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KUNSTSAELE Berlin

satisfy me. Die neue Ausstellung der Sammlung Wemhöner


Werkabbildung
Monica Bonvicini
Satisfy Me, 2017
Mirror, MDF, 90 x 80 x 2 cm
courtesy König Galerie
Berlin/London, copyright: VG-Bild,
Bonn 2017


Eröffnung:
Freitag, 2. Februar 2018, 18.00 – 21.00 Uhr
Es sprechen Heiner Wemhöner (Sammler) und Philipp Bollmann (Kurator)

Ausstellungsdauer:
3. Februar – 31. März 2018

Adresse:
Kunstsaele Berlin, Bülowstraße 90, 10783 Berlin

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag 11-18 Uhr (und nach Vereinbarung)

Nach der 2016´er Präsentation „About Painting“ in den Räumen der Galerie Judin präsentiert der Herforder Sammler Heiner Wemhöner ab dem 3. Februar 2018 unter dem Titel satisfy me eine bislang unbekannte Facette seiner Sammlung.

Die international besetzte Gruppenausstellung zeigt Werke von Nevin Aladag, Kader Attia, Stephan Balkenhol, Roger Ballen, Monica Bonvicini, Asta Gröting, Marc Lafia, Duane Michals, Andreas Mühe, Helmut Newton, Tim Noble & Sue Webster, Xu Qu und Yang Fudong.

Stellen Sie sich vor, Sie schauen in einen Spiegel, dessen Umriss einen Schriftzug ergibt: Befriedige mich! Mit diesem Imperativ konfrontiert Monica Bonvicinis Werk Satisfy Me den Betrachter. Nur wer macht die Ansage? Der Spiegel als Stellvertreter für den lüsternen Blick der Anderen, der einen selbst zum Objekt der Begierde modelliert? Oder das Spiegelbild? Nach Jacques Lacans Theorie des Spiegelstadiums etwa beginnt die Subjektwerdung des Menschen mit der prägenden Urszene beim Blick in den Spiegel: Einerseits als Identifikation mit dem Spiegelbild, andererseits als Spaltung des Subjekts. Kurz: Zielt die Fremd- wie Selbstwahrnehmung des menschlichen Körpers bloß auf das Beschwichtigen der Fleischeslust?

Werkabbildung
Roger Ballen
Selma Blair and Sphinx, 2005
Silver Gelatine Print, 80 x 80 cm
© + courtesy Roger Ballen


Körper sind Spannungsfelder. Sie pulsieren zwischen den Polen völliger Entspannung und kompletter Anspannung – und repräsentieren etwa Eleganz oder Unsicherheit. Körper sind auch Spannungserreger. Sie haben ihrerseits die Macht, insbesondere im Zustand der Nacktheit, die Betrachter in Spannung zu versetzen – und etwa Begehren oder Unbehagen zu erwecken. Kunst, die sich der Darstellung entblößter Körper widmet, hat es nie nur mit Oberflächenphänomenen zu tun, sondern stets auch mit Seelenzuständen. Die Sammlung Wemhöner begibt sich mit der zweigeteilten Ausstellung satisfy me auf das vibrierende, seit der Antike von Tabus, Normvorstellungen und Grenzüberschreitungen geprägte Terrain einer Ästhetik der Blöße.

Der erste Teil der Ausstellung (Körper als Spannungsfeld) präsentiert mit Kader Attia, Stephan Balkenhol und Duane Michals gegenwärtige Positionen künstlerisch inszenierter Nackheit, die sich an zwei bis heute fortwirkende Traditionslinien anschließen lassen: an die Vorstellung idealer Schönheit seit der griechischen Antike und an die christliche, mit Scham, Erkenntnis und Vergänglichkeit verbundene Erzählung vom Sündenfall. Vor dem Hintergrund heroischer oder idealer Nacktheit gewinnen auch die Arbeiten der Künstler Yang Fudong und Xu Qu – chinesische Gegenwartskunst ist ein Schwerpunkt der Sammlung Wemhöner – an Kontur.

Der zweite Teil der Ausstellung (Körper als Spannungserreger) stellt sich der Allgegenwart medial vermittelter Nacktheit einer zunehmend exhibitionistischen Gesellschaft. Einerseits verschwimmen die Trennungen zwischen Privatem und Öffentlichem; andererseits drohen die Bilderfluten eines regelrechten Blößenwahns. Angesichts dessen ringen die Arbeiten von Roger Ballen, Monica Bonvicini, Asta Gröting, Marc Lafia, Andreas Mühe, Helmut Newton und von Tim Noble & Sue Webster um ein zeitgemäßes Verhältnis zum nackten Körper. Dessen Entzauberung wird auf der Grundlage verschobener Schamgrenzen mitunter so weit getrieben, dass eine Sehnsucht nach seiner Wiederverzauberung unabweisbar wird.

Werkabbildung
Kader Attia
Le Corps Reconstruit #5, 2014
Collage auf Papier, 50 x 70 cm
© the artist
courtesy Galerie Krinzinger, Wien


Über die Sammlung Wemhöner: Inspiriert durch die Begegnungen mit dem Sammler Lutz Teutloff und dem Gründungsdirektor des MARTa Herford Jan Hoet, erwarb Heiner Wemhöner Ende der 1990er-Jahre die ersten Kunstwerke. Die stetig wachsende Sammlung umfasst mittlerweile 1000 internationale Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Installation, Video und Skulptur. Ein wichtiger Meilenstein für Heiner Wemhöners Beziehung zur zeitgenössischen Kunst und Architektur war die Planung und Realisierung des 2005 eröffneten Museums für zeitgenössische Kunst MARTa Herford. Als Vorstandsvorsitzender des MARTa-Freundeskreises und Kuratoriumsvorsitzender der 2000 gegründeten Wemhöner Stiftung setzt er sich für das kulturelle Leben seines Wohn- und Firmenstandortes Herford ein. Erweitert wird das Stiftungsprofil durch den MARTa-Preis der Wemhöner Stiftung. Bereits in der dritten Generation ist das Familienunternehmen Wemhöner Surface Technologies mit Standorten in Deutschland und China auf die Produktion von Maschinen und Anlagen für die Veredelung von Holzwerkstoffen spezialisiert. Auch in China verbindet Heiner Wemhöner geschäftliches, kulturelles und soziales Engagement miteinander, was ihm die 5,5-Millionen-Stadt Changzhou mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft dankte.

In Kooperation mit:
Kunstsaele Berlin

Kontakt: Sammlung Wemhöner, Philipp Bollmann (Kurator) l Tel: +49 (0)160 94 750 468
E-Mail: philipp.bollmann@sammlung-wemhoener.com | www.sammlung-wemhöner.com

KUNSTSAELE Berlin


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