, dass Fotografien nicht nur ein Abbild der Wirklichkeit sind, sondern „inhaltlich und ästhetisch relevante Arbeit“ leisten sowie neue Sehweisen und Interpretationen liefern. Mit dieser Haltung, ihrer Themenwahl und Bildsprache steht sie der „Autorenfotografie“ sehr nahe. Der renommierte Kunsthistoriker und Kurator Klaus Honnef prägte den Ausdruck in den 1970er Jahren. Er bezieht sich damit auf Fotografen, die ihre Sicht auf die Wirklichkeit nach streng dokumentarischen Prinzipien wiedergeben, um eine authentische Realität im Foto zu schaffen. Über die Arbeiten von Hildegard Ochse schreibt Klaus Honnef an die Kuratorin der Ausstellung, Tina Sauerländer: „Meine damaligen Überlegungen zur Autorenfotografie treffen auf das Werk der Fotografin Hildegard Ochse mehr zu als auf die Werke der Kunstfotografie, die sich meinen Begriff völlig zu eigen gemacht hat.“

Über den biografischen Teil der Ausstellung
Die Ausstellung „Zwischen eigener Sicht und authentischer Realität“ präsentiert erstmals eine umfangreiche Aufarbeitung des biografischen Werdegangs von Hildegard Ochse (1935-1997), die aus einem streng katholischen, gutbürgerlichen und intellektuellen Bildungshaushalt stammte. Zu ihren späteren Freunden zählten der Kunsthändler Kurt Hans Cassirer sowie dessen Frau und Kunstmäzenin Eva Solmitz. Hildegard Ochse reiste bereits als 16-jährige 1952 mit einem Stipendium für Hochbegabte in die USA und absolvierte dort 1953 ein Highschooljahr mit Abschluss in Rochester, New York. Dort wurde kurz zuvor, im Jahr 1949, das weltweit erste Museum für Fotografie, das „George Eastman House International Museum of Photography and Film“ eröffnet. Im Juni 1953 kehrte Hildegard Ochse auf dem italienischen Passagierschiff „Andrea Doria“ nach Europa zurück. In dieser Zeit entstanden bemerkenswerte, frühe fotografische Aufnahmen in New York.


Hildegard Ochse, Andrea Doria (New York Skyline), 1953

Ein weiterer Fokus in der Ausstellung liegt auf Hildegard Ochses fotografischem Umfeld und ihrer Zeit in Michael Schmidts „Werkstatt für Photographie“. Des Weiteren wird die Präsentation ergänzt um einen umfangreichen Dokumentarfilm über das Leben und Werk von Hildegard Ochse, sowie wichtige wiederentdeckte Zeitdokumente aus ihrem Leben.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Mittwoch 02.12.2015, 18 Uhr: Kuratorenführung mit Tina Sauerländer
Sonntag 06.12.2015, 14 Uhr: Führung mit biografischem Schwerpunkt mit Benjamin Ochse
Sonntag 17.01.2016, 15 Uhr: Führung mit Benjamin Ochse und Tina Sauerländer
Kommunale Galerie Berlin




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    Berlin Daily 11.12.2017
    Fotoalbenlesung
    19 Uhr: Zwischen den Bildern lesen, mit Prof. Torsten Schulz, im Rahmen der Ausstellung FOTO | ALBUM Private und anonyme Fotografie aus der Sammlung des Werkbundarchiv - Museum der Dinge | Oranienstraße 25 | 10999 Berlin

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